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Wirtschaft

VW: Sportförderung nicht in Gefahr

Medien hatten am Wochenende berichtet, wegen der Abgasaffäre werde der Wolfsburger Konzern auch im Sport-Sponsoring kräftig sparen. Das dementiert der Konzern jetzt - zumindest teilweise.

Die Fußball-Bundesligisten Werder Bremen und Hannover 96 müssen vorerst offenbar nicht um ihre Einnahmen aus dem Sponsoring des Automobilkonzerns Volkswagen bangen. "Sport und insbesondere der Fußball sind wesentliche Säulen in der Sponsoring-Strategie unseres Unternehmens", teilte ein VW-Sprecher am Montag auf Anfrage des Sport-Informationsdienstes (SID) mit.

Diese Werbeplattform sei in der Vergangenheit "sehr erfolgreich" genutzt worden und "dies wird auch in Zukunft der Fall sein". Langfristige Verträge, wie die mit den norddeutschen Klubs aus Bremen und Hannover, würden deshalb nicht infrage gestellt, heißt es aus Unternehmens-Kreisen.

Auch Eishokey in Gefahr?

Unklar ist dagegen derzeit die Situation von Schalke 04 und 1860 München. Bei beiden Vereinen laufen die Verträge mit VW am Saisonende aus. Zuletzt hatte die Bild am Sonntag berichtet, dass der Autobauer sein Sport-Sponsoring massiv zurückfahren wolle und bereits über eine konkrete Streichliste verhandelt habe.

Betont gelassen gibt man sich derweil bei den Grizzlys Wolfsburg aus der Deutschen Eishockey Liga (DEL), die ebenfalls auf der vermeintlichen Liste stehen sollen. Obwohl der Konzern ein klares Bekenntnis zum Eishockeystandort Wolfsburg zuletzt scheinbar vermied, sagte Grizzlys-Geschäftsführer Bernd Rumpel den Wolfsburger Nachrichten: "Angesichts der Abgasaffäre hatte der VW-Vorstand nach wie vor andere Probleme zu klären, als sich um Eishockey zu kümmern. Der Bericht ist reine Spekulation."

Der neue Konzernchef Matthias Müller hatte nach Bekanntwerden der Manipulation von Abgastests angekündigt, alle Ausgaben auf den Prüfstand zu stellen. Am Freitag kündigte er an, die Sachinvestitionen im kommenden Jahr auf rund zwölf Milliarden Euro zu senken. Das ist eine Milliarde weniger als bisher im Schnitt pro Jahr geplant. Damit reagiert Müller auf mögliche Kosten, die auf den Wolfsburger Konzern im Zuge der Affäre zukommen.

Auch Audi und Porsche betroffen

In den USA sind einem Bericht zufolge insgesamt 100.000 Autos des Volkswagen-Konzerns mit einer dort nicht erlaubten Software zur Manipulation von 3,0-Liter-Dieselmotoren ausgerüstet. Der Großteil sei im Audi Q7 und im A8 verbaut, der Rest im Porsche Cayenne und im VW Touareg, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung".

Ein Sprecher von Audi wollte die Zahlen am Sonntag nicht kommentieren, bestätigte aber, betroffen seien die Audi-Modelle A6, A7, Q5 und Q7 mit dem 3,0-Liter-TDI-Motor der Modelljahrgänge 2009 bis heute. Die US-Umweltschutzbehörde EPA hatte die Volkswagen-Gruppe Anfang November beschuldigt, mit der beanstandeten Software bei Drei-Liter-Dieselmotoren der Modelle VW Touareg, Porsche Cayenne sowie von mehreren Audi-Modellen gegen das US-Gesetz zur Luftreinhaltung verstoßen zu haben.

Bislang war nur von rund 10.000 Fahrzeugen der Modelljahre 2014 bis 2016 die Rede gewesen. Nach Angaben der EPA geht es nun um rund 75.000 zusätzliche Fahrzeuge aus den Jahren davor, also insgesamt 85.000 Autos. Der VW-Konzern hatte die Vorwürfe zurückgewiesen. Medienberichten zufolge hatte es Volkswagen aber offenbar versäumt, ein erlaubtes System zur Abgasregulierung ordnungsgemäß bei den US-Behörden anzugeben.

Von den europäischen Behörden sei dieser Motor nicht beanstandet worden, erklärte der Audi-Sprecher am Sonntag. In den USA werde es aber weitere Gespräche mit der EPA und der kalifornischen Umweltschutzbehörde Carb geben. Der Zeitung zufolge soll es in den USA in Kürze eine Rückrufaktion geben, um eine neue Software aufzuspielen

wen/as/bea (rtrd, dpa, sid)