1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Made in Germany

Von Hightech bis Bollywood
Donnerstag, den 27. 02. 2003

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort, eine Kunst, die deutsche Unternehmen in Indien beherrschen müssen. Das klappt nicht immer. Der Subkontinent ist eine andere Welt. Doch beide Länder verbindet eine lange Freundschaft.

default

„Als ich mein Unternehmen gegründet habe, wusste man nicht mal, wie man Biotechnologie buchstabiert. Heute dagegen, ist es absolut angesagt.“ freut sich Kiran Mazumdar-Shaw, Chef der Firma „Biocon“ in Bangalore. Nach dem großen Software-Boom Anfang der 90er Jahre erlebt seit einiger Zeit die Biotechnologie hier einen enormen Aufschwung. Im Schnitt gibt es ein neues Start-Up pro Monat. Vor allem die gut ausgebildeten Fachkräfte sind dabei ein großer Vorteil, den auch Investoren aus Deutschland früh erkannt haben. Wie das Unternehmen Sartorius aus Göttingen, das seit 1991 Biotech-Anlagen in der südindischen Metropole baut: „Die Leistungen unserer Ingenieure sind Weltklasse, wir liefern Qualität, die absolut vergleichbar ist mit Produkten aus den USA oder Deutschland“, lobt Firmenchef Cherian Philip seine Mitarbeiter.

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, dass ist die große Kunst, die deutsche Unternehmen in Indien beherrschen müssen. Aber auch dann klappt es nicht immer, in einen fremden Markt einzusteigen. Ort und Zeit stimmten zwar, aber die Produkte nicht, wie Hans-Michael Huber, Chef von DaimlerChrysler India, feststellen musste: “Wir haben am Anfang vorgehabt, eine E-Klasse hier zu verkaufen, die weltweit gerade ausgelaufen ist. Und dann schnell gemerkt, das dies die falsche Vorgehensweise ist.“ Jetzt werden die aktuellen Modelle verkauft. Aber auch die gehen schlecht, denn sie sind für die meisten indischen Kunden zu teuer. Doch der Manager Huber ist ehrgeizig, er will mit Mercedes Benz India in nur drei Jahren die ersten Gewinne machen.

Nur zwei von vielen aktuellen Beispielen für das Engagement deutscher Unternehmen in Indien. Die Wirtschafts-beziehungen zwischen beiden Ländern sind eng und haben eine sehr lange Tradition. Schon im 19. Jahrhundert kamen deutsche Firmen wie Krupp, Siemens oder Bayer und trugen zur Industrialisierung des Landes bei. Das gegenseitige Vertrauen ist kontinuierlich gewachsen und das Potential des indischen Marktes noch immer gewaltig. Dennoch gehen nur

Indien Computer

knapp 1% aller deutschen Auslandsinvestitionen und Exporte nach Indien. Das soll sich möglichst schnell ändern, so das erklärte Ziel beider Regierungen. Eine gute Gelegenheit, die Partnerschaft zu vertiefen, bietet sich wohl daher vom 01. bis 06. März 2003, wenn der deutsche Bundespräsident Johannes Rau in Indien zu Gast ist.

DW-TV, das deutsche Auslandsfernsehen, berichtet anlässlich des Staatsbesuchs über die deutsch-indischen Wirtschaftsbeziehungen. In einer Sonderausgabe unseres Wirtschaftsmagazins „Made in Germany“ stellen wir einige der interessantesten Projekte vor.

Zum Beispiel MICO. Das größte deutsch-indische Joint-Venture mit über 11.000 Beschäftigten stellt Zündkerzen und Dieseleinspritzpumpen her: “Unser 50-jähriges Jubiläum liegt gerade hinter uns und Sie werden unsere Produkte in beinahe jedem Fahrzeug finden, das auf indischen Strassen fährt“, so der Firmensprecher. BOSCH, der deutsche Partner, besitzt 51 % des Unternehmens. Überraschend stellte sich heraus: die insgesamt 60 Lehrlinge werden komplett nach deutschem Vorbild ausgebildet. Unser Reporter hat einen von ihnen einen Tag lang begleitet. Und wir tauchen ein in die bunte Filmwelt Bollywoods, die größte Filmindustrie der Welt. Denn kaum ein indischer Spielfilm, der nicht mit der Arriflex gedreht wird, jener legendären Kamera aus dem Hause Arnold & Richter („Arri“) in München. Wir fragten die Filmemacher, warum sie so einzigartig ist. Zu Gast bei uns in der Sendung: Herr Dr. S. Batra, indischer Unternehmer in Deutschland. Einen Großteil seines Lebens hat er in zwei Kulturen verbracht, die für ihn gar nicht unterschiedlicher sein könnten. Im Interview erklärt er uns, was die deutsch-indische Freundschaft ausmacht.

Made in Germany
'Von Hightech bis Bollywood'
Donnerstag, den 27. 02. 2003
19:30 Uhr (UTC)

Die Redaktion empfiehlt

  • Datum 21.02.2003
  • Drucken Seite drucken
  • Permalink http://p.dw.com/p/3Hlf
  • Datum 21.02.2003
  • Drucken Seite drucken
  • Permalink http://p.dw.com/p/3Hlf