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Fußball

Vorbereitung oder Marketing?

Der Ball ruht in den europäischen Top-Ligen - es ist Sommerpause. Die Vereine nutzen die fußballlose Zeit zur Vorbereitung auf die neue Saison. Doch einigen Clubs scheint es mehr ums Marketing zu gehen.

Die eingefleischten Fußball-Fans machen in diesen Tagen das, was sie immer machen im Sommer, jedes Jahr wieder: Sie zählen die Tage bis es endlich wieder losgeht! Bis der Ball endlich wieder rollt, die ach so leidige fußballlose Zeit - genannt Sommerpause - endlich ein Ende hat.

Doch was machen eigentlich die Fußball-Clubs? Traditionell nutzen sie diese Zeit zum Urlauben, Regenerieren und zur Vorbereitung auf die neue Spielzeit. Das geschieht in den allermeisten Fällen in ausgesuchten Trainingslagern unter professioneller Betreuung in exquisiter Umgebung. Viele deutsche Top-Vereine planen sogar,  zwei Mal ins Trainingscamp zu gehen, schließlich gilt es die mit 109 Tagen längste Sommerpause der Bundesliga-Geschichte einigermaßen zu überbrücken. Während sich die meisten deutschen Teams dazu mehrheitlich in relativer Heimatnähe aufhalten, zieht es die europäischen Topclubs auf Weltreise.

Weit weg - der Vermarktung wegen

Und die großen Vereine, die zur Vorbereitung in die Ferne schweifen, werden immer mehr. Kuala Lumpur, New York, Shanghai: Verlockender können die Reiseziele kaum klingen. Wo andere Urlaub machen, schwitzen Fußballstars wie Cristiano Ronaldo oder Frank Lampard. Die teils exotischen Fernreisen vom FC Chelsea, AC Mailand oder Real Madrid haben in der Regel ein Ziel: die bessere Vermarktung der Clubs. Konkrete Angaben, etwa zu Antrittsgagen für Showspielchen, machen die Vereine nur ungern.

Son Heung-Min (r.) vom HSV feiert mit Jeffrey Bruma (M.) und Michael Mancienne nach dem Gewinn des Peace Cups. (Foto: dpa)

Auch so geht Vorbereitung: HSV-Spieler jubeln in Südkorea über den Peace Cup und den Sieger-Scheck

Immerhin drei Bundesligaclubs reihen sich in diesem Sommer in die Liste der Weltenbummler ein: Bayern München und der VfL Wolfsburg nutzen ihre Reisen nach China, um PR in eigener Sache zu betreiben. Für den Hamburger SV lohnte sich da sogar der weite Trip nach Südkorea: Rund 1,2 Millionen Euro nahmen die klammen Hamburger jüngst mit dem Sieg beim Peace Cup ein. Der gemeine Fußball-Fan kann sich da nicht der Befürchtung entziehen, dass man später wieder von müden Profis lesen wird, die der großen Belastung ihres Sports Tribut zollen müssen und deshalb nicht richtig in die Gänge kommen.

Heimatnähe - der Vorbereitung wegen

Allerdings nimmt man den weitaus meisten deutschen Clubs ab, dass sie die fußballlose Zeit auch als Vorbereitungszeit nutzen und nicht versuchen, marketingtechnisch das Optimum herauszuholen. 14 der 18 Erstligisten trainieren im Nachbarland Österreich, um fit zu sein für die 50. Jubiläums-Saison der Fußball-Bundesliga. Großer Reisestress soll ausdrücklich vermieden werden.

Meister Borussia Dortmund bereitet sich in Österreich und der Schweiz vor, auch Bayer Leverkusen hat sich für die Schweiz entschieden. Borussia Mönchengladbach und der VfB Stuttgart halten ihre Übungseinheiten sogar im eigenen Land ab. Werder Bremen sucht die Abwechslung: Deutsche Nordseeküste, Österreich und Süddeutschland sind die Stationen der Trainingslager-Tour.

Wer dann besser vorbereitet ist - die Weltenbummler oder die Heimatverbundenen - wird sich spätestens in rund vier Wochen zum Start der neuen Saison zeigen. Dem Fußball-Fan bleibt bis dahin, neben dem Runterzählen der Tage, nur die Hoffnung, dass sein Verein alles richtig gemacht hat.

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