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Politik

Von Stockholm bis Johannesburg

Seit Jahrzehnten vereinbaren Politiker auf internationalen Umweltkonferenzen Erklärungen, Abkommen und Verträge. Erfolge gab es unter anderem beim Schutz der Ozonschicht und gegen den Handel mit bedrohten Tierarten.

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"Blume des Jahres 2002": das Hain-Veilchen (Vilola riviniana)

Nachfolgend einige der wichtigsten Umweltkonferenzen seit 1972:

STOCKHOLM 1972 - Erste Umweltkonferenz der Vereinten Nationen: In Stockholm wird ein Aktionsplan zur internationalen Zusammenarbeit gegen Umweltverschmutzung verabschiedet. Die Konferenz macht die Entstehung eines neuen Umweltbewusstseins deutlich.

WASHINGTON 1973 - Artenschutz-Konferenz: Die Konferenz endet mit der Unterzeichnung des Washingtoner Artenschutzabkommens. Es regelt den Handel mit bedrohten wild lebenden Tier- und Pflanzenarten (CITES) und tritt 1975 in Kraft. Etwa alle zwei Jahre treffen sich die CITES- Mitglieder zur Artenschutzkonferenz, um zu entscheiden, welche Arten so gefährdet sind, dass sie in die Liste aufgenommen werden müssen.

HARARE 1986 - Konferenz für Umwelt und Entwicklung: Die damalige norwegische Ministerpräsidentin Gro Harlem Brundtland spricht sich für eine Umorientierung in der Entwicklungspolitik aus. Eine auf kurzfristige Erfolge ausgerichtete Politik schade der Umwelt. Der so genannte Brundtland-Bericht gibt 1987 dem Begriff "nachhaltige Entwicklung" globale Bedeutung.

MONTREAL 1987 - Konferenz zum Schutz der Ozonschicht: Die Bundesrepublik und 24 weitere Staaten unterzeichnen ein Abkommen zum Schutz der Ozonschicht. Darauf aufbauend wurden Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) und weitere Ozon zerstörenden Stoffe in den meisten Industrieländern verboten. Nach UN-Angaben wurde der Gesamtverbrauch von FCKW von 1,1 Millionen Tonnen im Jahr 1986 auf 156 000 Tonnen im Jahr 1998 reduziert.

RIO DE JANEIRO 1992 - Erdgipfel: 178 Staaten vereinbaren einen Aktionsplan 21. Jahrhundert - die Agenda 21. Ziel ist ein verbesserter Lebensstandard bei gleichzeitigem Schutz der Ökosysteme. Angestrebt wird zudem eine umweltverträgliche, nachhaltige Entwicklung, die auch den Kampf gegen Armut und gegen die Schuldenlast beinhalten soll. In Rio werden Konventionen zum Klimaschutz, Artenschutz und zur Wüstenbekämpfung initiiert.

KYOTO 1997 - Klimakonferenz: In Japan vereinbaren 160 Staaten das Protokoll von Kyoto. Die Industrieländer sollen ihre wesentlichen Treibhausgase im Durchschnitt der Jahre 2008 bis 2012 im Vergleich zu 1990 um 5,2 Prozent vermindern. Das Protokoll tritt erst in Kraft, wenn es mindestens 55 Länder ratifiziert haben, auf die zusammen 55 Prozent aller Kohlendioxid-Emissionen der Industriestaaten von 1990 entfallen. Damit war von vorneherein festgelegt, dass dieses Protokoll notfalls auch ohne die USA in Kraft treten kann.

MONTREAL 2000 - Konferenz zur biologischen Sicherheit: 135 Länder einigen sich in Montreal auf das Cartagena Protokoll über biologische Sicherheit. Das Protokoll regelt den Handel mit gentechnisch veränderten Organismen wie etwa Saatgut oder Pflanzen. Die Vereinbarung erlaubt es Staaten aus Vorsorge, Importverbote zu verhängen, auch wenn kein Beweis für schädliche Wirkungen von genmanipulierten Substanzen auf Menschen oder Umwelt erbracht werden kann.

STOCKHOLM 2001 - Konferenz über das Verbot langlebiger Giftstoffe: Vertreter von mehr als 120 UN-Mitgliedstaaten unterzeichnen eine Konvention zum Verbot der oft als "dreckiges Dutzend" bezeichneten Substanzen. Zu den künftig verbotenen Umweltgiften (Persistant Organic Pollutants/POPS) gehören Pflanzenschutzmittel wie DDT sowie auch Dioxine, Furane und polychlorierte Biphenyle (PCB).

BONN und MARRAKESCH 2001 - Klimakonferenzen: Nach dem Ausstieg der USA aus dem Verhandlungsprozess zum Kyoto-Protokoll vereinbaren die anderen Teilnehmer in Bonn und Marrakesch konkrete Wege, wie die Treibhausgase reduziert werden sollen. Damit ermöglichen sie die Ratifizierung des Protokolls durch einzelne Länder.

BONN 2001 - Konferenz zur Artenvielfalt: Vertreter aus 182 Ländern einigen sich auf Bonner Leitlinien zur Nutzung genetischer Informationen aus Pflanzen und Tieren. Sie regeln die Nutzung von Genen sowie die Verteilung der wirtschaftlichen Vorteile daraus zwischen Industrie- und Entwicklungsländern.

JOHANNESBURG 2002: Zum Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung, der bislang größten UN-Konferenz, wollen mehr als 50 000 Teilnehmer und über 100 Staats- und Regierungschef kommen. Die UN möchte einen Aktionsplan zum Kampf gegen die Armut und für ein Wirtschaftswachstum vereinbaren, das Umwelt und Menschen berücksichtigt.

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