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Sport

Von Sparern und Rasern

Mit einem Sparkurs und einer Regelreform geht die Formel 1 in ihre neue Saison. Ein Topfavorit ist dabei nicht auszumachen. Die Jagd auf Titelverteidiger Hamilton geht über 17 Rennen und beginnt am 29. März in Melbourne.

Ein jubelnder Lewis Hamilton mit britischer Flagge

Kann Hamilton seinen WM-Erfolg wiederholen?

Anfang November noch wurde Lewis Hamilton zum jüngsten Formel-1-Weltmeister aller Zeiten gekürt. Seitdem waren die Nachrichten für die Königsklasse des Motorsports so zahlreich wie schlecht: Die Wirtschaftskrise, Absatzprobleme der Hersteller, die Flucht der Sponsoren sowie der Rückzug des Honda-Teams beherrschten die Schlagzeilen. Doch spätestens zum Auftakt der neuen Saison am 29. März in Melbourne sollen wieder die Formel-1-Piloten im Blickpunkt stehen.

Kein klarer Favorit

Zu den Topfavoriten zählt Lewis Hamilton im McLaren-Mercedes. Doch das Projekt Titelverteidigung scheint für den Briten gefährdet. So fuhr der 24-Jährige in seinem letzten Test der Konkurrenz nur hinterher. Verzichten müssen Hamilton und sein finnischer Kollege Heikki Kovalainen auf ihren bisherigen Teamchef Ron Dennis, der sich zur Ruhe gesetzt hat. Zu den stärksten Widersachern im Titelrennen zählen die Ferrari-Piloten Felipe Massa aus Brasilien und der Finne Kimi Räikkönen.

Der neue Rennwagen MP4-24 des Teams McLaren- Mercedes während seiner Präsentation in Woking.

Der McLaren-Mercedes MP4-24

Ein Wörtchen mitreden wollen aber auch der Deutsche Nick Heidfeld und sein polnischer Teamkollege Robert Kubica im BMW-Sauber. Chancen zumindest auf Grand-Prix-Siege werden Toyota, Red Bull, Williams-Toyota und Renault eingeräumt. Zur Überraschung könnte Honda-Nachfolger BrawnGP mit den Piloten Jenson Button und Rubens Barrichello werden. Team-Besitzer Ross Brawn feierte als Benetton- und Ferrari-Technikchef mit Michael Schumacher sieben WM-Titel.

Deutsches Quintett

Gute Aussichten auf vordere Plätze haben die fünf Piloten aus Deutschland. Nick Heidfeld im BMW-Sauber ist mit 29 Jahren dienstältester deutscher Fahrer. Mit WM-Rang sechs war er 2008 auch bester Deutscher. Bisher aber sah er noch nie die Zielflagge als Erster. Trotz guter Testergebnisse gibt sich Heidfeld aber zurückhaltend. "Ich werde mich hüten, große Prognosen abzugeben. Wir würden nicht ganz vorne stehen, wenn das Auto eine Riesengurke wäre. Aber die Testergebnisse von Barcelona sagen einfach zu wenig aus." Nach einer erfolgreichen Testphase hat auch Nico Rosberg im Williams-Toyota Podestplätze im Visier. Auch Rosberg gibt sich bescheiden: "Ich glaube nicht, dass wir das beste Team sind. Da liegen Viele eng beieinander."

Heidfeld und sein neuer BMW-Sauber F1.09

Heidfeld und sein neuer BMW-Sauber F1.09

Der 21-jährige Sebastian Vettel wurde im Vorjahr mit seinem sensationellen Erfolg in Monza zum jüngsten Grand-Prix-Sieger der Formel-1-Geschichte. Nach seinem Wechsel von Toro Rosso zum Mutter-Rennstall Red Bull sind dort die Erwartungen größer denn je, doch: "Die Favoriten sind andere", glaubt Vettel. "Unsere Aufgabe ist es, das Beste herauszuholen und vielleicht den Anschluss zu schaffen." Mindestens das Podest im Visier hat Toyota-Fahrer Timo Glock. "Ich bin mal ganz vorsichtig. Wir können in Australien in die Punkte fahren. Und schön wäre es, wenn wir auf dem Podium stehen." Auf Punkte darf schließlich auch Adrian Sutil dank Mercedes-Power im Force India hoffen. Auch sein Ziel ist es, "einfach das Beste aus den Umständen zu machen. Schön wäre es, am Ende ein paar Punkte auf dem Konto zu haben."

Bis auf den Schweizer Sébastien Buemi bei Toro Rosso, der dort Vettel ersetzt, ist kein neuer Fahrer am Start. Red-Bull-Pilot David Coulthard war der einzige, der in Pension ging.

Königsklasse mit Kostenbremse

Sebastian Vettel will erneut überraschen

Sebastian Vettel will erneut überraschen

Angesichts der Finanzkrise einigten sich der Internationale Automobil-Verband FIA und die Teams auf Einsparungen in Höhe von etwa 30 Prozent. Das betrifft vor allem den Motorenbereich. Jeder Pilot darf in der gesamten Saison höchstens acht Triebwerke benutzen. Diese müssen somit durchschnittlich drei Rennen halten. Sollten mehr Motoren benötigt werden, wird der Fahrer um jeweils zehn Startplätze nach hinten versetzt. Die maximale Drehzahl darf bei 18.000 statt bislang 19.000 Umdrehungen pro Minute liegen. Testfahrten zwischen den Rennen wurden erheblich eingeschränkt. Erlaubt sind lediglich acht eintägige Aerodynamik-Tests.

Neu ist KERS, ein Energierückgewinnungs-System. Es bietet den Fahrern durch das Speichern von Bremsenergie in jeder Runde für maximal 7 Sekunden rund 80 zusätzliche PS. Vorteile könnte dieses kostensparende System vor allem beim Überholen bringen.

Umstrittene WM-Regel erst 2010

Ferrari unter Palmen in Melbourne

Ferrari unter Palmen in Melbourne

Von einer Punkte-Reform mussten der Weltverband FIA wieder Abstand nehmen. Nach Protesten der Rennställe und Fahrer wurde das neue Wertungssystem auf 2010 verschoben. Nach diesem Modus hätte erstmals die Anzahl der Siege über den Fahrer-Weltmeistertitel entschieden. Demnach wäre im vorigen Jahr Ferrari-Pilot Massa mit sechs Siegen anstelle des McLaren-Mercedes-Fahrers Hamilton mit seinen fünf Erfolgen Weltmeister geworden.

Erstmals seit 1997 Jahren kommen wieder die prifillosen Slicks zum Einsatz. Sie verdrängen die Rillenreifen. Zudem kann jeder Fahrer auf Regenreifen und Intermediates (Mischreifen) zurückgreifen.

Premiere in Abu Dhabi

Die WM-Saison wird in 17 Rennen entschieden, Montreal und Magny-Cours fielen aus dem Programm. Start ist am 29. März in Melbourne. Der deutsche Grand Prix wird am 12. Juli auf dem Nürburgring ausgetragen. Premiere feiert Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Dort kommt es am 1. November zum Finale. Alle Rennen werden auf höchstens 250 Kilometer und auf eine maximale Dauer von 1:40 Stunden verkürzt.

Autor: Arnulf Boettcher / Redaktion: Wolfgang van Kann

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