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Flugzeugentführung

Von Mr. Mystery bis Mogadischu: Flugzeugentführungen weltweit

Die Geiselnahme der libyschen Passagiermaschine in Malta wurde unblutig beendet. Die genauen Motive der Entführer sind unklar. In der Vergangenheit wurden aus den verschiedensten Gründen Flugzeuge entführt. Eine Chronik.

Malta Flugzeugentführung Airbus Afriqiyah Airways (picture-alliance/AP Photo/TVM)

Die Entführung vom 23.12.2016 konnte beendet werden

23. Dezember 2016          

Eine Passagiermaschine der libyschen Fluggesellschaft Afriqiyah Airlines wird von mutmaßlichen Anhängern des langjährigen libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi entführt. Einer von ihnen hatte in der Flugzeugtür die alte libysche Staatsflagge geschwenkt, die nach dem Sturz und Tod Gaddafis 2011 abgeschafft wurde. Die Maschine befand sich auf dem von Sahba nach Tripolis. Der Jet wird in Malta zur Landung gezwungen. Nachdem alle 109 Passagiere und die Besatzung freigelassen werden, beantragen die inhaftierten Entführer in Malta Asyl.

29. März 2016     

Auf dem Weg von Alexandria nach Kairo zwingt ein Mann die Besatzung des Egypt Air-Flugs 181 in Larnaka auf Zypern zu landen. Sein vermeintlicher Sprengstoffgürtel stellt sich als Attrappe heraus, der Entführer gibt auf. Die Motive des Ägypters bleiben unklar, der Mann stellt sich als psychisch labil heraus. Ein mögliches Motiv sind private Probleme: Eine Ex-Frau des Entführers lebt auf Zypern, ihr lässt er kurz nach der Landung von Einsatzkräften einen Brief mit Forderungen übergeben.

1. April 2014

Kurz nachdem Abflug aus München in Richtung Budapest bedroht ein Mann eine Stewardess des Lufthansa-Flugs 1667 mit einer Rasierklinge und zwingt das Flugzeug umzukehren. Der Kosovare sollte nach Ungarn abgeschoben werden, weil er illegal nach Deutschland eingereist und in Ungarn bereits ein Asylverfahren am Laufen hatte. Nach einer sicheren Landung kann die Maschine evakuiert werden, mit Hilfe eines Dolmetschers kann die Polizei den Entführer dazu bewegen, sich zu ergeben.

Flugzeugentführungen- New York 9/11/2011 (Getty Images/Primera Hora/J. Jimenez)

Eine der fatalsten Flugzeugentführungen der Geschichte: Der 11. September

11. September 2001        

19 Al-Kaida-Terroristen entführen vier Linienflüge der US-amerikanischen Fluggesellschaften American Airlines und United Airlines. Drei der Flugzeuge werden von den Entführern gezielt in das Pentagon und das World Trade Center gesteuert. Die vierte Maschine stürzt auf freiem Feld ab, nachdem einige Flugbegleiter und Passagiere versuchen, die Terroristen zu überwältigen. Über 3000 Menschen sterben.

2. Oktober 1990                

Ein junger Chinese kapert Flug 8310 der Xiamen Airlines auf einem Inlandsflug Richtung Kanton, will die Besatzung zwingen, stattdessen nach Taiwan zu fliegen, damit er dort Asyl beantragen kann. Weil die Tankfüllung der Maschine dafür nicht ausreicht, versucht der Pilot eine Notlandung in der kantonesischen Hauptstadt Guangzhou. Eine Rangelei zwischen Pilot und Entführer während dem Landeanflug verursacht eine Bruchlandung, die Maschine rast in zwei weitere Flugzeuge am Boden: 120 Menschen sterben.

Flugzeugentführungen- Rettung des Lufthansa-Flugzeugs in Mogadischu (1977) (picture-alliance/United Archives/TopFoto)

Der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt gratuliert den Einsatzkräften nach der Berfreiung der "Landshut"

13. Oktober 1977              

Bei der Entführung der Lufthansa-Maschine "Landshut" kooperieren erstmals zwei Terrororganisationen: Die Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) und die deutsche Rote Armee Fraktion (RAF). Die PFLP-Mitglieder wollen mit der gekaperten Maschine die Freilassung der in Stuttgart-Stammheim inhaftierten RAF-Terroristen erpressen. Die Maschine sollte von Palma de Mallorca nach Frankfurt am Main fliegen, stattdessen wird sie von den Entführern über Dubai nach Jemen bis in die somalische Hauptstadt Mogadischu geflogen. Das bis dahin der Öffentlichkeit unbekannte deutsche Sondereinsatzkommando GSG-9 kann Passagiere und Besatzung erfolgreich befreien. Die RAF-Terroristen nehmen sich daraufhin in der sogenannten "Todesnacht von Stammheim" das Leben. Der Fall geht als Teil des "Deutschen Herbstes" in die Geschichte ein.

10. November 1972         

Die Entführer des Flugs 49 der US-amerikanischen Fluglinie Southern Airways drohen den Behörden, die Maschine in einen Atomreaktor stürzen zu lassen. Bei der Lösegeld-Übergabe werden die Erpresser verhaftet. Der Fall führt dazu, dass die USA im darauffolgenden Jahr eine physische Untersuchung aller Flugpassagiere Richtung Vereinigte Staaten einführt.

25. Februar 1972               

Erstmals wird die deutsche Luftfahrt in eine Flugzeugentführung der PFLP involviert: Die arabischen Terroristen bringen eine Boeing 747 der Lufthansa in ihre Gewalt. Die Maschine war auf dem Weg von Tokio nach Frankfurt, muss stattdessen im Südjemen zwangslanden. Den Erpressern zahlt die deutsche Bundesregierung fünf Millionen US-Dollar, damit sie Besatzung und Passagiere freilassen. Auch das Flugzeug erhält die Lufthansa zurück.

Flugzeugentführer D.B. Cooper von 1971 (picture-alliance/AP Photo)

Mister Mystery: Wer war D.B. Cooper?

24. November 1971         

Erst im Jahr 2016 hat das FBI offiziell aufgegeben, sich über diesen Fall den Kopf zu zerbrechen: Ein Mann, der sich selbst Dan B. Cooper nannte, entführte ein Passagierflugzeug der Northwest Orient Airlines. Im Gegenzug für die Freilassung der 36 Passagiere fordert er 200.000 US-Dollar und vier Fallschirme. Nach einer erfolgreichen Übergabe lässt er die Crew am späten Abend Richtung Mexico City fliegen, springt aber währenddessen mit einem Fallschirm und dem Lösegeld in der Dunkelheit ab. Die wahre Identität des Entführers ist bis heute nicht geklärt.

6. bis 12. September 1970            

Bewaffnete PFLP-Mitglieder versuchen mehrere Flugzeuge auf dem Weg nach New York City zu kapern. Zwei davon landen auf dem ehemaligen Militärflughafen Dawson's Field bei Zarqa in Jordanien. Die Entführung der ägyptischen El-Al-Maschine wird durch einen Sturzflug des Piloten vereitelt. Die Entführerin, die heute noch lebende Leila Chaled, wird an Bord überwältigt, ihr Begleiter erschossen, nach einer Notlandung in London nimmt man sie fest. PFLP-Mitglieder kapern daraufhin zwei weitere Maschinen und landen sie in Dawson's Field, versuchen Chaled freizupressen, erst ohne Erfolg. Sie lassen nur die nicht-jüdischen Passagiere frei und sprengen die Flugzeuge. Jordanien erklärt den Palästinensern den Krieg, Großbritannien lässt Chaled im Austausch für die restlichen Geiseln frei - es ist der Beginn des sogenannten "Schwarzen Septembers" im Nahostkonflikt.

29. August 1969

Zwei PFLP-Terroristen - darunter auch Leila Chaled - kapern Flug 840 der Trans World Airlines auf dem Weg von Rom nach Tel Aviv. An Bord hatten sie den damaligen Botschafter Israels in den Vereinigten Staaten erwartet, ohne ihn nehmen sie trotzdem Kurs auf die syrische Hauptstadt Damaskus, lassen bis auf zwei jüdische Passagiere alle Geiseln frei. Kurz danach sprengen die Entführer die Boeing 707 in die Luft.

23. Juli 1968        

Es ist die erste international bekannte und bislang längste Entführung  eines Passagierflugzeugs: Drei Mitglieder der sogenannten Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) bringen eine Maschine der ägyptischen Fluglinie El-Al in ihre Gewalt. Der Flieger war auf dem Weg von Rom nach Athen, die Entführer landen ihn stattdessen in der algerischen Hauptstadt Algier. Nach 40 Verhandlungstagen kommen alle Geiseln frei, im Gegenzug entlässt Israel 16 palästinensische Häftlinge.

17. Juli 1948

Zum ersten Mal wird historischen Berichten zufolge ein Passagierflugzeug entführt: Ein Wasserflugzeug der Airline Cathay Pacific wird auf dem Weg vom damals portugiesischen Kolonialgebiet Macau im Süden Chinas auf dem Weg nach Hongkong von Unbekannten überwältigt und stürzt im Perlfluss-Delta ab. Ein Passagier überlebt, berichtet von dem Überfall an Bord.

21. Februar 1931

Die erste historisch belegte Flugzeugentführung fand im peruanischen Arequipa statt. Dem Guiness-Buch der Rekorde zufolge wurde der Pilot Byron Rickards von bewaffneten Revolutionären festgehalten, weigerte sich aber, mit seiner Propellermaschine zu fliegen. Im darauffolgenden Monat wurde er aus dem Gewahrsam der Revolutionäre entlassen.