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Von Tätern und Opfern...

DW-WORLD-User beschäftigte in der vergangenen Woche der Folter-Skandal im irakischen Gefängnis Abu Ghraib. Darf man foltern? Und: Darf man die Folter-Bilder veröffentlichen?

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Irak: Ausnahmen im Folterverbot?


Wer soll das bestimmen? Einmal eine Ausnahme "dafür" - einmal eine Ausnahme "hierfür".
Dort aber dann doch nicht... Die eine Regierung "darf", die andere "darf" wieder nicht. Von was reden wir hier überhaupt? Von einer Sache? Wir reden von Menschen, egal wo auf welcher Seite dieser Welt, diese Menschen leben. Wer so argumentiert, ist wohl nicht in unserer zivilisierten Welt im 21. jahrhundert angekommen. Was die Bush-Regierung diesen Menschen angetan hat, ist nur noch zu vergleichen, mit den Praktiken des Mittelalters. Diese Regierung hat viel dazu beigetragen, dass man sie wohl noch mehr hassen wird in der arabischen Welt. Bei Folter darf es keine Ausnahmen geben. Wenn Menschen verbrechen begangen haben, soll man sie dafür bestrafen, den Straftaten entsprechend. Man darf sie aber niemals foltern, und wie in diesem Falle beabsichtigt, die irakische Kultur so missbrauchen, dass man diesen Menschen die würde nimmt, sie demütigt, sie verletzt, oder sogar bis zum Tode foltert. Und dann bei Bekanntgabe der Tatsachen, heuchelt, es seien Einzelfälle. Keine Entschuldigung, kann diese Taten rückgängig machen. (Michael Aschoff)


Weder Kriminelle noch Kriegsgefangene werden normalerweise in einem Rechtstaat oder mit Hilfe von internationalen demokratischen Institutionen gefoltert. Wenn es doch passiert, ist dies auch eine kriminelle Handlung des Staates. Besonders,im Laufe des letzten 50 Jahren sind die internationalen Spielregeln mit Bezug auf Menschenrechte ganz deutlich geworden und besonders von allen westlichen Demokratien akzeptiert. Dazu kommt, dass die Menschenrechte in dem nationalen Recht jedes Landes sowie international via UN-Konventionen politisch und juristisch verankert ist. Wer hat das Recht zur Rechtsbeugung? Wie denken sich die Herren eine zukünftige UN-Teilnahme bei dem Aufbau einer Demokratie im westlichen Sinn in Irak? Kann ein Feind der Demokratie auch unter Umständen straffrei seine Gegnern foltern? (Rolf Rasch)

Es sollte keine Ausnahmen des Folterverbotes geben. Jeder, der Folter mit vorangegangenen
Gewalttaten entschuldigt, ist schlimmer als der Verursacher. Gewalt entsteht oft aus einer aufgeladenen Situation, Folter ist kalt, methodisch, geplant ausgeführt. Es ist staatlich sanktionierter Sadismus. Einzuordnen als Perversion an Opfern; an Opfern, die unter dem Schutz der Genfer Konvention stehen. Noch perverser wird es, wenn die verantwortliche Militärführung von gerechtfertigten Methoden spricht. (Helga Beyer-Laurvig)

Eine traurige Wahrheit ist, dass die USA schlecht vorbereitet in den Krieg gegen Saddam Hussein gegangen ist. Kurz zuvor hat sie sich noch Unantastbarkeit ausgehandelt indem sie dem Internationalem Strafgerichtshof in Den Haag nicht beigetreten sind. Die USA sind in der Lage nun selbst über ihre Folterknechte zu urteilen. Ob das reicht ist fraglich. Das irakische Volk würde wohl lieber ihre Peiniger vor ein irakisches Gericht gestellt sehen als vor ein amerikanisches. Wird das Strafmaß nicht zur Zufriedenstellung der Irakis erfüllt, wird wohl die noch immer populäre Blutrache im Irak für Recht auf seine Weise sorgen. Ganz nach dem Motte der 3. Welt: das Recht ist nur für die Reichen da! (Benjamin Schulteß, München)

Folterungen dürfen niemals verharmlost werden. Niemals darf es Ausnahmen des Folterbotes geben, nirgendwo auf der Welt! Ich unterstütze seit Jahrzehnten Amnesty International und hoffe, dass wir Bürger der westlichen Welt endlich die Verletzungen der Menschlichkeit, die weltweit geschehen, begreifen und endlich handeln werden. Ich bin sehr froh, dass sich der Papst so deutlich gegen den Irakkrieg und die Menschenrechtverletzungen dort ausspricht und wünschte wir alle würden dasselbe tun. Wir brauchen wieder Achtung und Respekt für den/die anderen. Unser Grundgesetz beruht darauf. (Marina Alvisi, Berlin)

Foltermethoden bei Kriegsgefangenen sind nach meiner Ansicht grundlegend abzulehnen. Kein Soldat der Welt kann sonst noch für eine Gesellschaft, und sei es für die vermeintlich edelsten Motive ins Feld geschickt werden. Sanfte Formen der Folter ohne bleibende Schäden für die Betroffenen, (z.B. Schlafentzug für begrenzte Zeit) halte ich für denkbar, wenn durch die Anwendung unmittelbar unschuldiges Leben, etwa bei einer Entführung von Kindern, geschützt werden kann und dies nicht auf Einzelentscheidungen ohne richterliche Vollmacht beruht. (K. Müller-Sämann)

Folter im Irak: Eskalation der Bilder


Die Erklärung der US-Regierung, dass man die Bilder der Folteropfer zurückhält um die Persönlichkeitsrechte der Opfer nicht zu verletzen, ist eine Beleidigung für die Menschen, und deren Rechte. Wenn man so rechtstreu wäre, gäbe es weder die Folterungen, noch die Bilder davon. Wer hier perfide Wortspiele und zu welchem Zweck betreibt, weiß ich nicht, aber es zeigt, dass es gezielte Desinformation ist. Aber nicht aus Dummheit, sondern aus Raffinesse. (Rainer Helmbrecht)

Alle die diese Art von Bildern konsumieren und die, die damit Ihr Geld verdienen oder sie einsetzen um gewisse Ziele zu erreichen tragen ein Mitschuld. Manchmal geht der Schuss nach hinten los und der Gegner bedient sich derselben Waffen. (Tassler)

Wenn hier die Schuldfrage angeschnitten wird, so kann man davon ausgehen, alles was technisch möglich ist, wird von der Gesellschaft genutzt werden. Auch die Atombombe lässt sich nicht mehr zurück in eine Flasche verstöpseln. Die Gesellschaft ist im Laufe der Jahrhunderte wohl nicht humaner geworden, man denke an die öffentlichen Hinrichtungen auf Marktplätzen und das Volk johlte. Fazit: Jede Gesellschaft bekommt die Medien, die sie verdient. (H. Füllgraff)

In einer kriegerischen Auseinandersetzung (und entgegen der Behauptungen seitens George W. Bush dauert der Krieg im Irak noch an) werden zumindest partiell grundlegende Normen menschlichen Zusammenlebens außer Kraft gesetzt. Dies war nie anders und wird sich auch künftig nicht ändern. Dies liegt zum einen an der von Angst und Verzweiflung geprägten Lebenssituation der am Konflikt beteiligten Individuen, deren Lebenswelt von Außenstehenden nicht im Ansatz nachvollzogen werden kann, zum anderen am taktischen Kalkül der "Kriegsherren", die nichts auslassen den Konfliktgegner (inkl. Zivilbevölkerung) zu demoralisieren. Ob Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki, Vergewaltigung oder Folter und öffentliche Hinrichtungen (Mord ist wohl das bessere Wort)- Sie gehören zur hässlichen Fratze des Krieges, und keine Genfer Konvention kann daran etwas ändern. Somit reduziert sich die Frage nach den Schuldigen an solch dämonischen Eskalationen. Wer nicht alles tut, um einen Krieg zu verhindern nimmt auch ALLE mit dem Krieg verbundenen Erscheinungen billigend in Kauf. Man kann angesichts der Anschläge vom 11.Sebt. und der Schreckensherrschaft Sadam Husseins einerseits Verständnis für das amerikanische Militärengagement entwickeln, andererseits ist es irritierend wenn Amerikaner und ihre Verbündeten immer noch glauben (oder uns glauben machen es sei so), dass endlich ein sauberer Krieg gemäß internationaler Regularien geführt werden könne. Nach meiner Ansicht gibt es also viele Schuldigen, nämlich Alle, die nicht mit allen Mitteln an einer Deeskalation arbeiten, sondern getrieben von Hass, fundamentalistischem Fanatismus, Rache und anderer Interessen die Spirale der Gewalt weitertreiben. (Andreas Schmidt-Lauter)

Wer ist schuld an der Eskalation der Bilder? Die Politik, die Minus-Moralmaßstäbe liefert und die jungen Menschen wie zu allen Zeiten in den Krieg schickt. Anstatt mit Worten und Argumenten zu streiten, werden junge Menschen dazu missbraucht, schmutzige Politik mit Gewalt zu ermöglichen. Das Stanford-Gefängnis-Experiment zeigt, was passiert, wenn man rechtschaffene Menschen an einen Ort des "Bösen" bringt! Nicht der einzelne Soldat, nein die Politik, die diese Situation geschaffen hat, ist schuld an der Eskalation der Bilder und der gesamten Abstumpfung. (Gunter Ebersbach)

Olympia-Aus für Leipzig


Wir haben in den vergangenen 14 Jahren über 1250 Milliarden Euro an den Osten gezahlt, irgend wann muß einfach mal ein Ende sein. Wenn diese Entscheidung so gefallen ist leistet sie einen gewaltigen Beitrag zu Kostensenkung der Deutschen Einheit. Schauen Sie sich einmal Städte wie Duisburg, Bochum oder Hamburg an. Abseits dieser Hauptstraßen erkennen Sie mittlerweile große Not in den Städten und Kommunen die durch die Umverteilung der Kapitalien durch den Länderfinanzausgleich resultiert. Wer hätte den diese Veranstaltung finanziert wen nicht der Westen Deutschlands mit weiteren Einsparungen. )Stephané Garmhausen)

Als Bürger der Stadt bedaure ich in erster Linie den Wegfall des Investitionsschubs, der Verbesserung der Infrastruktur für die gesamte ostdeutsche Region. Im Übrigen beweist diese Entscheidung, wie hohl und verlogen das Geschwätz der IOC-Funktionäre vom angeblichen "Weg vom Gigantismus" ist, genau das und weniger der Sport ist das Ziel. Schade um Leipzig? Schade um Olympia!! (Rudolf Toischel)

Anmerkung in eigener Sache:

Wir freuen uns über jede Zuschrift, aber wir können nicht alle Leserbriefe veröffentlichen. Aus redaktionellen Gründen behalten wir uns Kürzungen vor. Die Inhalte entsprechen nicht unbedingt der Meinung der Redaktion.

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  • Datum 22.05.2004
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  • Permalink http://p.dw.com/p/554E
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