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Politik

Von Helden und Skinnies

Das Pentagon und Hollywood haben kooperiert wie noch nie bei dem Filmprojekt "Black Hawk Down". Amerika braucht Patrioten und Helden - um jeden Preis. Gedanken von DW-TV-Korrespondent Udo Bauer.

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Matt Eversmann sagt es aus tiefster Überzeugung. Der 15stuendige Feuerkampf in Mogadischu vor acht Jahren war eine seiner feinsten Stunden, etwas, worauf er äußerst stolz sei. Matt Eversmann muss es wissen, er war als Feldwebel dabei, als amerikanische Special Forces in der somalischen Hauptstadt in einen Hinterhalt gerieten und von einem gutbewaffneten Mob zusammengeschossen wurden. 18 tote und 73 verwundete GIs wurden am Ende gezählt, von den Verlusten des Gegners gibt es nur eine Schätzung: 500 bis 1000 Tote. Na, wenn das kein militärischer Erfolg ist, was dann?

Kommando zum Rückzug

Bill Clinton und mit ihm der größte Teil der Weltöffentlichkeit sah das vor acht Jahren völlig anders. Der Präsident sah, Vietnam lässt grüßen, die Weltmacht USA gedemütigt von einem wütenden Mob, der nicht kapiert hat, dass man ihm nur Gutes wollte. Er sah die Fernsehbilder von zwei toten US-Soldaten, die nackt durch die Strassen Mogadischus geschleift wurden, und gab - nach dem obligatorischen Blick auf die Meinungsumfragen - das Kommando zum Rückzug aller US-Streitkräfte vom Horn von Afrika. Kein Einsatzziel wurde erreicht, kein Warlord gefangen, kein Somali entwaffnet und kein Frieden gebracht. Na, wenn das keine militärische Niederlage ist, was dann?

Geschichte versus Hollywood

Nun ist es durchaus nicht ungewöhnlich, dass Politiker und Soldaten bei der Beurteilung von militärischen Auseinandersetzungen zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Ungewöhnlich aber ist, dass die jetzt amtierenden Politiker versuchen, mit der Hilfe von Hollywood den Albtraum von Mogadischu zum Triumph amerikanischer Kampfeskraft umzudrehen. Selten hat Hollywood so schamlos Geschichtsklitterung betrieben wie mit "Black Hawk Down" und hat dabei so viel Applaus bekommen vom Pentagon und von Veteranen wie Matt Eversmann. "Absolut realistisch!", heißt die einhellige Meinung der Militärs über das 90 Millionen Dollar teure Action-Spektakel.