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Wirtschaft

Von der Kreditklemme zum Rettungsschirm - ein verrücktes Wirtschaftsjahr 2008

Das Jahr 2008 war ziemlich turbulent, was die Wirtschaft anbelangt. Das Wort Finanzmarktkrise ist wohl das am häufigsten gebrauchte Wort des Jahres. Ein Rückblick.

Karikatur auf einer Dollarnote (Foto: AP)

Zum Haare raufen: Die Banken in der Kreditklemme

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (Foto: dpa)

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos: "Bin ich Moses?"

Ein verrücktes Jahr, dieses Jahr 2008. Oder hätte sich jemand am Anfang dieses Jahres träumen lassen, dass ihm mal Begriffe wie Kreditklemme, Rettungsschirm oder gar Finanzmarktstabilisierungsfonds von den Lippen kommen? Aber der Reihe nach. Angefangen hat das Jahr eigentlich wie immer: “Bin ich Moses oder der Propheten einer oder wächst mir Gras in der Tasche? Die Zukunft ist wie immer ungewiss", sagt Wirtschaftsminister Michael Glos im Frühjahr bei der Vorstellung seiner Jahresprognose. Womit er recht behalten sollte. Danach allerdings taucht er ab, fordert gelegentlich mehr Netto vom Brutto für die Bürger, weil Wahlkampf in Bayern ist. Aber zur globalen Finanzmarktkrise ist eigentlich das ganze Jahr über nichts von ihm zu hören. Die ist im Frühjahr sowieso scheinbar noch in weiter Ferne.

Im Januar erreicht der Ölpreis erstmals die 100-Dollar-Marke. Der finnische Handy-Hersteller Nokia kündigt die Verlegung seines Bochumer Werkes nach Rumänien an - aus Kostengründen. 2.300 Arbeitsplätze sind weg. Wenige Tage später meldet Nokia einen Rekordgewinn von 7,2 Milliarden Euro. Ein einziger Angestellter, Jérôme Kerviel, beschert der französischen Großbank Société Générale einen Verlust von knapp fünf Milliarden Euro mit Wetten auf Aktienindices.

Post vom Staatsanwalt

Klaus Zumwinkel (Foto: dpa)

Klaus Zumwinkel: "Zahle gerne meine Steuern"

An einem nebligen Februarmorgen steht eine ganze Armada von Polizeifahrzeugen vor unserer Tür. Aber der Besuch gilt nicht der Deutschen Welle, sondern dem benachbarten Post-Tower. Der Staatsanwalt lässt das Büro von Klaus Zumwinkel durchsuchen, sowie seine Villa in Köln. Ihm wird vorgeworfen, über eine private Stiftung in Liechtenstein Steuern in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro hinterzogen zu haben. Im Radio hatte er mal gesagt: "Ich bin im Rheinland geboren, fühle mich hier sehr wohl und zahle hier auch meine Steuern." Was dann wohl doch nicht ganz richtig war. Wenig später tritt er von seinem Vorstandsposten bei der Post und weiteren Ämtern zurück.

Das Ende einer Karriere. Derweil geraten Steueroasen wie Liechtenstein immer mehr in die Kritik. "Es ist doch nicht hinnehmbar, dass wir hier in Europa Steueroasen haben, die letztlich indirekt zum Steuerbetrug anleiten", sagt Ronald Pofalla, Generalsekretär der CDU. Der Fürst von Liechtenstein ist beleidigt und weint Krokodilstränen, doch dann wird es wieder ruhig um die Steueroasen. Obwohl Zumwinkel kein Einzelfall ist. Auf einer CD, die jemand an die deutschen Behörden verkauft hat, schlummern die Daten von Hunderten Steuersündern. Manche erstatten noch rechtzeitig Selbstanzeige und können so auf Straffreiheit hoffen, bei anderen stehen Prozesse an - aber das ist vermutlich der Stoff für den nächsten Jahresrückblick.

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