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Aktuell Asien

"Von Menschen gemachte Katastrophe"

Die Katastrophe im Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi wäre vermeidbar gewesen. Zu diesem Schluss kommt ein Untersuchungsausschuss des japanischen Parlaments. Derweil wird in Japan wieder Atomstrom produziert.

In dem am Donnerstag vorgelegten offiziellen Bericht heißt es, die Katastrophe sei zwar vom Erdbeben und Tsunami am 11. März 2011 ausgelöst worden. Dennoch könne der folgende Unfall im Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi nicht als eine Naturkatastrophe angesehen werden. Es sei ein schwerwiegendes Desaster von Menschenhand. Der Unfall sei vorhersehbar und vermeidbar gewesen. Die Auswirkungen hätten zudem durch effektivere Maßnahmen verringert werden können. Der Ausschuss warf der Zentralregierung, dem Betreiber und den Aufsuchtsbehörde Kungelei und Versagen auf allen Ebenen vor. In dem AKW war es in drei der vier Reaktoren zur Kernschmelze gekommen. Außerdem wurde Radioaktivität in großen Mengen freigesetzt.

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Fukushima - die vermeidbare Katastrophe

Derweil lässt der Betreiber der Atomanlagen in Fukushima, Tepco, die vier Reaktoren des beschädigten Atomkraftwerks Fukushima-Daini trotz der Warnung von Experten reparieren. Dies sei aber noch keine Entscheidung, das Kraftwerk wieder in Betrieb zu nehmen, erklärte Tepco-Präsident Naomi Hirose. Es war durch den Tsunami weniger stark beschädigt worden, als Fukushima-Daiichi.

Ein Sieg für die Atomlobby

Unterdessen ist in Japan die Zeit vorbei, in der das Land Atomstrom-freie Zone war. Der erste Meiler ist wieder am Netz. Der Reaktor 3 im Atomkraftwerk Oi habe um 07.00 Uhr Ortszeit wieder mit der Erzeugung von Strom begonnen, teilte der Betreiberkonzern Kansai Electric (Kepco) mit. Es ist das erste Mal seit Fukushima, dass in Japan wieder ein Reaktor hochgefahren wird. Die Produktion werde schrittweise erhöht. Voraussichtlich am Montag werde der Meiler dann seine volle Leistung von 1180 Megawatt haben. Reaktor 4 solle am 18. Juli hochgefahren werden.

Die Entscheidung der Regierung, die beiden Reaktoren wieder in Betrieb zu nehmen, hatte zu massiven Protesten geführt. Die umliegenden Gemeinden und die Provinzregierung lehnten aus Sorge um die Sicherheit ein Wiederanfahren der Meiler zunächst ab. Doch angesichts der wiederholten Warnungen der Atomindustrie und der Zentralregierung vor Energiemangel und drohenden Stromausfällen in der Region Osaka gaben sie ihren Widerstand auf. Bis zum GAU von Fukushima deckten AKW in Japan rund 30 Prozent des Strombedarfs.

gmf/qu (dpa, dapd, afp)

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