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Wirtschaft

Von Krise keine Spur: Viele neue Aufträge für Airbus und Boeing

Ungeachtet aller Unsicherheiten in der Luftfahrtbranche haben die Flugzeugbauer Airbus und Boeing volle Auftragsbücher. Neue Orders kommen vor allem aus ölreichen Staaten des Nahen und Mittleren Ostens.

Royal Airforce am Himmel (AP Photo/Lefteris Pitarakis)

Die Schau in Farnborough wurde von der Königlichen Luftwaffe eröffnet

Auf insgesamt 37,5 Milliarden Euro beliefen sich die Bestellungen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres, teilte Airbus am Montag (14.07.2008) auf der Luftfahrtmesse in Farnborough mit. Insgesamt seien bei der EADS-Tochter im ersten Halbjahr 525 Flugzeugbestellungen eingegangen. Bei Umrechnung der Order für A350-Maschinen, die in Aufträge für die breitere Variante A350XWB umgewandelt wurden, ergeben sich netto 487 Bestellungen, was der geplanten Jahresproduktion entspricht.

Gefragt: A350

Von den im ersten Halbjahr eingegangen Bestellungen entfielen 82 auf den A350. Insgesamt liegt dieser Airbus-Typ nun mit 374 bestellten Maschinen in verschiedenen Varianten für 23 Kunden an der Spitze der Airbus-Angebotspalette. 2008 wurden 335 Flugzeuge des Typs A320s sowie 105 A330s und drei Großraumjets A380 geordert. Mehr als zwei Fünftel der gesamten Bestellungen von Januar bis Ende Juni kamen aus Ländern der Asien-Pazifik-Region.

(AP Photo/Lefteris Pitarakis)

Auch in Farnborough ein Publikumsmagnet: der Riesen-"Vogel" A380

Megaauftrag für Boeing

US-Konkurrent Boeing zog in Farnborough einen Megaauftrag für fünfzig B 737-800 an Land. Die Gesellschaft FlyDubai bestellte die Maschinen. Der Wert des Auftrags wurde mit vier Milliarden Dollar angegeben.

Boeing erwartet den mehrfach verzögerten ersten Testflug seines neuen Langstreckenflugzeugs 787 Dreamliner für das vierte Quartal 2008. Im dritten Quartal 2009 solle dann die erste Maschine ausgeliefert werden, sagte der Chef der Boeing-Verkehrsflugzeugsparte, Scott Carson. Insgesamt sollen im kommenden Jahr 25 der Maschinen ausgeliefert werden. Ursprünglich hätte der Dreamliner erstmals im August 2007 abheben sollen. Die Planung wurde aber durch drei größere Produktionsverzögerungen zurückgeworfen.

Des einen Leid, des anderen Freud'

Weitere Aufträge für die beiden Konzerne dürften folgen. Allerdings rechnen Experten mit einem langsameren Tempo als in den Vorjahren. Der rasant gestiegene Ölpreis, die Finanzkrise sowie die schwächeren Konjunkturprognosen für weite Teile der Welt machen den Fluglinien das Leben schwer. Vor allem in Europa und Amerika stiegen die Preise für Flugtickets, zahlreiche Anbieter kämpfen ums Überleben. Dagegen investieren Staaten im Nahen und Mittleren Osten, die als Förderer vom hohen Ölpreis profitieren, in größere Flotten.

Mit Spannung erwartet wird diese Woche ein Großauftrag der Fluglinie Etihad aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, der vermutlich zwischen Boeing und Airbus aufgeteilt wird. Etihad hatte im Vorfeld der Flugschau angekündigt, bald 50 bis 100 neue Maschinen in Auftrag geben zu wollen. Die Europäer können zudem auf Orders von Qatar Airways hoffen.

Airbus erwartet insgesamt einen deutlichen Schub durch die Flugschau und versucht, wegen der hohen Ölpreise seinen Großraumflieger A380 ins Rampenlicht zu rücken. Dieser ist moderner und damit sparsamer als viele Vorgängermodelle. Boeing argumentiert dagegen, die Kunden benötigten solche riesigen Maschinen mit 525 Plätzen und mehr kaum.

Problem für EADS: Schwacher Dollar

EADS kämpft neben Problemen beim A380 und dem Militärtransporter A400M derzeit gegen den massiven Dollarverfall. Das zunächst auf Airbus beschränkte Sparprogramm Power8 soll EADS-Chef Louis Gallois zufolge nun auf den ganzen Konzern ausgeweitet werden. Mit Power8 wollte EADS bislang 2,1 Milliarden Dollar bis 2010 einsparen - durch den Verkauf von Werken sowie den Abbau von 10.000 Stellen.

Der von Deutschland und Frankreich dominierte Konzern peilt 2008 laut Reuters-Angaben einen operativen Gewinn von 1,8 Milliarden Euro an, nachdem es 2007 nur 52 Millionen waren. Die Prognose basiere auf einem Eurokurs von 1,45 Dollar. Derzeit kostet die europäische Gemeinschaftswährung aber fast 1,60 Dollar. Als Faustregel gelte, dass zehn Cent Wechselkursverschlechterung Airbus im Jahr etwa eine Milliarde Euro an Ergebnis koste. Der Flugzeugbauer wolle daher seit langem seine Aktivitäten im Dollarraum stärken, um gegen Wechselkursschwankungen weniger anfällig zu sein. (mas)

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