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Deutschland

Vorsichtiges Aufatmen nach Hochwasser

In Brandenburg hat sich die Hochwasserlage deutlich entspannt. Die Pegel sinken, die Deiche haben gehalten. In Sachsen wird nach der Flut weiter aufgeräumt. Das Land will EU-Hilfen beantragen.

Ein Mensch rudert durch eine überschwemmte Strasse (Foto: AP)

Den Hochwassergebieten im Osten drohen neue Regenfluten

In Brandenburg herrscht Erleichterung. Nach Einschätzung von Ministerpräsident Matthias Platzeck ist die akute Hochwassergefahr erstmal gebannt: "Wir sind aus dem Gröbsten raus", sagte Platzeck am Mittwoch (11.08.2010). Überall an Neiße und Spree habe sich die Situation deutlich entspannt.

"Keine Notsituation mehr"

Brandenburgs Ministerpräsident Platzeck besichtigt die Neiße bei Guben zusammen mit dem Bürgermeister der Stadt (Foto: AP)

Brandenburgs Ministerpräsident Platzeck besichtigt die Neiße bei Guben

Noch in der Nacht zu Mittwoch waren zahlreiche Helfer damit beschäftigt gewesen, Deiche zu sichern. Kurz vor der Neißemündung in die Oder bei Ratzdorf hatte es ein kritisches Loch im Deich gegeben. Rund 130 Feuerwehrleute waren im Einsatz, um den Deichabschnitt mit Folien und Sandsäcken zu stabilisieren. Auch an der Spree gab es undichte Stellen in den Dämmen. Mit zehntausenden weiteren Säcken wurden im Laufe des Tages in den Gemeinden Neuhausen und Amt Burg Gebäude gesichert und Deiche stabilisiert.

Aber wenigstens gibt es nach Angaben von Regierungschef Platzeck keine Notsituation mehr, obwohl auf Brandenburgs zweitgrößte Stadt Cottbus größere Wassermengen aus dem 15 Kilometer entfernten Stausee Spremberg zukommen. Dort wird seit Montag kontrolliert Wasser abgelassen. Die Menge wurde noch einmal erhöht - von 60 auf 70 Kubikmeter pro Sekunde, siebenmal mehr als am Montag. Die Stadt ist nach Einschätzung von Oberbürgermeister Frank Szymanski gut gewappnet. Das Landesumweltamt erwartet am Pegel Cottbus die niedrigste Alarmstufe 1.

Die Folgen des Hochwassers

Ein Sandsack mit der Aufschrift 'FFw Kolkwitz war hier!' liegt auf einem aufgeschüttenen Sandhaufen (Foto: dpa)

Feuerwehrleuten gelang es, ein Deichloch mit Sandsäcken wieder zu verschließen

An der Oder besteht nach Einschätzung des Hochwassermeldezentrums Frankfurt/Oder keine Gefahr. Da der Fluss kein Hochwasser führte, konnte die Oder bisher problemlos die Wassermassen aus der Neiße aufnehmen. Aber auch wenn die Wasserstände sinken, hat sich für die von der Flut Betroffenen die Lage nicht entspannt. Denn allmählich werden die Folgen des Hochwassers sichtbar. Vor allem in Ostsachsen richtete es gewaltige Schäden an.

Neues Ungemach droht

Für Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich ist deshalb klar, dass das Land EU-Hilfen für die Beseitigung der Hochwasserschäden in Anspruch nehmen will. Um entsprechende Förderrichtlinien der Europäischen Union zu erfüllen, soll das Dreiländereck von Sachsen, Polen und Tschechien als gemeinsames Schadensgebiet deklariert werden, erläuterte Tillich.

Gute Nachrichten kommen derweil vom Deutschen Wetterdienst: Anders als noch im Tagesverlauf befürchtet, erwarten die Meteorologen nun vorerst keine neuen Regenfluten mehr, die die Situation in den ostdeutschen Hochwassergebieten erneut verschärften könnten.

Autorin: Pia Gram (dpa, apn)
Redaktion: Martin Schrader/Frank Wörner

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