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Wirtschaft

Vorbild Dänemark?

Dänemarks Wirtschaft geht es blendend, die Staatsfinanzen sind in Ordnung, die Arbeitslosenquote liegt knapp über fünf Prozent. Das war bei weitem nicht immer so.

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Die neue Regierung will die Staatsausgaben drosseln

Wovon die Politiker in Deutschland träumen, Dänemark hat es geschafft. Die Zahl der Arbeitslosen konnte in den vergangenen Jahren um die Hälfte verringert werden. Derzeit sind 142.000 Menschen arbeitslos gemeldet, das sind 5,1 Prozent. 1993 lag die Quote noch bei 10,2 Prozent. Das dänische "Jobwunder" beruht auf zwei Kernelementen der Kopenhagener Arbeitsmarktpolitik: Mehr Rechte und Pflichten für Arbeitslose und der sogenannten "Job-Rotation".

Die Erfolge der dänischen Arbeitsmarktpolitik gingen nicht zu Lasten der großzügigen staatlichen Sozialleistungen. Das hohe Arbeitslosengeld wurde nicht gekürzt, nach wie vor erhalten Arbeitslose bis zu 90 Prozent ihres alten Lohnes.

Vertrag von Arbeitsamt und Arbeitssuchenden

Allerdings müssen sich Arbeitslose in Dänemark an feste Regeln halten, wenn sie Anspruch auf staatliche Sozialleistungen haben wollen. Zwischen dem Arbeitssuchenden und dem Arbeitsamt wird ein Aktionsplan vereinbart. Lehnt jemand wiederholt zumutbare Arbeit ab, wird ihm das Arbeitslosengeld gestrichen. Langzeitarbeitslose erhalten nach spätestens zwei Jahren ein zeitlich begrenztes Job-Angebot, das sie annehmen müssen. Für Jugendliche ohne Berufsausbildung gelten strengere Regelungen. Nach einem halben Jahr müssen sie in eine Qualifizierungsmaßnahme. Brechen sie vorzeitig ab, wird ihre Arbeitslosenunterstützung gekürzt.

Sprungbrett "Job-Rotation"

Die "Job-Rotation" als Element dänischer Arbeitsmarktpolitik verknüpft die Weiterbildung von Arbeitnehmern mit der Qualifizierung von Arbeitslosen. Während fest Beschäftigte ihr Wissen in einjährigen Weiterbildungskursen auffrischen oder erweitern, nimmt ein Arbeitsloser solange ihre Stelle ein. Dadurch erhalten Arbeitssuchende wieder Kontakt zur Berufswelt und nicht selten sogar eine Festanstellung. Inzwischen hat sich die "Job-Rotation" als Sprungbrett für Arbeitslose in eine dauerhafte Beschäftigung etabliert.

Trotz der Erfolge beim Abbau der Arbeitslosigkeit in Dänemark, muss sich erst noch zeigen, ob der Rückgang dauerhaft ist. Denn in den neunziger Jahren machte sich sicherlich auch die gute Konjunktur positiv auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Außerdem hat die bürgerliche Regierung angekündigt, die öffentlichen Ausgaben senken zu wollen.

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  • Datum 09.04.2002
  • Autorin/Autor Pia Gram
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  • Permalink http://p.dw.com/p/1xXp
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