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Politik & Gesellschaft

(Vorerst) kein Guttenberg-Comeback

Der frühere Verteidigungsminister zu Guttenberg kehrt auf absehbare Zeit nicht auf das politische Parkett zurück. Die Gründe dafür seien "sehr persönlicher Natur", teilte seine Partei - die CSU - in München mit.

Karl-Theodor zu Guttenberg in Brüssel (Foto: dapd)

Auftritt im Dezember: Karl-Theodor zu Guttenberg in Brüssel

Karl-Theodor zu Guttenberg bleibt der Politik vorerst fern. Der Ex-Verteidigungsminister habe ihm gesagt, dass er sich bei der Bundestagswahl 2013 nicht um ein politisches Mandat bewerben werde, erklärte der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer nach einem persönlichen Gespräch mit dem einstigen Hoffnungsträger der Partei. Guttenberg habe dafür ausschließlich persönliche Gründe angeführt. Er wolle nach seiner Plagiatsaffäre aus seinen Fehlern lernen. "Dies erfordert jedoch Zeit und Abstand, das ist die Begründung für die Entscheidung", sagte Seehofer. Es sei - aus Sicht Guttenbergs - noch nicht der richtige Zeitpunkt für ein Comeback.

"Auf lange Sicht"

Horst Seehofer (Foto: dpa)

Konnte oder wollte Karl-Theodor zu Guttenberg nicht überreden: Horst Seehofer

Laut Seehofer wird Guttenberg "auf lange Sicht" keine Einladungen zu öffentlichen Veranstaltungen in Deutschland mehr annehmen. Dies schließe auch ein, gewisse Zusagen wieder zurückzunehmen.

"Ich will mich nun neuer Aufgaben annehmen. Zuweilen werde ich mich zu außenpolitischen Themen äußern. Allerdings nicht als Politiker, sondern als politisch denkender Mensch", heißt es in einem von Seehofer präsentierten Schreiben Guttenbergs an die CSU-Mitglieder. Die vergangenen Wochen seien vielen als Comeback-Inszenierung erschienen, obgleich es nicht seine Absicht gewesen sei. In einem Ende November erschienenen Interview-Buch hatte er ein Comeback nicht ausgeschlossen. Spekulationen, Guttenberg wolle eine eigene Partei gründen, wies der ehemalige Minister zurück. "Die CSU bleibt meine politische Heimat", heißt es in seinem Brief.

Guttenberg war im März vergangenen Jahres als Minister zurückgetreten und hatte sein Bundestagsmandat und seine Ämter in der CSU aufgegeben, nachdem bekannt geworden war, dass er weite Teile seiner Doktorarbeit abgeschrieben hatte. Seit einigen Monaten lebt er mit seiner Familie in den USA. Dort nahm er ehrenamtlich einen Job bei der Denkfabrik für Strategische und Internationale Studien CSIS an. Zudem berät er seit Dezember die EU-Kommission in Fragen der Freiheit des Internets.

Politstar

Seehofer hatte wiederholt für eine Rückkehr Guttenbergs in die deutsche Politik geworben - zuletzt vor wenigen Tagen erst auf der CSU-Klausur in Wildbad Kreuth. Der 40-Jährige war in Umfragen lange Zeit der beliebteste Politiker Deutschlands, bei der Bundestagswahl 2009 hatte er das bundesweit beste Erststimmen-Ergebnis geholt.

Autor: Christian Walz (rtr, dpa, afp, dapd)
Redaktion: Rainer Esser