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Politik

Vor dem Spiel ist nach dem Spiel

Das war nicht unsere Woche hier in Berlin: Gegen die Letten können wir nicht gewinnen, aber gegen eine tschechische B-Truppe verlieren. Und dann dieser tränenreiche Abgang. Das hat der Rudi wirklich nicht verdient!

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Das Aus für die teutonische Gurkentruppe bewegt natürlich auch die Berliner Journalisten - Hartz IV hin, Haushalt her. Kein Wunder, liegen doch deutscher Fußball und Bundespolitik so nah beieinander. Beide überzeugen durch ihre Zweitklassigkeit: Es fehlt an geordnetem Spielaufbau, an sicherer Ballannahme und an erfolgreichem Abschluss.

Der Rudi und der Gerhard haben ein Stürmer-Problem. Und zwar kein kleines. Die BILD-Zeitung hat dankenswerter Weise genauer recherchiert und kommt zu dem Ergebnis: Sowohl die Rumpeltruppe als auch das rot-grüne Kabinett sollten in den Schlüsselpositionen mit neuen Spielern besetzt werden. Allein Außenminister Joschka Fischer ("Eine sichere Bank") und der Mann für´s Innenressort Otto Schily ("Der Platz-Senior, 71") bekamen eine gute Note. Der Rest: Raus!

Traurige Führungsriege

Weil Nationalelf und Regierung eben untrennbar miteinander verbunden sind äußerte sich auch fast die gesamte politische A-Riege zur Portugal-Pleite. Der Kanzler lud eigens zum Statement in sein Amt um diktierte den bedröppelten Journalisten in die Blöcke: Er sei traurig. Ach herrje! Und wir dachten schon, er würde Rudi Nationale in sein Kabinett berufen. Für den kränkelnden Verteidigungsminister Peter Struck (laut BILD auf der Reservebank) zum Beispiel.

CDU-Chefin Angela Merkel ließ sich die glänzende Vorlage aus dem deutschen Mannschaftsquartier natürlich nicht nehmen: "An der Konsequenz, mit der Rudi Völler seinen Rücktritt bekannt gegeben hat, sollte sich die Bundesregierung ein Beispiel nehmen", verlangte sie. Und muss wohl auch noch ein wenig üben in Sachen Überraschungs-Angriff. Aufmunternde Worte fand der scheidende Bundespräsident für den geschiedenen Teamchef: "Nach dem Spiel ist vor dem Spiel", schrieb der Rau dem Völler. Danke, Johannes.


Betroffenheit an allen Fronten
Und gar "betroffen", so vermeldet die Deutsche Presse Agentur, äußerte sich der sportpolitische Sprecher der FDP, ein Vertreter allerdings des bundespolitischen B-Kaders: "Fußball ist gnadenlos," kritisierte Detlef Pfarr. Was er nicht sagte: Das hat der Ballsport mit den Wählern gemein.