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Wirtschaft

VW die Nummer Eins der Welt?

Trotz des Dieselskandals hat der VW-Konzern 2016 deutlich mehr Fahrzeuge ausgeliefert als im Jahr davor. Mit 10,3 Millionen verkaufter Autos könnte man Toyota als Nummer Eins abgelöst haben.

Der Volkswagen-Konzern dürfte im vorigen Jahr als größter Autobauer der Welt an Toyota vorbeigezogen sein - er konnte seine Verkäufe ungeachtet der Diesel-Krise steigern. Insgesamt setzten die einzelnen Marken 2016 insgesamt etwas mehr als 10,3 Millionen Fahrzeuge ab - ein Plus von 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das teilte das Unternehmen am Dienstag in Wolfsburg mit.

Bei der Kernmarke VW-Pkw nahmen die Auslieferungen um 2,8 Prozent auf knapp sechs Millionen Wagen zu, wie Volkswagen bereits am Sonntag auf der Automesse in Detroit bekanntgegeben hatte. Volkswagen hat damit wohl den Erzrivalen Toyota als absatzstärksten Autobauer der Welt abgelöst. Die Japaner hatten Mitte Dezember die Erwartung geäußert, erst 2017 auf weltweit 10,2 Millionen verkaufte Fahrzeuge zu kommen - dies wäre nach bisheriger Schätzung noch einmal ein Plus um ein Prozent gegenüber 2016.

Symbolbild VW - Toyota (picture-alliance/dpa/O. Spata/J. Castro)

VW vs Toyota: Hat VW die Nase vorn?

China stark - Deutschland schwach

"2016 war ein sehr anspruchsvolles Jahr für uns. Dennoch ist es uns gelungen, unter schwierigen Bedingungen das operative Geschäft zu stabilisieren", sagte VW-Konzernchef Matthias Müller laut Mitteilung. Im Gesamtjahr führte der Abgas-Skandal nicht zu einem Absatzrückgang. Ähnlich wie bei der Hauptmarke mit dem VW-Emblem trieb vor allem der wichtigste Markt China die Auslieferungen an. In der Volksrepublik brachte der Konzern von Januar bis Dezember knapp vier Millionen Autos an die Kunden (+12,2 Prozent). In Europa waren es mehr als 4,2 Millionen (+4,0 Prozent). Jedoch fiel der Zuwachs auf dem deutschen Heimatmarkt mit 0,2 Prozent mager aus. Und in den USA - dort war die Abgas-Affäre im September 2015 bekanntgeworden - betrug das Minus 2,6 Prozent.

Am größten waren die Verluste in Brasilien mit 33,9 Prozent. Zum Jahresende hin verbesserten sich die Zahlen in vielen Regionen - so auch in den USA - aber wieder. Im Dezember verbuchte der Konzern so ein weltweites Plus von 11,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, in den Vereinigten Staaten gelang eine Steigerung um 16,1 Prozent. Besser als im Vorjahr schnitten auch die VW-Töchter Skoda (+6,8 Prozent), Porsche (+5,6 Prozent) und Audi (+3,8 Prozent) ab - ebenso wie die leichten Nutzfahrzeuge (+11,4 Prozent). Einzig beim Lkw-Bauer MAN gab es 2016 einen geringfügigen Rückgang um 0,2 Prozent.

VW-Chef Müller kündigte laut Mitteilung für 2017 fast 60 neue Modelle an. Zugleich verstärke man "die Anstrengungen bei den großen Zukunftstechnologien", wie Elektromobilität und vernetztes Fahren. Bis 2018 würden mehr als 10 neue Modelle mit elektrifiziertem Antrieb auf den Markt gebracht.

hb/ul (dpa, VW-Pressemitteilung)

 

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