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Wirtschaft

VW öffnet US-Gewerkschaft die Tür

Der Volkswagen-Konzern öffnet sein US-Werk in Chattanooga für eine gewerkschaftliche Vertretung der Mitarbeiter. Konservative Kreise in den USA und republikanische Politiker laufen dagegen Sturm.

Der Konzern legte Regeln fest, unter denen eine Gewerkschaft die Interessen der Belegschaft wahrnehmen darf. Dafür muss sie unter anderem einen "bedeutsamen" Anteil der Beschäftigten für sich gewinnen. "Wir anerkennen und akzeptieren, dass viele unserer Mitarbeiter ein Interesse an einer externen Repräsentanz haben", sagte Sebastian Patta, Personalchef des VW-Werks am Mittwoch in Chattanooga.

Damit wird der Weg für die US-Automobilgewerkschaft UAW geebnet, die in dem Werk einen Betriebsrat nach deutschem Vorbild einrichten will. Bislang hatten die Wolfsburger sich aus dem Streit herausgehalten und es der deutschen Gewerkschaft IG Metall überlassen, sich für eine in den USA umstrittene Arbeitnehmervertretung in der Fabrik einzusetzen.

Gegen erbitterten Widerstand

Im Frühjahr hatte es eine knappe Mehrheit der Beschäftigten in dem Werk im US-Bundesstaat Tennessee abgelehnt, sich von der UAW vertreten zu lassen. Daraufhin kündigte die in der US-Autobranche einflussreiche Gewerkschaft einen neuen Anlauf an. Sie gründete eine örtliche Vertretung, um Mitglieder zu werben und so von dem Konzern als Tarifpartner anerkannt zu werden.

Chattanooga ist bislang das einzige VW-Werk weltweit ohne gewerkschaftlichen Schutz und Arbeitnehmervertretung. Das Vorhaben, dort einen Betriebsrat einzurichten, war auf erbitterten Widerstand konservativer Gruppen gestoßen. Republikanische Politiker, unter ihnen Senator Bob Corker und Gouverneur Bill Haslam, warnten, Zuschüsse in Höhe von 300 Millionen US-Dollar seien in Gefahr, sollte sich die Gewerkschaft durchsetzen.

Die UAW-Gegner befürchten, dass Chattanooga zum Einfallstor für die Gewerkschaft in den Südstaaten wird. Auch bei Mercedes in Tuscaloosa (Alabama) bereitet die UAW die Gründung einer Arbeitnehmervertretung vor.

dk/bea (rtr/ap)