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Sport

Vorfreude trotz schlechten Wetters

Deutschland versinkt in einer Schlecht-Wetter-Zone, dennoch tut das der guten WM-Stimmung keinen Abbruch. Die Fans fiebern dem Halbfinale gegen Brasilien entgegen und hoffen auf den Finaleinzug.

Ganz Deutschland freut sich auf das WM-Halbfinale gegen Brasilien. Nur auf das gute Wetter müssen die Fans diesmal verzichten. Während am vergangenen Freitag noch zehntausende Menschen schwitzend verfolgten, wie die

deutsche Nationalmannschaft gegen Frankreich

den Sprung ins Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft schaffte, sind diesmal eher Regenjacke und Gummistiefel angesagt. Doch unabhängig vom Wetter sind die Fans sich einig: Diesmal soll es wieder mit dem Finale und anschließend endlich auch mit dem Titel klappen. Die sozialen Netzwerke quellen über vor Posts zur Partie gegen den WM-Gastgeber. Auch viele Prominente tippen auf das deutsche Team. Und die Berliner Fanmeile rüstet sich bereits für eine mögliche Weltmeisterparty. Boris Becker rechnet fest mit einem Finaleinzug der deutschen Nationalelf. "Ich glaube, dass wir zu stark sind für Brasilien", sagte der 46 Jahre alte frühere Tennisprofi in London. "Ich bin sehr beeindruckt von der Kaltschnäuzigkeit der Mannschaft. Dass sie mit wenigen Chancen erfolgreich Fußball spielt und eigentlich alte deutsche Tugenden zur Schau trägt. Die Null muss stehen." Auch der der Mainzer Bischof, Kardinal Karl Lehmann, wird sich das Spiel anschauen: "Ich freue mich, wenn Deutschland gewinnt."

Fußball WM 2014 Public Viewing in Berlin 30.06.2014

Zur Not auch im Regen - die deutschen Fans gehen zum Public Viewing

Sollte es so kommen, würde das Team von Bundestrainer Joachim Löw am Sonntag im Finale gegen Argentinien oder die Niederlande spielen. Bei einem Sieg stünde die Fanmeile am Brandenburger Tor in Berlin für eine Titelparty bereit. "Sollte der DFB es wünschen, öffnen wir zwei Tage länger", sagte die Sprecherin des Veranstalters, Anja Marx. Dann könne die Nationalmannschaft sich am Dienstag nächster Woche den Fans präsentieren. Gespräche habe es dazu bisher nicht gegeben. "Aber der DFB weiß, dass wir das gerne sehen würden." Sie gehe davon aus, dass die Mannschaft nur als Titelgewinner kommen würde. Der Deutsche Fußball-Bund wollte sich auf Anfrage nicht äußern. Zunächst wappnen sich die Fanmeilen und -feste in Deutschland aber erst einmal für den Halbfinal-Ansturm.

Tief "Michaela" spielt nicht mit

Zum Anstoß um 22 Uhr werden trotz des späten Anstoßes wieder unzählige Menschen erwartet. Nur eine spielt möglicherweise nicht mit: "Michaela". Das Tief "sorgt in den nächsten Tagen für einige Wetterkapriolen", sagte Meteorologe Simon Trippler vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Schuld daran sind unterschiedliche Luftmassen, die genau über Deutschland zusammentreffen. Besonders nordöstlich der Elbe könnten Fußballfans beim Public Viewing nass werden; auch Gewitter, Sturmböen und Hagel seien möglich. Im Westen der Republik ist dagegen "nur" starker Dauerregen angesagt. Viele Public-Viewing-Areale werden daher ihre Tore öffnen, zum Beispiel in der Bonner Rheinaue, wo sich bei jedem Spiel der deutschen Elf tausende begeisterte Fans vor einer großen Videoleinwand versammeln und ihr Team feiern. "Die Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes ist für unsere Region aufgehoben", sagte Oliver Daniels von der Veranstaltungskoordination der Stadt Bonn der Deutschen Welle. "Daher steht dem Public Viewing in der Rheinaue nichts im Wege. Die Veranstaltung findet statt."

Fußball WM Blitze über Stuttgart 07.07.2014 (Foto: dpa)

Tief "Michaela" bescherte einigen Gegenden Deutschlands bereits in der vergangenen Nacht schwere Unwetter

Auch die Veranstalter der beiden größten Fanfeste zeigten sich gewappnet und wollen die Wetterentwicklung genau beobachten. Sowohl in Berlin als auch in Hamburg seien heftigere Windböen kein Problem. Sollten aber die Besucher durch das Wetter gefährdet sein, werde das Rudelgucken abgebrochen. So mancher Spätschichtler wird sich hingegen vermutlich wünschen, im Regen das Spiel anschauen zu können. Denn während bei Volkswagen, Daimler und Audi die Bänder während des Spiels teilweise still stehen, gibt es in vielen anderen Betrieben kein fußballfrei. Immerhin laufen bei Opel in Bochum Radios in den Produktionshallen der Nachtschicht, Ford in Köln informiert die Mitarbeiter der Spätschicht auf den Bildschirmen mit Produktionsdaten über die Zwischenstände.

Ansonsten gilt: Die Produktion hat am Dienstagabend Vorrang, auch wenn in Belo Horizonte um den Einzug ins Endspiel gekämpft wird. Bleibt zu hoffen, dass auch in Brasilien die Produktion auf Hochtouren läuft - nämlich die deutscher Tore. Denn hätten am Sonntag alle Fans in Deutschland eine weitere Chance auf ein Public Viewing mit deutscher Beteiligung. Und dass dann bei deutlich besseren Wetterbedingungen.

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