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Afrika

Vorbereitung und Vorfreude auf die WM

2010 werden die Augen der Welt auf Südafrika gerichtet sein. Dann nämlich, wenn am Kap die erste Fußballweltmeisterschaft auf afrikanischem Boden ausgetragen wird. Die Vorbereitungen laufen jetzt schon auf Hochtouren

WM Stadion (DW)

So soll es mal aussehen, Südafrikas WM-Stadion "Soccer City"

"55.000 Sitzschalen montiert, der Rasen wird in drei Wochen ausgesät und vom Dach stehen bereits die Innen-, und ein Teil der Außenkonstruktion. Alles läuft prima, bis September, Oktober spätestens sind wir fertig." Prima machen würde sich Mike Moody auch als Sprecher von Südafrikas WM-Komitee, dem Personalquerelen und arrogante Pressearbeit nachgesagt werden. So aber ist Moody der Bauleiter von "Soccer City", Südafrikas größtem und eindrucksvollstem WM-Stadion. 94.000 Besucher fasst der Bau, der mit der bunten, gewölbten Außenhaut der Münchener Allianz-Arena ähnelt und Schauplatz der Eröffnungszeremonie und des Endspiels in Johannesburg sein wird. "Soccer City" ist kein Neubau, wie sie ihn an einigen anderen Spielstätten auf die grüne Wiese gestellt haben.

Lohnen sich die Neu- und Umbauten der Stadien?

Hier, im alten First-National-Bank-Stadion, kurz FNB-Stadion, tragen sonst Südafrikas Topmannschaften, wie die "Orlando Pirates" oder die "Kaizer Chiefs" ihre gefürchteten Duelle aus. Sie müssen jetzt herhalten, wenn es um die Nachhaltigkeit der teuren Neu- und Umbauten der Stadien geht. So auch in der von Kritikern und Befürwortern heftig diskutierten Frage, ob die 200 exklusiven VIP-Logen auch nach den Spielen gefüllt werden können.

Soccer City (DW)

Bis Dezember 2009 soll "Soccer City" fertig werden

"Das bestbesuchte Spiel der Pirates hat 110.000 Zuschauer angelockt. Die werden die Bude voll machen. Und dann haben wir ja auch noch Rugby. Ich sehe schon die britischen 'Löwen' oder die neuseeländischen 'All Blacks' gegen unsere 'Springböcke' spielen", sagt Mike Moody. Ein weiterer Knackpunkt sind die Ticketpreise. Kritiker behaupten, dass die Mehrheit der 'wahren' Fußballfans Schwarze mit niedrigem Einkommen seien, die durch die hohen Preise ausgeschlossen würden. Mike Moody geht jedoch davon aus, dass die Entscheidung der FIFA, 700.000 Tickets zum Vorzugspreis von 140 Rand, also etwa 11 Euro zu verkaufen, eine gute gewesen sei und sich die Fans trotz Rezession auf die Tickets stürzen werden. Schon jetzt übersteige die Ticketnachfrage alle Erwartungen, so der Soccer City-Chef. Von seinem Büro aus, das in Sichtweite des imposanten Stadionbaus liegt, koordiniert Moody die 3000 Bauarbeiter. Die meisten kommen aus dem benachbarten Soweto, dem größten Township Südafrikas.

Fußball vereint ganz Afrika

Fußballer (dpa)

Fußball ist der Sport Nummer eins in den südafrikanischen Townships

Für Moody ist das Stadion ein symbolischer Ort und seine ganz persönliche Motivation für die Spiele 2010: "Wenn Sie sich an die Rugby-Weltmeisterschaft 1994 erinnern – die hat Südafrika ein gehöriges Stück nach vorne gebracht. Eine Fußballweltmeisterschaft – also das größte Turnier überhaupt – kann die Versöhnung nur vorantreiben: Jeder Südafrikaner, mit dem ich gesprochen habe, egal welcher Hautfarbe, Religion oder ethnischen Zugehörigkeit, unterstützt von ganzem Herzen diese Spiele in Afrika, nicht nur in Südafrika."

Autor: Ludger Schadomsky, Redaktion: Michaela Paul/chr

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