VW investiert Milliarden in Autos der Zukunft | Wirtschaft | DW | 17.11.2017
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Wirtschaft

VW investiert Milliarden in Autos der Zukunft

Weil die Dieselkrise Volkswagen seit 2015 beschäftigt, ist Europas größter Autobauer bei Investitionen eher auf Sicht gefahren. Jetzt sollen Milliarden ausgegeben werden, vor allem in die Elektromobilität.

Mit Milliardeninvestitionen in Elektromobilität, selbstfahrende Autos und neue Mobilitätsdienste will Volkswagen die Weichen für die Zukunft stellen. Insgesamt sind dafür bis Ende 2022 mehr als 34 Milliarden Euro vorgesehen, wie der Autobauer nach der Konzern-Planungsrunde für die Jahre 2018 bis 2022 am Freitag in Wolfsburg mitteilte. Der größte Anteil davon soll in die Elektrifizierung und die Hybridisierung aller Konzernmodelle fließen.

Insgesamt plant VW nach Konzernangaben in den nächsten fünf Jahren mit Investitionen von mehr als 70 Milliarden Euro. Die Investitionspläne kämen "einem Kraftakt gleich", sagte Müller. Gleichzeitig betonte er: "Das Auto wird gerade neu erfunden."

Der Standort Zwickau soll zum reinen E-Auto-Werk werden. Ab 2019 solle in Zwickau die ID-Modellfamilie vom Band rollen. Geplant ist eine Investition von über einer Milliarde Euro. Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) begrüßte dies als "starke Zukunftsbotschaft für das Autoland Sachsen". Die Entscheidung sei zugleich eine "gute Nachricht für die Mitarbeiter, die nun eine spannende und sichere Arbeitsperspektive haben", erklärte Tillich.

Deutschland Volkswagen Produktion in Zwickau (picture-alliance/dpa/P. Endig)

Golf VII-Produktion am sächsischen Volkswagen-Standort Zwickau

Zukunft der E-Mobilität soll in Deutschland liegen

Dazu kämen E-Autos von Audi und Seat. Die Konzernmarke Skoda werde zwei E-Varianten in Tschechien bauen, sagte VW-Chef Müller. "Die Zukunft der E-Mobilität wird ganz wesentlich in Deutschland gemacht. Volkswagen steht zum Standort."

Mit den Investitionsplänen seien die Voraussetzungen geschaffen, Volkswagen bis 2025 zur "weltweiten Nummer Eins in der Elektromobilität zu machen", sagte Müller. Die Abgas-Affäre und die Krise des Dieselmotors generell machen Investitionen für VW allerdings zu einem Kraftakt. Allein die Beilegung des Skandals in den USA kostete die Wolfsburger über 25 Milliarden Euro. Daher warnte Autoexperte Stefan Bratzel: "Für E-Mobilität Geld einzusetzen, ist eine Wette auf die Zukunft." Denn Elektromobilität oder autonomes Fahren sind teuer in der Entwicklung, zugleich müssen die klassischen Verbrennungsantriebe verbessert werden.

Jeder vierte VW soll elektrisch sein

Volkswagen peilt an, dass bis 2025 jedes vierte Fahrzeug des Konzerns batterieelektrisch angetrieben sein soll. Das könnten je nach Marktentwicklung bis zu drei Millionen E-Autos jährlich sein. Damit wird klar, dass Volkswagen zu dem Zeitpunkt eine Gesamtproduktion von bis zu 12 Millionen Fahrzeugen anstrebt - zuletzt waren es rund zehn Millionen.

Stephan Weil, Ministerpräsident von Niedersachsen und Mitglied im VW-Aufsichtsrat, betonte, in den kommenden fünf Jahren seien Sachinvestitionen von zehn Milliarden Euro in Niedersachsen vorgesehen, wo mit rund 120 000 Menschen knapp ein Fünftel der VW-Beschäftigten arbeitet. Mut machte er den Mitarbeitern in Osnabrück: Im kommenden Jahr solle über eine eigene Modellreihe für die dortige Produktion entschieden werden. Betriebsratschef Bernd Osterloh ergänzte, dies könne ein E-Auto oder möglicherweise ein Cabrio sein.

Nicht in der Planungsrunde enthalten sind die Investitionen der Joint-Venture-Gesellschaften in China. Dort will Volkswagen gemeinsam mit örtlichen Partnern in den kommenden Jahren mehr als zehn Milliarden Euro in die Produktion von Elektro- und Hybridfahrzeugen investieren - auch weil das Land ab 2019 Quoten für Autos mit Elektro- oder Hybridantrieb vorschreibt. Wachstumsimpulse erwartet Volkswagen in den kommenden Jahren vor allem aus Brasilien, China, Russland und Nordamerika.

zdh/tko (dpa, afp, rtr)

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