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Saarländisch

Vorsicht Spießer!

"Geh fodd! Dommschwätzer!" – Heinz Becker hat von nichts 'ne Ahnung, aber zu allem eine Meinung. Der Komiker Gerd Dudenhöffer spielt seit 20 Jahren den Parade-Saarländer und Spießbürger par excellence.

Heinz Becker

Mit der Batschkapp auf dem Kopf sinniert Heinz Becker in breitester Mundart über alles und jeden. Anfang der Achtzigerjahre hat der Komiker Gerd Dudenhöffer seine spießbürgerliche Bühnenfigur erfunden. Seither weiß ganz Deutschland, wie die Saarländer schwätze' - und lacht gern, wenn Heinz Becker bei Flaschebier seine Stammtischparolen zu Homo-Ehe, Euro oder Pisa-Studie kundtut. "Net so, so net. Net."

Das saarländische Bexbach: Heinz Beckers Heimat

Zufällig Saarländisch
Dabei findet Dudenhöffer selber die saarländische Sprache nicht per se lustig. Vielmehr müsse eine Figur wie Heinz Becker einfach zwangsweise Mundart sprechen, denn: "Die Mundart eignet sich immer besser zum ’Schwätze' als Hochdeutsch." Heinz Becker ist also nicht der typische Saarländer, sondern eigentlich nur zufällig Saarländer – eben weil sein Schöpfer Gerd Dudenhöffer aus dem Saarland stammt.

1949 in Bexbach im Ost-Saarland geboren ist er mit der Mundart groß geworden. Nach dem Grafik-Design-Studium arbeitete er einige Jahre bei verschiedenen Werbeagenturen und sammelte nebenbei Bühnenerfahrung. In den Siebzigerjahren begann Dudenhöffer mit ersten Soloauftritten.

Heinz Becker

In der Fernsehserie "Familie Heinz Becker" bringt der stoische Spießer seit 1992 Ehefrau Hilde und Sohn Stefan mit seiner Rechthaberei zur Weißglut. Gerd Dudenhöffer hat außerdem bei Jürgen von der Lippes Talkshow "So isses" und Loriots "Papa ante Portas" mitgewirkt, CDs und Bücher veröffentlicht, den Film "Tach Herr Dokter" gedreht und tourt nach wie vor als Heinz Becker durchs Land.

Auch für Nicht-Saarländer
Um die Texte für Heinz Becker zu schreiben, hat er sich in den vergangenen Jahrzehnten eine ganz eigene Schreibweise angeeignet. Mittlerweile hat er ein Gespür dafür entwickelt, welche Wörter er seinem Publikum zumuten kann und welche für Nicht-Saarländer schwierig zu verstehen sind.

Ämäddse zum Beispiel. Wie bitte? "Das sind Ameisen. Versteht ja kein Mensch, deswegen würde Heinz Becker wohl Ameesen sagen", erklärt Gerd Dudenhöffer, der sich wünscht, dass die Saarländer mal ein bisschen stolzer auf ihr Land und ihre Sprache sind. "Wenn der Saarländer rausgeht, dann entschuldigt er sich fast für seine Sprache."

Charaktersprache
Dabei sei doch die Sprache gerade das Typische, das die Menschen charakterisiert: "Wenn vier Leute grau angezogen sind und nebeneinander stehen, kann kein Mensch feststellen, wer wo herkommt. Aber wenn sie dann den Mund aufmachen, dann weiß man: Aha, Bayer, Hesse, Nordlicht oder eben Saarländer."

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