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Tokio

Vorgezogene Neuwahlen in Japan

Der Zeitpunkt für Neuwahlen ist günstig: Die oppositionelle Demokratische Partei schwächelt und die Nordkorea-Krise hilft Regierungschef Shinzo Abe, sich als starke Führungsfigur zu präsentieren.

Der rechtskonservative Regierungschef Abe kündigte an, am Donnerstag das Unterhaus aufzulösen und damit den Weg für Neuwahlen freizumachen. Voraussichtlich am 22. Oktober sollen die Japaner dann ein neues Parlament wählen. Der 62-jährige Ministerpräsident will die Gunst der Stunde nutzen, nachdem sich seine im Zuge von Skandalen gesunkenen Umfragewerte dank der Nordkorea-Krise wieder erholt haben.

In Krisenzeiten wird der starke Mann gewählt

Die angespannte Situation mit Nordkorea ermöglicht es Abe, sich dem japanischen Volk als starker Mann zu präsentieren. Während die Umfragewerte seiner liberaldemokratischen Partei (LDP) steigen, verliert die oppositionelle Demokratischen Partei (DP) an Zustimmung. Mit einem milliardenschweren Konjunkturprogramm, das Abe dem Kabinett vorgeschlagen hat, um der heimischen Wirtschaft unter die Arme zu greifen, könnte er weitere Wähler gewinnen.

Laut einer am Wochenende veröffentlichten Umfrage der Wirtschaftszeitung "Nikkei" würden 44 Prozent der Wähler für die LDP stimmen und nur acht Prozent für die DP. Allerdings war jeder fünfte Befragte unentschieden. Anfang Juli hatte die LDP noch eine herbe Niederlage bei den Regionalwahlen in Tokio erlitten. Abe, der seit 2012 im Amt ist, stand unter anderem wegen des Vorwurfs der Vetternwirtschaft in der Kritik. Abe streitet die Vorwürfe jedoch ab.

jv/as (rtr, dpa, afp)

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