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Bildung

Von Studierenden und Nachtwächtern

Einen Schönheitspreis gewinnt die alte Arbeiterstadt Bochum wohl nicht, dafür punktet sie mit einem lebendigen Kulturangebot, der besten Currywurst im Ruhrgebiet und einer Kneipenlandschaft, die sich sehen lassen kann.

Blick in das 'Bermuda-Dreieck', eine Kneipenmeile in Bochum (Foto: Lutz Leitmann/ Stadt Bochum, Presseamt)

Das "Bermuda-Dreieck" lockt Tausende Nachtschwärmer an.

Im Herzen der Stadt auf dem Husemannplatz warnt ein Skulpturenbrunnen davor, was faulen Studierenden drohen kann: Mit Grausen wenden sich die in Bronze gegossenen Professoren vom Examenskandidaten Hieronymus Jobs ab, denn der weiß keine einzige Frage zu beantworten - so endet der Student als armer Nachwächter. Die als "Jobsiade" bekannt gewordene Geschichte spielt um 1800, doch noch heute später zeigen Erstsemester-Betreuer dem akademischen Nachwuchs bei Stadtführungen gerne, was mangelnder Fleiß bewirken kann.

Verschollen im Bermuda-Dreieck

Eine berechtigte Warnung, denn Gerüchten zufolge sollen einige Studierende mehr Zeit im sogenannten Bermuda-Dreieck als auf dem Campus verbringen. Die Kneipen- und Restaurantmeile im Zentrum Bochums lockt täglich Tausende von Nachtschwärmern an.

Dort, mittendrin, gibt es im Bratwursthäuschen am Engelbertbrunnen die "echte Dönninghaus", die bekannteste Currywurst der ganzen Region. Einheimische allerdings meiden die Meile, gehen lieber ein paar Straßen weiter, da schmeckt das Bochumer Bier aus der Brauerei "Fiege" mit dem unverwechselbaren Bügelverschluss genauso gut - ist aber billiger.

Party machen kann man im "Riff" oder in der "Zeche", und das "Kulturzentrum Bahnhof Langendreer" hat sich als Zentrum der alternativen Szene etabliert. Performances, Konzerte, Theater und Feuerwerk bietet im Sommer die sogenannte "Extraschicht": 20 Ruhrgebietsstädte sorgen eine Nacht lang für Kultur pur im Revier.

Apropos kostengünstig

Besucher auf dem Gelände des westfälischen Industriedenkmals 'Zeche Hannover' in Bochum (Foto: dpa)

Die "Zeche Hannover", ein Monument der Industriekultur

Wer auf den Spuren des alten Bochums wandeln möchte, entdeckt neben Monumenten der Industriekultur auch ein paar historische Bauten und Kleinode, ansonsten dominieren reizlose 1950er-Jahre-Bauten. Erst auf den zweiten Blick offenbart Bochum seine Reize: Die einst graue und dreckige Stadt hat sich zu einem lebendigen Ort mit vielen grünen Oasen entwickelt. Besonders erfreulich: Die Mieten sind hier niedrig und auch sonst lebt es sich recht günstig. Mit dem "NRW-Semesterticket" des öffentlichen Nahverkehrs können Studierende kostenlos nicht nur Bochum, sondern ganz Nordrhein-Westfalen erkunden.

Ein Herz für den Sport

Zugegeben: Im Fußball ist der VfL Bochum nicht ganz so erfolgreich wie die Vereine Borussia Dortmund und Schalke 04, die großen Rivalen. Trotzdem sind die Heimspiele ein absolutes Muss für die Fans, denn Fußball und Ruhrgebiet gehören einfach zusammen. Aber auch in anderen Sportarten kommt man auf seine Kosten. Direkt vor den Toren der Stadt liegt der Kemnader See, hier kann man schwimmen, segeln, wandern oder einfach nur Natur genießen. Fahrrad-Fans schwören auf den "RuhrtalRadweg" oder die Erzbahntrasse, und für Kletter-Begeisterte ist in der ehemaligen "Zeche Konstantin" das Kletterzentrum ″Neoliet″, die größte Kletteranlage der Metropole Ruhr, ein Highlight.


Autorin: Suzanne Cords
Redaktion: Stephanie A. Hiller