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Global Ideas

Vor der Linse

Die ersten Bilder der Erde aus dem Weltall, das erste Fahrrad der Welt, Müllprobleme im Mittelmeer, eine Meerenge, die sich verfärbt, und kontroverse Abholzungsgesetze - unser Blick auf die Umweltnachrichten der Woche.

1946 schossen amerikanische Wissenschaftler eine von den Nazis gebaute V2-Rakete in den Himmel und machten die ersten Fotos der Erde aus dem Weltraum. Das körnige Schwarz-Weiß-Foto zeigt Wolken und lässt die Umrisse des Landes geradeso erahnen. Die Weltraumfotografie hat sich in den 70 Jahren seitdem gehörig weiterentwickelt. Inzwischen liefern Satelliten wie der Copernicus Sentinel der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) wunderschöne, detaillierte Fotos in Farbe. Solche Satelliten überwachen die Auswirkungen des Klimawandels vom Schmelzen der Gletscher in Argentinien bis zum ansteigenden Meeresspiegel im küstennahen Amsterdam. Das Foto oben zeigt den MacKay-See in Australien. Der Salzsee taucht nur auf, nachdem es geregnet hat, und liegt in der Großen Sandwüste im Nordwesten des Landes. Der ESA zufolge zeigen die Grün- und Blautöne Wüstenvegetation, Algen, Bodennässe und Mineralien. Weitere Bilder von oben gibt es in diesem kurzen DW-Bericht

1817 erfand Baron Karl von Drais das erste Fahrrad der Welt. Die Draisine (im Bild) hatte keine Gummireifen oder Pedale und wog 30 Kilogramm. Um sie in Bewegung zu setzen, muss man einen Fuß auf dem Boden behalten und sich mit dem anderen abstoßen. Viele Städte verboten das Gefährt, und es war kein Verkaufsschlager, aber es löste eine Revolution im Denken aus. Ende der 1880er Jahre wurde schließlich das moderne Fahrrad geboren.

Aktivisten zufolge wird von der Küste des Libanon aus Rohmüll ins Mittelmeer geworfen, der die Meerestiere und -pflanzen tötet. Der Müll wird seit etwa einem Jahr tagtäglich ins Meer geworfen und die darin enthaltenen flüssigen Schadstoffe zerstören das Leben. Videobeweise, die auf sozialen Medien verbreitet wurden, verdeutlichen das Problem. Auch Fischer haben Bilder von treibendem Müll und toten Fischen gemacht, sagt das "Lebanon Eco Movement", eine Allianz von NGOs. Der Libanon hat schon lange ein Abfallmanagementproblem. Im Sommer 2015 kam es zu Protesten auf den Straßen von Beirut, als die Regierung die Müllabfuhr aussetzte. Im März 2016 lösten die Behörden das Problem, indem sie den Müll auf Müllhalden an der Küste verlagerten. 

Anfang dieses Jahres haben Parlamentarier in Polen ein Gesetz eingebracht, das es Grundbesitzern erlaubt, alte Bäume zu fällen, um Platz für Wohn- oder Geschäftsgebäude zu schaffen. Umweltaktivisten sagen, das Ergebnis sei ein Kettensägenmassaker gewesen - selbst in Schutzgebieten. Das Gesetz bekam den Spitznamen Lex Szyszko, benannt nach Polens umstrittenem Umweltminister Jan Szyszko. Kritiker sagen, er sei auf der Seite der Forstwirtschaft. Es hagelte viel Kritik vergangenes Jahr, als er eine großflächige Abholzung im Białowieżawald erlaubte, einem der letzten Stücke des Urwalds, der sich einstmals über große Teile Europas erstreckte und in dem heute wieder Bisons leben.

In den sozialen Medien kam es vergangene Woche zu einem lebhaften Austausch unter den Einwohnern Istanbuls. Dabei ging es um die Frage, wieso sich das typische Blau des mächtigen Bosporus plötzlich in ein milchiges Türkis verwandelt hat. Waren dort Schadstoffe ausgelaufen oder hatte das mit dem kürzlichen Erdbeben zu tun? NASA Wissenschaftler haben der Diskussion nun ein Ende gesetzt. Die Farbveränderung geht auf ein plötzliches massives Auftreten von Kalkflagellaten zurück, einer Art von Phytoplankton aus dem nahe gelegenen Schwarzen Meer. "Dieser spezielle Organismus wird von einer weißen Schicht Kalziumkarbonat umhüllt, und wenn sie in großen Mengen auftreten, schimmert das Wasser milchig", sagte die NASA gegenüber AFP.

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