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Aktuell Europa

Vorerst keine Abschiebungen mehr aus Griechenland

Nachdem am Montag rund 200 Flüchtlinge von den Inseln Lesbos und Chios per Schiff in die Türkei zurückgebracht wurden, gerät die Rückführung ins Stocken. Offenbar stellen immer mehr Menschen Asylanträge in Griechenland.

Viele der Migranten in Griechenland haben bislang keinen Asylantrag gestellt, weil sie fürchteten, dann nicht nach Nordeuropa weiterreisen zu können. Das hat sich nun nach der Einigung der EU mit der Türkei geändert. Um zumindest Zeit zu gewinnen und der drohenden Abschiebung in die Türkei zu entgehen, hätten mittlerweile vor allem auf Lesbos und Chios fast alle Flüchtlinge Asyl beantragt, erklärte die Regionalgouverneurin der Inseln, Christiana Kalogirou. Nach Angaben der deutschen Regierung beraten Nicht-Regierungsorganisation die Flüchtlinge vor Ort beim Ausfüllen der Formulare.

Es fehlen Asylentscheider

Es werde nun mehrere Tage dauern, bis die Asylanträge im Schnellverfahren bearbeitet seien, sagte Kalogirou. Erst dann könnten Menschen, deren Anträge abgelehnt wurden, in die Türkei ausgewiesen werden. Zudem fehlten weiterhin Asylentscheider. Nach Angaben der türkischen Regierung werden die griechischen Behörden erst am Freitag wieder Flüchtlinge in die Hafenstadt Dikili bringen. Die griechische Seite selbst nennt keinen konkreten Termin.

Am Montag hatten griechische Fähren 202 Migranten von den Inseln Lesbos und Chios nach Dikili gebracht. Die meisten Flüchtlinge stammen aus Pakistan und Afghanistan. Es handele sich um 191 Männer und elf Frauen - Menschen, die in Griechenland kein Asyl beantragt hätten, teilte das Ministerium für Bürgerschutz mit.

Nach einer Meldung der staatlichen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu wurden die Migranten, die aus Lesbos gekommen waren, in ein Aufnahmelager in der nordwestlichen Provinz Kirklareli in der Nähe der bulgarischen Grenze gebracht. In Dikili hatten Einwohner die Befürchtung geäußert, von dem Zustrom der Migranten überrollt zu werden.

Video ansehen 02:32

Flüchtlinge verstecken sich vor der Abschiebung

Viele Migranten untergetaucht?

Örtliche Medien berichteten, etwa 100 Migranten ohne Chance auf Asyl seien auf der Insel Chios untergetaucht. "Sie sind Migranten ohne Asylrecht und waren am Freitag aus dem Lager ausgebrochen", sagte ein Reporter dem Athener Nachrichtensender Skai. Die überwiegend aus Afghanistan stammenden Migranten wollten einer Festnahme und Rückführung in die Türkei entkommen, hieß es. Die Polizei dementierte diese Darstellung.

Der Flüchtlingszustrom nach Griechenland dauert, wenn auch etwas abgeschwächt, an: Innerhalb von 24 Stunden hätten 225 Migranten vom türkischen Festland auf griechische Inseln übergesetzt, teilte der griechische Stab für die Flüchtlingskrise mit. Am Montag waren 339 Menschen angekommen. Nach Schätzungen des Krisenstabes sind seit der Schließung der sogenannten Balkanroute gut 52 000 Flüchtlinge und Migranten in Griechenland gestrandet.

ml/pab/kle (dpa, kna, rtre)

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