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Aktuell Europa

Vulkan Bárdarbunga vor dem Ausbruch?

Experten schließen eine größere Eruption des isländischen Gletschervulkans nicht mehr aus. Die deutschen Luftfahrtbehörden bereiten sich laut "Bild"-Zeitung deshalb auf eine mögliche Sperrung des Luftraums vor.

Es sind keine beruhigenden Meldungen, die derzeit aus Island kommen. "Ein Ausbruch des Vulkans Bárdarbunga und in Folge dessen eine mögliche Kontamination des deutschen Luftraumes mit Vulkanasche kann nicht mehr ausgeschlossen werden", zitiert die "Bild"-Zeitung aus einem Aktionsplan des Bundesverkehrsministeriums. Der Deutsche Wetterdienst steht zur Gefahrenabschätzung in ständigem Kontakt mit seinen isländischen Kollegen und mit Vulkanexperten in London.

Messflugzeug steht bereit

Im Falle einer Eruption will der Wetterdienst laut dem Blatt in enger Abstimmung mit der Flugsicherung die Lage analysieren. Zur Messung des Aschegehaltes stehe ein spezielles Messflugzeug bereit, heißt es weiter. Außerdem sei ein Netz an Infrarot-Laser-Messgeräten aufgebaut worden, mit dem die Aschekonzentration bis zu einer Höhe von zwölf Kilometern in der Luft erfasst werden könne.

Der Bárdarbunga ist der größte Vulkan Islands, er liegt unter dem Gletscher Vatnajökull im Südosten des Landes. Erst am Dienstag war er wieder von einem heftigen Erdbeben erschüttert worden. Experten registrierten einen Erdstoß der Stärke 5,7, wie der isländische Wetterdienst mitteilte. Es war die stärkste Erschütterung, seit der Vulkan vor knapp zwei Wochen wieder aktiv geworden ist, und das heftigste Erdbeben in dem Gebiet seit fast 20 Jahren.

Wissenschaftler befürchten, dass eine größere Eruption erhebliche Schäden anrichten und durch Aschewolken der Flugverkehr in Nordeuropa und über dem Nordatlantik behindert werden könnte. Vulkanasche kann zum Ausfall von Triebwerken führen. Im April 2010 hatte der Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull einen Monat lang den Flugverkehr in Europa immer wieder lahmgelegt. Mehr als 100.000 Flüge mussten gestrichen werden, mehr als zehn Millionen Reisende saßen zum Teil tagelang auf Flughäfen fest.

se/mak (afp, dpa)