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Kultur

Von Körben und Medaillen

Eine Basketball-Story mit Hollywood-Touch: Weltmeister Svetislav Pesic und sein Sohn Marko lagen sich bei der Siegerehrung im Konfetti-Regen des Conseco Fieldhouses in den Armen.

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Nicht immer nur Fußball: Deutschland ist auch im Basketball Weltklasse

Bei der Schluss-Zeremonie der 14. Basketball-Weltmeisterschaft im Conseco Fieldhouse von Indianapolis standen Vater und Sohn gemeinsam auf dem Siegerpodest. Ganz oben feierte Svetislav Pesic, der mit dem in der Verlängerung erzielten 84:77-Finalsieg über Argentinien den fünften WM-Titel für Jugoslawien nach 1970, 1978, 1990 und 1998 geholt hatte. Zwei Stufen tiefer freute sich Filius Marko, der Basketball-Star von ALBA Berlin, über die erste WM-Medaille für den deutschen Basketball.

Gastgeber beschworen Albträume herauf

Sein erster WM-Triumph verschaffte Jugoslawiens Coach Pesic besondere Genugtuung. "Ich bin stolz darauf, dass wir den Titel ausgerechnet im Land der Amerikaner verteidigt haben, bei denen der Basketball ja zu Hause ist", sagte er mit süffisantem Unterton. Auch die rund 18.000 Zuschauer im Stadion waren begeistert. David Stern, der Boss der National Basketball Association (NBA), konnte sich vor Ort selbst vom Niveau des europäischen Basketballs überzeugen.

Unterdessen haben die NBA-Profis vom so genannten "Dream Team" des Gastgebers USA mit ihrem sechsten Platz bei Fans und Organisatoren allenfalls Albträume heraufbeschworen. Das klägliche Scheitern von Pesics Lieblingsgegner USA, den die Jugoslawen schon im Viertelfinale aus dem Rennen geworfen hatten, bestätigte Pesic in seiner Feststellung: "Das hier war eine Weltmeisterschaft und keine NBA."

Europäischer Basketball ist eine Macht

"Wir haben gezeigt, dass der europäische Basketball in der Welt eine Macht ist", resümiert Pesic, der künftig den spanischen Renommierklub FC Barcelona trainieren wird. Ob er das Nationalteam auch bis zu den Sommerspielen 2004 in Athen betreuen wird, hat er jedoch noch nicht entschieden: "Ich werde zuerst meine Frau Vera fragen, dann Barcelona und schließlich mich selbst."

Basketball WM Indianapolis Logo

Basketball-WM in Indianapolis

Doch Pesic Senior konnte nicht nur sich selbst, sondern auch seinem Sohn gratulieren: "Ich freue mich für Marko und die Deutschen, dass sie eine Medaille gewonnen haben. Sie haben es verdient, denn sie haben ein starkes WM-Turnier gespielt", findet der als "Medaillenschmied" bekannte 43-Jährige. Und er verspricht: "Wir werden unsere Erfolge in der Familie richtig feiern."

"Allstar" Novitzki will Olympiaticket

Der 117:94-Sieg gegen Neuseeland bescherte dem Team von Bundestrainer Henrik Dettmann die nur in kühnsten Träumen erhoffte Bronze-Medaille. Einer der ersten Gratulanten "zu dieser herausragenden internationalen Leistung" war Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD). "Sie dürfen sicher sein, dass Basketball in Deutschland durch diesen Erfolg viele neue Freunde gefunden hat", hieß es in einem Glückwunschschreiben.

Die deutsche Garde, die in einer ausgelassen Polonaise zur Siegerzeremonie in die Arena der Indiana Pacers einrückte, feierte auch danach ihren Triumph ausgelassen. NBA-Star Dirk Nowitzki von den Dallas Mavericks, der als 'MVP' ('Wertvollster Spieler') sowie bester Korbschütze des Turniers (24 Punkte im Schnitt) geehrt und in das Allstar-Team gewählt wurde, bestätigte: "Das war eine Riesensache für uns alle. Es hat unheimlich Spaß gemacht. Wir sind noch jung und entwickeln uns von Jahr zu Jahr weiter. Wenn ich gesund bleibe, bin ich bei der EM im nächsten Jahr natürlich dabei. Denn dort will ich das Olympiaticket lösen."

  • Datum 09.09.2002
  • Autorin/Autor (dpa/sid)
  • Drucken Seite drucken
  • Permalink http://p.dw.com/p/2cv5
  • Datum 09.09.2002
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