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Wirtschaft

VW gibt in den USA Gas

Volkswagen wird ein Werk im US-Staat Tennessee bauen. So will der deutsche Autokonzern von der Dollar-Schwäche profitieren. Und das schlechte Geschäft auf dem US-Markt anheizen.

Europas größten Autobauer zieht's auf den weltwichtigsten Automarkt (Quelle: AP)

Europas größter Autobauer drängt auf den wichtigsten Automarkt der Welt

Mit einer eigenen Produktion in den USA und einer neuen Strategie will der Autobauer Volkswagen die Wende in dem seit Jahren verlustreichen US-Geschäft einläuten. In Chattanooga im Bundesstaat Tennessee wird VW eine Autofabrik bauen und dort ab Anfang 2011 unter anderem speziell für den US-Markt entwickelte Modelle fertigen. Mit dem Neubau folgt VW Konkurrenten wie Daimler oder BMW, die bereits in Amerika produzieren, um sich vom starken Euro unabhängiger zu machen. Bisher beliefert Volkswagen den US-Markt aus seinem Werk im mexikanischen Puebla und mit Importen aus Europa.

Maßgeschneiderte Modelle

Der Aufsichtsrat habe die Pläne am Dienstag (15.07.2008) in Wolfsburg gebilligt, teilte das Unternehmen mit. Für das Werk sind Investitionen in Höhe von bis zu einer Milliarde Dollar (rund 620 Millionen Euro) veranschlagt. VW-Chef Martin Winterkorn sagte: Die USA seien für die Firmenstrategie "ein wichtiger Markt, den wir jetzt mit großer Konsequenz erschließen."

In der ersten Ausbaustufe sollen im neuen Werk 150.000 Fahrzeuge jährlich vom Band rollen. Geplant ist eine vollständige Produktion mit Karosseriebau, Lackiererei und Montage. Als erstes Modell ist eine für den US-Markt maßgeschneiderte Mittelklasse-Limousine vorgesehen. Mittelfristig werde Volkswagen an dem Standort rund 2000 Mitarbeiter direkt beschäftigen, darüber hinaus würden Arbeitsplätze etwa bei Zulieferern und in der Logistik entstehen.

Schlechte Performance auf weltgrößtem Automarkt

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Martin Winterkorn vor einem VW-Modell (Quelle: AP)

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Martin Winterkorn vor einem VW-Modell

Mit dem Werk will VW seine Wachstumsstrategie in den USA voranbringen. Bis 2018 werde VW jährlich 800.000 Volkswagen auf dem wichtigsten Automarkt der Welt absetzen, betonte Winterkorn. 2007 waren es weniger als 240.000. Dabei komme dem neuen Standort eine Schlüsselrolle zu, sagte der VW-Chef. Das Werk werde Volkswagen auch nachhaltig von Währungsschwankungen entlasten. "Es ist gemeinsam mit unserer Wachstumsstrategie eine Voraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens im Dollarraum."

Der Vorstand habe sich dabei für Chattanooga entschieden, weil der Standort vor allem über eine entwickelte Zuliefererstruktur sowie qualifizierte Arbeitskräfte verfüge und rund 550 Hektar erschlossenes Gelände mit direkter Anbindung an die Verkehrsinfrastruktur biete. Winterkorn: "Wir freuen uns darauf, dort als größter Automobilhersteller Europas ein wichtiges Standbein aufzubauen." Nach den Werken in Russland und in Indien sei dies ein weiterer Baustein, um in der Welt erfolgreich zu bleiben.

Schwere Zeiten wegen hoher Benzinpreise

Den ohnehin krisengeschüttelten Markt lähmen allerdings die explodierenden Spritpreise. Viele amerikanische Autokäufer verabschieden sich von den schweren Geländewagen und Pickups der drei US-Hersteller GM, Ford und Chrysler. Davon profitieren europäische und asiatische Hersteller, die mit spritsparenden Kleinwagen auf den Markt drängen. (leix)

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