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Kultur

Von Elterntraining und Elterncoaching

In Elternkursen lernen Eltern, was sie für die Bildung ihrer Kinder tun können. "Elterntraining" ist eines der neueren Konzepte, das besonders auf das Zusammenwirken zwischen Elternhaus und Schule setzt.

(Foto: AP)

Wenn sich die Berichte über verwahrloste Kinder oder um Amokläufe an Schulen häufen, wird der Ruf laut nach einer Erziehungsschule für Eltern. Tatsächlich gibt es bereits seit einigen Jahren verschiedene solcher Kurse. Sie kommen häufig aus Amerika und tragen englische Namen wie "Step" oder "Triple P", aber es gibt auch Programme wie den "Elternführerschein" oder "Starke Eltern, starke Kinder". Während es bei den einen besonders um die richtige Bewältigung von Konflikten in der Familie geht, legen der ehemalige Schulrektor Adolf Timm und der Bildungswissenschaftler Klaus Hurrelmann mit ihrem "Elterntraining" den Akzent auf eine Erziehungs- und Lernpartnerschaft zwischen Schule und Elternhaus.

Schulerfolg

Klaus Hurrelmann lächelt in die Kamera (Foto: picture alliance/ dpa)

Jugendforscher Klaus Hurrelmann

Mit Bildung ist heute längst nicht mehr nur der Erwerb von Wissen gemeint, erklärt Klaus Hurrelmann, es komme viel mehr darauf an, sich in dieser Welt zurecht zu finden und eine Möglichkeit zu sehen, sein Talent richtig zu entfalten. Dabei sei es wichtig zu wissen , "wo finde ich was, wie verhalte ich mich in einer bestimmten Situation, also ein hohes Gut sich selbst zu steuern und zu managen." Auch aus diesem Grund enthält das Buch von Hurrelmann und Timm, "Die Gesetze des Schulerfolgs", nicht nur Strategien zum besseren Lernen, sondern zeigt auch, worauf eine liebevolle familiäre Situation basiert.

Sichere Bindung!

Liebe als Nährboden für die Entwicklung von Intelligenz, das klingt gut. Doch was tun, wenn der Nachwuchs mal wieder nur herum albert, statt etwa die Hausaufgaben zu erledigen? Als Mutter von drei Kindern im Alter zwischen sechs und zwölf kennt Sabine Barbi die Untiefen des alltäglichen Kleinkriegs. Das Elterntraining hat sie dazu ermutigt, ihre Kinder mehr zu loben, auch für Kleinigkeiten. Sie werde ja selbst auch gern gelobt, erzählt sie. "Man ist danach wirklich leistungsbereiter und diese Wertschätzung für die Leistung des Anderen, ist unserer Gesellschaft wirklich abhanden gekommen."

Mütter aus dem Elterntraining von Ingrid Grazikowske (Foto: DW)

Eltern lernen für ihre Kinder

Autoritative Erziehung statt autoritäre Erziehung

Sicher haben sich allein in den letzten einhundert Jahren die Erziehungsstile entscheidend verändert. Wurde bis in die späten fünfziger Jahre noch autoritär erzogen, versuchten es die Eltern in den 68ern mit antiautoritären Konzepten. Heute ist autoritativ das Stichwort. Man setzt auf Selbstständigkeit, Selbstvertrauen und Kreativität und unterscheidet streng zwischen dem Verhalten und der Persönlichkeit des Kindes. Viele Eltern finden diesen Erziehungsstil zumindest theoretisch gesehen gut, wissen aber im Alltag oft nicht, wie er umzusetzen ist. Es fehlt an Vorbildern und Beispielen, häufig schwanken die Erziehenden in einem ewigen Hin und Her zwischen Nachlässigkeit und Strenge. Zudem fühlen sich viele Eltern – spätestens nach dem Pisaschock – verunsichert, was sie zur richtigen Ausbildung ihrer Kinder beitragen können.

Was nicht gelernt ist – ist nicht gekonnt?

Elterntrainerin Ingrid Grazikowske (Foto: DW)

Elterntrainerin Ingrid Grazikowske

Aber kann man tatsächlich nicht zumindest seine Kinder ohne ein Training erziehen? Braucht man dazu wirklich einen Kurs? Nein, könne man nicht, meint Sabine Barbi. Auch das Elternsein habe sich gewandelt und die alten Modelle seien nicht mehr unbedingt tragfähig. "Diese Erkenntnis hat mich ziemlich geschockt", erzählt sie, auch wenn man selbst eine gute Erziehung erlebt habe, könne man nicht einfach sagen: "Das machst Du jetzt auch so bei deinen Kindern. Das funktioniert leider nicht so, weil der Medienkonsum zu genommen hat, die Anforderungen an die Kinder, die ganze Zeit ist viel schnellebiger geworden." Genau hier setzen die Elternkurse an: Sie wollen Eltern dabei unterstützen, ihre Kinder zu stärken und sie auf ein erfolgreiches und glückliches Leben in einer modernen Welt vorzubereiten.

Autorin: Katja Lückert

Redaktion: Conny Paul

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