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Jahresrückblick

Von Hambüchens Gold bis zu Alis Tod

Ob Usain Bolt, Michael Phelps, Angelique Kerber, Nico Rosberg oder Fabian Hambüchen, sie alle drückten dem Sportjahr 2016 ihren Stempel auf. Doch es gab auch Skandale und traurige Nachrichten.

Rio Momente 16 08 Reckturnen Fabian Hambuchen (Reuters/R. Sprich)

Perfekte Kür zum Abschluss einer tollen Karriere: Fabian Hambüchen auf dem Weg zu Olympia-Gold in Rio

Perfekter Abgang. Mit seiner letzten Reckübung bei einem großen internationalen Wettkampf sicherte sich Fabian Hambüchen nicht nur Olympisches Gold in Rio de Janeiro, sondern krönte damit auch seine tolle Karriere. "Absolutes Gänsehaut-Feeling" habe er immer noch, wenn er sich die Fernsehaufzeichnung seines Gold-Coups ansehe, erzählte der 29-Jährige im DW-Interview. Hambüchen sorgte für einen der Höhepunkte des Sportjahres 2016 aus deutscher Sicht. Kein Wunder, dass er zum Jahresende auch zu Deutschlands "Sportler des Jahres" gekürt wurde. Als bestes Team 2016 ehrten die deutschen Sportjournalisten die beiden Beachvolleyballerinnen Laura Ludwig und Kira Walkenhorst, die mit ihrem Triumph in Rio für einen weiteren Glanzpunkt sorgten.

Gold zu Neids Abschied

Deutschland Ankunft Olympiasieger in Frankfurt Rio 2016 Silvia Neid (Reuters/R. Orlowski)

Neid (2.v.r.) geht als Olympiasiegerin

Deutschlands Fußballerinnen bescherten  der langjährigen Bundestrainerin Silvia Neid zum Karriere-Ende Olympia-Gold. Die Handballer, die Anfang 2016 in Polen überraschend Europameister geworden war, holten in Rio Bronze. Insgesamt gewannen deutsche Olympiastarter 42 Medaillen, davon 17 goldene. Ganz zufrieden waren die deutschen Sportfunktionäre und Politiker damit nicht und wollen den Leistungssport in Deutschland künftig anders fördern.

Zwei abtretende, zwei kommende Superstars

Zwei internationale Superstars drückten den Spielen in Rio zum Abschluss ihrer olympischen Karrieren noch einmal Stempel auf. Usain Bolt gelang das Triple-Triple: Zum dritten Mal nach Athen 2008 und Peking 2012 triumphierte der Supersprinter über 100 und 200 Meter sowie mit der Sprintstaffel Jamaikas. Schwimm-Superstar Michael Phelps holte sogar fünfmal Gold und einmal Silber. Mit insgesamt 28 Medaillen, davon 23 goldenen, ist der US-Starter der erfolgreichste Olympionike aller Zeiten. Zwei neue Sterne gehen in Rio auf: Schwimmerin Katie Ledecky und Turnerin Simone Biles, beide 19 Jahre alt und aus den USA, gewinnen je viermal Gold.

Usain Bolt freut sich über seinen dritten Olympiasieg in Rio mit der Sprintstaffel Jamaikas. Foto: Reuters

Dreimal drei: Usain Bolt sprintete auch in Rio die Konkurrenz in Grund und Boden

Staatsdoping in Russland

Als "wundervolle Spiele in einer wundervollen Stadt" bezeichnete Thomas Bach, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), bei der Abschlussfeier die ersten Olympischen Spiele in Südamerika. Dabei war die Stimmung eher mäßig. Viele Wettbewerbe fanden vor halbleeren Tribünen statt. Einige Athleten wurden auch ausgepfiffen, vor allem russische Starter. Das IOC hatte auf einen kompletten Ausschluss der russischen Olympia-Mannschaft verzichtet - trotz erdrückender Beweise für Staatsdoping in Russland, die WADA-Chefermittler Richard McLaren vorgelegt hatte. Lediglich das russische Leichtathletik-Team durfte nicht starten, weil der Weltverband IAAF durchgriff. Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) reagierte ebenfalls konsequenter als das IOC: Alle russischen Sportler wurden von den Paralympics in Rio verbannt.

Fußballchefs stürzen über Affären

Franz Beckenbauer. Foto: dpa-pa

Ruf des "Kaisers" ist ramponiert

Mit der Aufarbeitung von Skandalen ist das so eine Sache. Die Affäre um die WM-Vergabe 2006 ist nach wie vor nicht restlos aufgeklärt. Eine dubiose Millionenzahlung aus Deutschland, die über Umwege letztlich bei dem inzwischen lebenslang gesperrten Ex-Fifa-Funktionär Mohamed bin Hammam aus Katar landete, erregte die Gemüter und beschäftigt immer noch die Ermittler. DFB-Präsident Wolfgang Niersbach musste wegen der Affäre seinen Hut nehmen, das Image der bis dahin Lichtgestalt des deutschen Fußballs, Franz Beckenbauers, hat tiefe Kratzer erhalten. Nicht nur der DFB hat mit Reinhard Grindel nun einen neuen Chef, auch die Spitzenposten von FIFA und UEFA sind neu besetzt. Der Weltverband wird nun vom Schweizer Gianni Infantino, der europäische Verband vom Slowenen Aleksander Ceferin geführt. Ob sie den Fußball nach den Korruptionsskandalen, über die auch Joseph Blatter und Michel Platini stürzten, wieder aus der Glaubwürdigkeitskrise führen können, bleibt abzuwarten.

Ronaldo führt Portugal zum EM-Titel

Der neue Fußball-Europameister heißt Portugal. Angeführt von Superstar Cristiano Ronaldo sicherten sich die Portugiesen beim Turnier in Frankreich erstmals in ihrer Fußballgeschichte den Titel. Beim 1:0-Sieg nach Verlängerung gegen die Gastgeber musste Ronaldo nach 25 Minuten verletzt vom Platz. Frankreich hatte im Halbfinale die deutsche Nationalmannschaft mit 2:0 besiegt und damit den Traum des Weltmeisters vom nächsten Coup platzen lassen.

Jubelnde Fußball-Europameister aus Portugal, inklusive Ronaldo mit Pokal. Foto: dpa-pa

Am Ziel: Ronaldo (2.v.r.) freut sich über seinen ersten großen Titel mit Portugal

Immerhin fuhr das Team von Bundestrainer Joachim Löw mit der Gewissheit nach Hause, wenigstens eine schwarze Serie beendet zu haben: Im Viertelfinale gelang der Mannschaft mit einem 6:5 im Elfmeterschießen der erste Sieg gegen Angstgegner Italien bei einem großen Turnier. Mit Bundestrainer Löw wird Deutschland auch die nächsten beiden großen Turniere bestreiten, die WM 2018 in Russland und die EM 2020, die in 13 europäischen Ländern ausgetragen wird. Der Weltmeister-Trainer von 2014 verlängerte seinen Vertrag mit dem DFB bis 2020.

Neuer Konkurrent für die Bayern

Bayern-Spieler lassen Trainer Guardiola nach dem Gewinn des DFB-Pokals hochleben. Foto: Getty Images

Zum Abschied aus München das Double

Auf nationaler Ebene entschied der FC Bayern München die Saison 2015/16 überlegen für sich, zehn Punkte trennten den Rekordmeister am Ende vom Zweiten Borussia Dortmund. Im DFB-Pokalfinale war es enger. Erst im Elfmeterschießen setzten sich die Münchener mit 4:3 gegen den BVB durch und bescherten dem scheidenden Trainer Pep Guardiola zum Abschied einen weiteren Titel. Unter Nachfolger Carlo Ancelotti überwintern die Bayern wieder an der Spitze. Mit Aufsteiger RB Leipzig sitzt dem Titelverteidiger überraschend ein neuer Herausforderer im Nacken. Dafür steht ihm ein alter Bekannter wieder vor: Uli Hoeneß ist nach seiner abgesessenen Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung wieder Präsident des FC Bayern.

Neue Nummer eins im Tennis

Deutschlands Sportlerin des Jahres heißt nicht umsonst Angelique Kerber. 2016 war ganz einfach das Jahr schlechthin für die 28-Jährige. Bei den Australian Open in Melbourne holte sie sich den ersten Grand-Slam-Titel ihrer Karriere. "Dieser Moment, als ich nach dem Matchball am Boden lag, das wird mir immer in Erinnerung bleiben. Da hat alles begonnen", sagte Kerber: "Das war der Moment in meiner Karriere. Der Moment, der alles verändert hat."

Angelique Kerber mit dem Siegerpokal der US Open. Foto: Getty Images

Angelique Kerber mit dem Siegerpokal der US Open - seitdem ist sie auch die Nummer eins der Tenniswelt

In Wimbledon und beim Olympischen Turnier in Rio musste sich die Deutsche jeweils erst im Finale geschlagen geben. Bei den US Open triumphierte Kerber wieder und führt seitdem auch die Weltrangliste an. Bei den Männern löste Wimbledon- und Olympiasieger Andy Murray den Serben Novak Djokovic als Nummer eins ab.

Rosberg triumphiert und geht

Nico Rosberg. Foto: dpa-pa

Als Weltmeister in den Formel-1-Ruhestand

Ganz oben kam auch Nico Rosberg an, um genau dann Adieu zu sagen. Erst im letzten Rennen der Formel-1-Saison in Abu Dhabi sicherte sich der Mercedes-Pilot aus Deutschland den Weltmeistertitel vor seinem britischen Teamkollegen Lewis Hamilton. Fünf Tage nach dem Saison-Showdown verkündete der 31-Jährige völlig überraschend seinen Rücktritt. Er freue sich darauf, endlich mehr Zeit für die Familie zu haben, erklärte Rosberg. Wer seinen frei gewordenen Platz im Silberpfeil-Cockpit einnehmen wird, ist noch offen. Derzeit gilt der Finne Valtteri Bottas als Favorit auf die Rosberg-Nachfolge.

Trauer um eine Legende

Blumen, Boxhandschuhe und Bild zum Gedenken an Muhammad Ali. Foto: dpa-pa

Unvergessen: Muhammad Ali

Nicht zu ersetzen ist der Mann, der nicht nur als größter Boxer aller Zeiten gefeiert wurde, sondern einer der charismatischsten Sportler überhaupt war. Im Juni verneigte sich die Welt vor Muhammad Ali. Der frühere Weltmeister im Schwergewicht starb im Alter von 74 Jahren an den Folgen der Parkinson-Krankheit, gegen die er 32 Jahre lang gekämpft hatte. US-Präsident Barack Obama brachte die Verdienste Alis, die weit über den Sport hinausgingen, auf den Punkt: "Er war ein überragender Champion, der für das kämpfte, was richtig war."

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