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Sport

Von Europameistern und Lachnummern

Drei Titel, zweimal Vize, einmal Lachnummer: Keine Mannschaft war in der EM-Geschichte so erfolgreich wie Deutschland. Georg Matthes blickt zurück: Auf letzte Minuten, den Himmel von Belgrad und ein Goldenes Tor.

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Ball Richtung Belgrader Nachthimmel

Sie ist schnell, treffsicher und einfach nicht zu bremsen: Bei ihrem EM Debüt 1972 spielt sich die deutsche Nationalmannschaft gleich ins Finale. Der Gegner: Die UDSSR. Die deutsche Taktik: Offensiv Fußball. Nach 90 Minuten heißt es 3:0 für Deutschland. Europa jubelt. Nie war eine EM so populär - und deutscher Fußball nie besser anzuschauen.

EM 1972

Der deutsche Mittelfeldspieler Herbert Wimmer (vorn) in Aktion am 18.06.1972 vor 50.000 Zuschauern im Brüsseler Heyselstadion. Sein Teamgefährte Günter Netzer (links hinten), UdSSR-Abwehrspieler und Kapitän Murtas Churzilawa (r) und der österreichische Schiedsrichter Marschall (l, hinten) schauen zu. Die deutsche Fußballnationalmannschaft gewinnt das Europameisterschafts-Endspiel gegen die UdSSR mit 3:0.

Denn angefangen hat alles ganz klein. 1960 wird in Frankreich der so genannten Europapokal der Nationalmannschaften ausgetragen. In den Endrunden stehen lediglich vier Mannschaften. So auch noch 1976. Titelverteidiger Deutschland, der amtierende Weltmeister, kommt erneut ins Finale. Der Spielstand nach 89 Minuten: 2:1 für die Tschechoslowakei. 20 Sekunden vor Spielende den Ausgleich fällt der Ausgleich - durch Bernd Hölzenbein. In der Nachspielzeit fällt kein Tor und auch im Elfmeterschießen bleibt es bis zu letzt spannend. Hoeneß, ausgerechnet der spätere Bayern-Manager Uli Hoeneß, verschießt einen Elfmeter. Er geht weit über das Tor, in den "Nachthimmel von Belgrad", wies es danach immer heißen wird. Der Tscheche Antonin Panenka hingegen verfehlt den Himmel über Belgrad, trifft dafür aber das deutsche Tor - die Tschechoslowakei ist Europameister.

Hrubesch trifft doppelt

Für die Tschechen ist es der erste EM Titel. 1980 erreichen sie in Italien den dritten Platz - nach Deutschland auf Platz Eins und Belgien auf Platz zwei. Kopfball-Ungeheuer Horst Hrubesch macht im Finale mit zwei Treffern beim 2:1 in Rom alles klar.

1984 ist der deutsche Fußball in der Krise. Gegen Spanien würde der Deutschen Mannschaft zum Einzug in Halbfinale ein Unentschieden reichen. Ex-Nationalspieler Günter Netzer. Bis ein Minute vor Schluss steht es 0:0 - bis der spanische Libero doch noch der Spanier Maceda trifft. Deutschland scheidet aus, Trainer Jupp Derwall muss gehen. Spanien wird zweiter und Platinis Frankreich holt sich 1984 im eigenen Land den Titel.

Das Trikot und Koemans Hintern

Vier Jahre später bei der EM in Deutschland gewinnen die Niederländer um Gullit, Rijkaard und Van Basten ihren ersten großen Titel gegen die Sowjetunion - und im Halbfinale gibt es dabei in Hamburg vielleicht das hitzigste Duell der Erzrivalen Deutschland und Holland überhaupt. Marco Van Basten trifft kurz vor Schluss zum 2:1 - und Ronald Koeman wischt sich mit dem Trikot von Olaf Thon den Hintern ab.

1992 in Schweden siegt der Außenseiter Dänemark - die erst durch den kurzfristigen Ausschluss von Jugoslawien teilnehmen durften. Die Dänen kommen frisch aus dem Urlaub und gewinnen das Finale mit 2:0 - gegen Deutschland.

EM 1996

Der deutsche Stürmer Oliver Bierhoff (vorne links) schießt am 30.6.1996 im Finale der Fußball-Europameisterschaft EURO '96 im Londoner Wembley-Stadion in der Verlängerung das "Golden Goal" zum 2:1-Sieg Deutschlands gegen Tschechien. Die Tschechen Karel Rada (verdeckt) und Radek Bejbl (r) können nicht eingreifen, die Deutschen Markus Bode und Stefan Kuntz (2.v.r.) sind in Wartestellung. Das deutsche Team wird damit zum driten Mal nach 1972 und 1980 Fußball-Europameister.

1996 in England, stehen die Deutschen wieder in einem Finale. Gegen die Tschechen. Zuvor wurde in einem epischen Match Gastgeber England niedergerungen. Im Finale steht es nach 90 Minuten: 1:1. Der Joker Bierhoff hatte die Führung der Tschechen ausgeglichen. Und er trifft noch mal zum Golden Goal - Deutschland hat es wieder geschafft. Und Berti Vogts darf sich endlich mal richtig feiern lassen.

Die Lachnummer

Alles andere als perfekt: Der Auftritt des DFB Teams im Jahr 2000. Deutschland scheitert in der Vorrunde an Rumänien, England und Portugal - letztere demütigen das deutsche Team, in dem sie mit einer Reservemannschaft antreten - und trotzdem 3:0 gewinnen. "Die Fußballnation Deutschland ist gestorben", schreibt das holländische Algemeen Dagblad und ganz Europa freut sich über den Trauerfall. Frankreich holt sich den Titel. Trainer Erich Ribbeck muss gehen - und Rudi Völler übernimmt als Teamchef die Verantwortung.

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