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Wirtschaft

VW-Spitze berät über Winterkorns Zukunft

Entscheidet sich heute die Zukunft von Martin Winterkorn? Zumindest berät das Präsidium des VW-Aufsichtsrats über den ins Wanken geratenen Konzernchef.

Video ansehen 02:54

Showdown in Wolfsburg - Machtkampf bei Volkswagen

Es sind sechs Personen, die über den künftigen Kurs des größten deutschen Automobilbauers beraten - das Präsidium des 20-köpfigen Aufsichtsrats. Die Runde kommt zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen, nachdem VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch am vergangenen Freitag mit der Aussage, er sei "auf Distanz zu Winterkorn" vom Konzernchef abgerückt war. Die lakonische Äußerung des 77-jährigen Firmenpatriarchen im Nachrichtenmagzin "Der Spiegel" hatte zu

erheblichen Turbulenzen innerhalb des VW-Konzerns

geführt.

In dem Gremium sitzen neben dem Vorsitzenden Ferdinand Piëch noch Berthold Huber von der IG Metall, Konzernbetriebsratschef Bernd Osterloh, der Sprecher des Porsche-Familienzweigs Wolfgang Porsche, Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil sowie der Osterloh-Vize Stephan Wolf. Zu Ort und Zeitpunkt des Treffens gibt es keine Informationen.

Kommt es zum offenen Streit?

Winterkorn war bis zu der Aussage Piëchs als dessen Nachfolger an der Spitze des Aufsichtsrates gehandelt worden. Im Magazin "Der Spiegel" wird Piëch auch mit den Worten zitiert: "Ich strebe an, dass an die Spitze des Aufsichtsrats und des Vorstands die Richtigen kommen." Damit steht auch Winterkorns

weiterer Verbleib im Vorstand auf der Kippe.

Sein Vertrag als Volkswagen-Chef läuft Ende 2016 aus. Piëchs Kontrakt als Aufsichtsratschef hat eine Laufzeit bis zum Frühjahr 2017.

Nach Piëchs Vorstoß hatten sich sowohl die Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat als auch die zwei Vertreter des VW-Großaktionärs Niedersachsen auf der Kapitalseite

für Winterkorn ausgesprochen.

Allerdings berichten Insider des Unternehmens, dass eine offene Frontenbildung im Aufsichtsrat gegen Piëch eher unwahrscheinlich sei. Der Aufsichtsratschef und Vertreter der Piëch-Eigentümerfamilie gilt als VW-Machtzentrum.

Die falsche Strategie?

Hintergrund der Kritik an Winterkorn sind strategische Probleme an, vor denen Volkswagen allem Erfolg zum Trotz steht. Die Gewinnkraft der Kernmarke VW-Pkw hinkt der Konkurrenz hinterher. Daher greift seit dem vergangenen Sommer ein milliardenschwerer Sparplan. Im Juli gibt Winterkorn das Amt als VW-Markenchef, das er in Personalunion mit seinem Chefposten im Konzern führt, an den früheren BMW-Vorstand Herbert Diess ab.

In den USA fehlen zudem die richtigen Modelle, sodass VW seit Jahren in einem wachsenden Markt - dem nach China zweitgrößten der Welt - Anteile verliert. In Summe werden diese Probleme verdeckt durch den insgesamt seit Jahren laufenden Rekordkurs des Konzerns, der sich mit großem Tempo bei Absatz, Umsatz und Gewinn verbessert.

mm/djo (dpa, rtr)

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