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Nahost

Vormarsch trotz Kämpfen im Südirak

Bagdad ist erneut aus der Luft angegriffen worden. Die Alliierten sollen rund 100 Kilometer südlich der irakischen Hauptstadt sein. Weitere Kämpfe gibt es im Süden des Landes. Der Irak zeigt erneut Gefangene.

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Ein britischer Soldat bei Basra

Mit Angriffen an mehreren Fronten haben die alliierten Streitkräfte ihren Vormarsch Richtung Bagdad fortgesetzt. In der Nacht zum Dienstag (25.3.2003) und am frühen Morgen bombardierten die US-geführten Truppen laut Fernsehberichten das Zentrum und die südlichen Außenbezirke der irakischen Hauptstadt. Luftangriffe seien auch auf Mosul und Kirkuk im Norden geflogen worden. Im Süden bei Basra und Nasirija stießen die Alliierten nach Agenturangaben auf zum Teil heftigen Widerstand. Das irakische Staatsfernsehen zeigte am Montagabend zwei Männer in US-Uniform als Kriegsgefangene. US-Militärs erklärten, sie hätten einer Division der Republikanischen Garde des irakischen Staatschefs Saddam Hussein erhebliche Verluste zugefügt.

Blair: "So schnell wie möglich nach Bagdad."

Tony Blair

Großbritanniens Premierminister Tony Blair

Bagdad wurde die sechste Nacht in Folge und auch am frühen Morgen bombardiert. Die Luftangriffe richteten sich nach wie vor "gegen entscheidende Stellungen des Regimes", sagte General Stanley McChrystal in Washington. Bestätigende Berichte über dieses Vorgehen gibt es aus Bagdad bislang nicht. Der britische Premierminister Tony Blair sagte am Montag (24.3.2003), das Hauptziel der alliierten Truppen bestehe darin, "so schnell wie möglich" Bagdad zu erreichen. Nach verschiedenen Angaben von Agenturkorrespondenten vor Ort sollen die Bodentruppen der USA und Großbritanniens zwischen 90 und 100 Kilometer südlich von Bagdad sein. Entlang ihres Weges dorthin gibt es nach mehreren Medienberichten jedoch weiterhin Gefechte im Süden des Landes, unter anderem in der Nähe der Städte Basra, Umm Kasr und Nasirija.

In Basra droht eine zivile Katastrophe

Etwa 5000 Soldaten der Koalitionstruppen der USA und Großbritanniens gingen nach US-Angaben vor Nasirija in Stellung und rückten mit Panzern und Kampfhubschraubern vor. Da durch Stromausfall aufgrund der US-Bombenangriffe in Basra rund 60 Prozent der Wasserversorgung zusammen gebrochen sind, gebe die Lage in der zweitgrößten irakischen Stadt Anlass zu großer Sorge, erklärte das Internationale Komitee des Roten Kreuzes (IKRK).

Im Norden des Iraks bombardierten die alliierten Truppen nach Angaben des Fernsehsenders El Dschasira aus Katar in der Nacht die Ölstadt Mosul. Auch schon vorher war die Stadt Ziel von Luftangriffen gewesen. Nach kurdischen Angaben ist auch die Stadt Kirkuk in den vergangenen 24 Stunden von alliierten Streitkräften massiv aus der Luft angegriffen worden.

Irak: Weitere US-Gefangene

US-Hubschrauber abgeschossen?

Im irakischen Fernsehen: Ein angeblich abgeschossener Apache-Hubschrauber der USA

Das irakische Staatsfernsehen zeigte am Montagabend zwei Männer, bei denen es sich nach irakischen Angaben um die Piloten eines bei Kerbela abgeschossenen US-Apache-Kampfhubschraubers handeln soll. Sie trugen amerikanische Uniformen. Ein irakischer Sprecher sagte, sie würden gemäß der Genfer Konventionen für Kriegsgefangene behandelt. Als Belege dafür, dass es sich um US-Soldaten handele, wurden die Ausweise und Kreditkarten der beiden Gefangenen gezeigt.

Das US-Verteidigungsministerium Pentagon bestätigte, dass ein Kampfhubschrauber verlorenging und zwei Soldaten vermisst wurden. Derweil erklärte General Stanley McChrystal in Washington, die US-geführten Streitkräfte hätten einer Division der Republikanischen Garde des irakischen Staatschefs Saddam Hussein erhebliche Verluste zugefügt. Bei Angriffen am Sonntag (23.3.2003) sei die Medina-Division der irakischen Elitetruppe durch Kampfhubschrauber bedeutend geschwächt worden, sagte McChrystal. Es sei das erste Mal gewesen, dass Apache-Kampfhubschrauber die irakische Elitetruppe angriffen.

Der Krieg bekommt einen Preis

Capitol Hill in Washington

Der US-Kongress im Capitol-Gebäude in Washington soll abstimmen

In Washington wurde aus Regierungskreisen bestätigt, dass US-Präsident George W. Bush den Kongress um weitere rund 63 Milliarden Dollar – gut 59 Milliarden Euro - zur Finanzierung des Irak-Krieges bitten wird. Der demokratische Senator Robert Byrd sagte nach einem Treffen mit Bush, die 63 Milliarden Dollar seien allein für das US-Verteidigungsministerium vorgesehen. Hinzu kämen zum laufenden Haushalt noch etwa acht Milliarden Dollar für den Wiederaufbau des Iraks sowie zusätzliche vier Milliarden Dollar für die innere Sicherheit in den USA - also insgesamt 75 Milliarden Dollar.

Die Arabische Liga verurteilte auf einem Treffen am Montag den Angriff auf den Irak als völkerrechtswidrig. Die Außenminister der Mitgliedsstaaten forderten in Kairo gegen die Stimme Kuwaits die britischen und US-Truppen zum sofortigen Abzug auf. Die Vereinten Nationen sollten zudem zu einer Sondersitzung zum Irak-Krieg zusammenkommen. (kap)

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