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Aktuell Deutschland

VW-Beschäftigte bekommen 4,8 Prozent mehr Lohn

IG Metall und Volkswagen haben ihren Tarifkonflikt beigelegt. Die 120.000 Beschäftigten können sich über Gehaltserhöhungen freuen. Zudem gab es eine Einigung bei der Altersteilzeit.

Trotz des Abgas-Skandals und des größten Verlusts in der Geschichte von Volkswagen bekommen die rund 120.000 Beschäftigten ab September 4,8 Prozent mehr Lohn. Der Tarifabschluss orientiert sich damit am Abschluss für die Metall- und Elektroindustrie. Er gilt bei VW für 20 Monate. Zudem wurde der Tarifvertrag zur Altersteilzeit verlängert - die mögliche Dauer der Altersteilzeit wurde aber von sieben auf sechs Jahre verkürzt.

Die Verhandlungsführer einigten sich in der Nacht zum Freitag in Hannover in dritter Runde - eine Woche nach der Piloteinigung in der Metall- und Elektroindustrie in Nordrhein-Westfalen. Die VW-Beschäftigten bekommen ab September 2,8 Prozent mehr und ab dem 1. August 2017 weitere 2,0 Prozent. Zudem erhalten sie 200 Euro im Jahr für ihre betriebliche Altersvorsorge. Der Tarifvertrag läuft bis 31. Januar 2018.

In der Metall- und Elektroindustrie steigen die Löhne ab Juli in zwei Stufen um 4,8 Prozent; der Tarifvertrag gilt für 21 Monate. Die lange Laufzeit war von den Arbeitgebern gewünscht; sie gibt Planungssicherheit.

Streitpunkt Altersteilzeit

Bei Volkswagen umstritten war besonders die Altersteilzeit. Die IG Metall betonte am Freitag, dass der entsprechende Tarifvertrag bis 2022 verlängert wird; Beschäftigte ab Jahrgang 1967 und älter profitieren. VW-Personalvorstand Karlheinz Blessing legte Wert darauf, dass differenzierte Regelungen vereinbart worden seien. "Wir können damit erfahrene Kompetenzträger halten und Altersteilzeit verstärkt dort einsetzen, wo Aufgaben künftig entfallen."

Der VW-Haustarifvertrag gilt für rund 120.000 Beschäftigte in den Werken Wolfsburg, Braunschweig, Hannover, Salzgitter, Emden und Kassel sowie bei der für Finanzdienstleistungen zuständigen Volkswagen Financial Services AG.

Volkswagen hatte wegen des Abgas-Skandals im vergangenen Jahr den größten Verlust seiner Geschichte eingefahren. Aufgrund von Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten und Rückrufaktionen summiert sich das Minus auf knapp 1,6 Milliarden Euro. Das Management bereitete die Beschäftigten bereits darauf vor, sie müssten den Gürtel enger schnallen.

kle/sti (afp, rtr, dpa)

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