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Wirtschaft

Vorentscheidung bei DVD-Nachfolge

Nachdem sich der US-Filmkonzern Warner auf das DVD-Nachfolgeformat Blu-Ray festgelegt hat, scheint die Diskussion um die Zukunft der hochauflösenden optischen Medien entschieden - vielleicht kommt der Schritt zu spät.

Hand legt silber schimmernde runde Scheibe in ein Laufwerk (Quelle: dpa)

Ab in den Kasten: HD DVD ist ins Hintertreffen geraten

Der fränkische Spezialmaschinenhersteller Singulus profitiert von Neuigkeiten aus Hollywood. Nach der Entscheidung von Warner, Filme künftig nur noch im Blue-Ray-Format anzubieten, erwartet das Unternehmen aus Kahl am Main bei Aschaffenburg eine Auftragswelle für seine Maschinen. Singulus ist weltweit einer der wenigen Anbieter von Anlagen zur Produktion optischer Speichermedien. "Wir rechnen mit den ersten großen Aufträgen im zweiten Quartal", sagte Unternehmenschef Stefan Baustert. Die Singulus-Aktie war am Montag (7.1.2008) mit einem Kurssprung von 21 Prozent weitaus größter Gewinner im Technologiewerteindex TecDax.

Frau im roten Kleid steht neben einem Flachbildschirm (Quelle: dpa)

Filme im hochauflösenden Blue-Ray-Format lassen sich nur auf neueren Flachbildschirm-TVs wiedergeben

Warner ist der weltgrößte Verkäufer von DVD-Filmen. Durch die Entscheidung seien die Chancen auf einen Durchbruch dieses Formats im Wettstreit um die Nachfolge der DVD gestiegen, sagte ein Singulus-Sprecher. Bislang verkauft Warner Filme in hoher Auflösung auch im Konkurrenzstandard HD DVD. Mit der Festlegung auf das Blu-Ray-Format stehen nun Warner, Sony, Disney und 20th Century Fox hinter dieser Technologie. Das HD-DVD-Format für Videos in hoher Auflösung wird in Hollywood nur noch von zwei großen Studios – Universal und Paramount – unterstützt.

Konkurrenz: HD DVD verbraucherfreundlicher

Der Toshiba-Konzern, der das HD-DVD-Format entwickelt, will sich trotz des Rückschlags im Kampf um die Nachfolge der DVD nicht geschlagen geben. "Wir glauben weiter fest, dass die HD-DVD mehr den Bedürfnissen der Verbraucher entspricht", sagte Toshiba-Vorstand Akio Ozaka am Sonntag auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas. Außerdem habe die Firma beim Verkauf von HD-DVD-Spielern im letzten Quartal einen Rekord verbucht.

Sony, das das Blu-Ray-Format mitentwickelt hat, hielt dem entgegen, dass im vergangenen Jahr doppelt so viele Blu-Ray-Discs wie HD-DVDs verkauft wurden. Die Firma zeigte sich siegesgewiss: Die Entscheidung von Warner werde den Sieg von Blu-Ray beschleunigen, sagte der US-Chef von Sony, Howard Stringer.

Entscheidung zu spät?

Dies sehen auch Experten so: "Die Würfel sind gefallen", kommentierte Analyst Rob Enderle den Punktsieg von Blu-Ray. Gleichzeitig könne es aber auch ein wenig zu spät sein. Die Verbraucher hätten sich aufgrund des langen Kampfes um das Format der Zukunft mit ihren Käufen zu lange zurückgehalten – und würden jetzt unter Umständen eher auf Internet-Downloads zurückgreifen. So seien schon 2007 die DVD-Verkäufe in den USA um drei Prozent zurückgegangen, hob Enderle hervor.

Frontale Nahaufnahme einer DVD-ähnlichen Disk, Im Hintergrund ein Frauengesicht, welches mit einem Auge genau durch die mittige Aussparung der Disk schaut (Quelle: dpa)

Auf die von Warner favorisierte Blue-Ray-Disk passen bis zu zehn Mal mehr Daten als auf eine DVD

HD-DVD und Blu-Ray sollen die Nachfolge für die herkömmliche DVD antreten, da sie deutlich mehr Speicherplatz bieten. Verbraucher können damit hochauflösende Filme erstehen, die sie allerdings auch nur auf Fernsehern der neuesten Generation mit dem Label "HD ready" oder "Full HD" sehen können. (rri)

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