1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nach Razzien bei Audi

VW kritisiert Staatsanwaltschaft München

Die Ausweitungen der Ermittlungen im VW-Abgasskandal auf das Tochterunternehmen Audi schlagen hohe Wellen. Das Vorgehen der Münchener Staatsanwaltschaft findet VW "inakzeptabel". Sogar eine Kanzlei wurde durchsucht.

Auch Audi steht im Verdacht, in den USA Abgaswerte manipuliert zu haben, ähnlich wie der Mutterkonzern VW. Nach der Großrazzia bei Audi im Zusammenhang mit dem Diesel-Skandal kritisierte Volkswagen die Vorgehensweise der Staatsanwaltschaft München ungewöhnlich scharf. Wie das "Handelsblatt" berichtete, waren im Zuge der Razzia auch Räume der von VW mit internen Ermittlungen beauftragten US-Kanzlei Jones Day durchsucht worden. "Wir halten das Vorgehen der Staatsanwaltschaft München in jeder Hinsicht für inakzeptabel", erklärte VW in Wolfsburg.

Am Vortag hatten während der Jahrespressekonferenz von Audi mehr als 100 Polizisten und Staatsanwälte die Zentrale der VW-Tochter in Ingolstadt sowie weitere, zunächst nicht näher bezeichnete Standorte und Wohnungen von Mitarbeitern durchsucht. Die Staatsanwaltschaft München II äußerte sich nicht zur Frage, welche Objekte konkret betroffen waren, da die Maßnahmen nicht abgeschlossen seien, wie ein Sprecher sagte.

Rechtsanwaltskanzlei im Visier 

Die Behörde hat ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt wegen des Verdachts des Betruges und der strafbaren Werbung eingeleitet. Mit den Aktionen will sie nach eigenen Angaben klären, wer an der Verwendung der manipulierten Abgas-Software und an Falschangaben beteiligt gewesen sei. VW erklärte, die Durchsuchung einer vom Unternehmen beauftragten Rechtsanwaltskanzlei verstoße "klar gegen die in der Strafprozessordnung festgeschriebenen rechtsstaatlichen Grundsätze". "Dies hat auch das Bundesverfassungsgericht im Fall einer anderen Kanzlei ausdrücklich hervorgehoben. Wir werden mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln hiergegen vorgehen", hieß es. Bei Jones Day wollte sich zunächst niemand äußern.

pab/rb (dpa)

Die Redaktion empfiehlt