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Aktuell Europa

Vulkan-Alarm auf Island

Vor vier Jahren hat der Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull den Flugverkehr in Europa tagelang lahmgelegt. Nun brodelt es erneut: Die Meteorologen des Landes schlagen wieder Alarm.

Aus Angst vor einem Vulkanausbruch haben die isländischen Behörden das Gebiet in der Nähe eines Gletschers evakuiert. Etwa 70 Touristen mussten ihre Unterkünfte verlassen. Der Vatnajökull-Gletscher befindet sich auf der Spitze des Vulkans Bárdarbunga (Artikelbild), an dem seit Samstag Tausende Erdbeben gemessen wurden. Die Evakuierung am Dienstagabend sei sehr ruhig und geordnet vor sich gegangen, sagte der Verwalter des Vatnajökull-Nationalparkes, Hjörleifur Finnsson. "Wir hatten einen Plan für solche Fälle, und mit Hilfe des Roten Kreuzes konnten wir alle in Sicherheit bringen." Bis um drei Uhr in der Nacht habe die Aktion gedauert.

Zum Zeitpunkt der Warnung hatten sich 200 Touristen in dem Park aufgehalten, aber nur rund 70 waren in dem betroffenen Gebiet unterwegs. Die Gegend nördlich des Vatnajökull-Gletschers ist vor allem bei Wanderurlaubern beliebt. Feste Bewohner gibt es nicht. Die meisten Urlauber reisen mit einem Auto an und übernachten in einer der vielen Hütten der Nationalparkverwaltung. So sei die Evakuierung relativ einfach gewesen, erklärte Hjörleifur.

Furcht vor Schneeschmelze und Überschwemmungen

Bis Montagabend hat das Meteorologische Institut auf Island rund um Bárdarbunga 2600 Erdbeben gemessen - alle in einer Tiefe von fünf bis zehn Kilometer. Erdbeben sind das erste Frühwarnsignal für einen möglicherweise bevorstehenden Vulkanausbruch. Das stärkste erreichte den Wert 4,5 auf der Richterskala. Die Warnstufe für den Vulkan wurde auf die zweithöchste Stufe "Orange" hinaufgesetzt. Derzeit gebe es zwar keine Anzeichen einer Eruption, doch könne diese aufgrund der Aktivität nicht ausgeschlossen werden, sagten die Meteorologen. Es gebe Anzeichen von Magma-Bewegungen.

"Wir befürchten in erster Linie, dass ein Vulkanausbruch zu einer gewaltigen Schneeschmelze führt, was wiederum Überschwemmungen zur Folge hätte", sagte der Meteorologe Sigþrúdur Ármannsdóttir der isländischen Zeitung "Morgunbladid". Experten warnen davor, dass bei einer Eruption Asche in die Atmosphäre geschleudert würde, die den Flugverkehr behindern könnte.

Vor vier Jahren hatte der Ausbruch des isländischen Gletschervulkans Eyjafjallajökull den Flugverkehr in weiten Teilen Europas für mehrere Tage lang lahmgelegt. Mehr als 100 000 Flüge fielen aus, rund zehn MillionenFlugpassagiere waren betroffen. Auch der Tourismus auf Island kam fast komplett zum Erliegen.

Auf Island sind gut 30 Vulkane aktiv. Die Insel mit ihren rund 317.000 Bewohnern erlebt im Durchschnitt alle fünf Jahre einen Vulkanausbruch.

re/mak (afp, dpa, rtr)

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