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Bildung

Von der Kuhwiese zum Campus: die Universität Bremen

Wiesen und Landwirtschaft. So sah der Bremer Campus aus, bevor dort eine Universität mit 20.000 Studierenden entstand. Heute haben sich rund um die Elite-Uni mehr als 400 Unternehmen und Institutionen angesiedelt.

Wo heute die Universität Bremen steht, grasten vor gut vierzig Jahren noch Kühe. Dass die Uni am Stadtrand von Bremen zwischen Wald und Autobahn auf einer ehemaligen Kuhwiese errichtet wurde, betont man in Bremen gerne. Von der Dung- und Viehwirtschaft zu einer Top-Universität. So ein Image lässt sich gut vermarkten – auch im Wettbewerb um den Exzellenztitel.

Mittelgroß und finanzstark

Gut 40 Jahre nach ihrer Gründung zählt die Uni Bremen heute fast 20.000 Studierende und rund 250 Professorinnen und Professoren. Damit gehört sie zwar nur zu den mittelgroßen Universitäten in Deutschland, dafür ist sie eine der drittmittelstärksten Hochschulen bundesweit. Das heißt, dass sie finanziell auch von privaten Unternehmen unterstützt wird. Mehr als 90 Millionen Euro im Jahr wirbt die Uni inzwischen vom Bund, von der Europäischen Union, der Deutschen Forschungsgemeinschaft sowie der Privatwirtschaft für Forschungsaufträge ein.

Kooperationen in Technik und Forschung

Die Universitaet aus der Luftperspektive Copyright: Universität Bremen

Hier grasten früher Kühe

Seit gut 20 Jahren wächst rund um den Campus ein Technologiepark. Mehr als 400 Unternehmen und Forschungseinrichtungen haben sich hier direkt neben der Uni angesiedelt. Eine ähnliche Dichte an Einrichtungen, die sich für Technologie und Forschung einsetzen, können nur wenige andere Städte in Deutschland aufweisen. Die Universität Bremen kooperiert insbesondere mit einem Institut der Helmholtz-Gemeinschaft, einem Institut der Max-Planck-Gesellschaft und einem Institut der Leibniz-Gemeinschaft sowie der Universität Oldenburg und der Jacobs Universität in Bremen. Diese Forschungskooperationen will man künftig noch intensivieren.

Die Chance dazu haben die Bremer jetzt, denn durch ihren Sieg im Elite-Wettbewerb erhält die Universität 45 Millionen Euro, verteilt auf fünf Jahre. Mit dem Geld will die junge Exzellenzuniversität ihr sogenanntes Zukunftskonzept "Ambitioniert und agil" umsetzen, eine Entwicklungsstrategie für die gesamte Hochschule. Dazu zählen insbesondere ein Exzellenzcluster und eine Graduiertenschule.

Ein Exzellenzcluster und eine Graduiertenschule

Das ferngesteuerte französische Tiefseefahrzeug Victor 6000 Foto: Alfred Wegener-Institut dpa - Bildfunk

Tauchroboter in Aktion

Ziel des Exzellenzclusters "Der Ozean im System Erde – MARUM" ist es, die Rolle des Ozeans im globalen Erdsystem besser zu verstehen. Daran arbeiten Forscher des Clusters gemeinsam mit Kollegen des Forschungszentrums "Ozeanränder" der Deutschen Forschungsgemeinschaft und außeruniversitären Einrichtungen. Mit Tauchrobotern und Kamerasystemen untersuchen sie Küstenmeere und Kontinentalhänge, die bislang weitgehend unerforscht sind.

Die "Bremen International Graduate School of Social Sciences" (BIGSSS) wurde bereits 2007 zusammen mit der Bremer Jacobs Universität gegründet und wird jetzt im Rahmen der Exzellenzinitiative weiter gefördert. Die BIGSSS orientiert sich an den nordamerikanischen Forschungsuniversitäten und bildet Nachwuchswissenschaftler in den Sozialwissenschaften aus. Mit ihren englischsprachigen Angeboten will die Bremer Graduiertenschule auch für junge Menschen aus dem Ausland attraktiv sein.

Bessere Förderung von Nachwuchswissenschaftlern

Weltkugel vor dem Ecotec-Gebäude Copyright: Universität Bremen

In der Bremer Uni-Welt sollen zukünftig noch mehr Frauen forschen

Mit den Mitteln aus der Exzellenzinitiative will die Universität auch ihre Frauenförderung vorantreiben. Die Universität hat schon jetzt, im Vergleich zu den meisten anderen Hochschulen in Deutschland, relativ viele Frauen in der Professorenschaft. Bremens Gleichstellungsgesetz hat hier nachgeholfen, aber auch das Rektorat der Universität. Mit dem Geld aus der Exzellenzinitiative sollen Professorenstellen wieder neu besetzt werden. Hierfür will die Uni vor allem Frauen finden.

Ihren wissenschaftlichen Nachwuchs, Frauen wie Männer, will die Universität außerdem durch eine bessere Planbarkeit der akademischen Karriere fördern: So hat die Hoschschule im Jahr 2001, als erste deutsche Universität, den "Tenure Track" für junge Wissenschaftler eingeführt, die sogenannte "Bremer Perspektive". Sie bietet Juniorprofessorinnen und Juniorprofessoren die Aussicht, sich leichter um eine dauerhafte Stelle an der Uni Bremen bewerben zu können. Damit auch in Zukunft dort, wo ehemals die Kühe grasten, gut ausgebildete junge Menschen aus dem In- und Ausland forschen und lehren können.

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