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Von allerlei Ringen umringt

Schmuckring oder Ohrring, Apfelring oder Zwiebelring, Stadtring oder Rettungsring haben eins gemeinsam: Sie sind meist kreisförmig. Ringe können getauscht, vererbt oder gezählt werden. Steigen wir in den Ring.

Ringe begegnen uns in allen möglichen Situationen des Lebens. Beim Essen verspeisen wir Zwiebelringe und Apfelringe, beim Schwimmen hilft uns der Rettungsring. Auch wenn es um Schmuck geht, treffen wir auf allerlei Ringe. Und sie haben meist eine tiefe Bedeutung.

Der Weg des Ringes an den Ringfinger

Eine Braut umfasst den Brautstrauß und ergreift die Hand ihres Ehemanns

Für viele Menschen der schönste Ring: der Ehering

Was darf bei einem romantischen und perfekten Hochzeitsantrag nicht fehlen? Ein Ring! Vielleicht sogar ein Perlenring oder ein Diamantring! Je prächtiger und funkelnder, desto besser! Und weil solche Ringe so schön sind, folgen nach einem Hochzeitsantrag mehrere Ringe aufeinander. Zuerst der Verlobungsring, der von der Verlobung bis zur endgültigen Eheschließung am Ringfinger getragen wird.

Bei der Hochzeit, wenn beide Partner Ringe tauschen, wird er dann durch den Ehering oder Trauring ersetzt. Dieser ist ein meist steinloser und glatter Goldring. Aber warum steht gerade ein Ring für das Zeichen der ewigen Verbindung von zwei Menschen? Möglicherweise, weil zwei aneinander gelegte Ringe das mathematische Zeichen für Unendlichkeit sind. Vielleicht aber auch, weil ein Ring meist die Form eines Kreises und deswegen kein Ende hat.

Zeichen von Freundschaft und Macht

Die Hand von Papst Benedikt XVI mit dem Fischering

Der Fischerring wird nach dem Tod eines Papstes zerstört

Doch nicht nur bei Paaren, sondern auch unter guten Freunden sind Ringe beliebt. Sie tauschen Freundschaftsringe aus. Manchmal tragen sogar ganze Gruppen solche Freundschaftsringe als Zeichen des Zusammenhalts.

Ringe waren aber auch schon immer ein Zeichen von Herrschaft. Ein wertvoller Ring strahlt Macht und Reichtum aus. Früher wurde Königen zum Zeichen von Ehrerbietung ihr Ring geküsst. In der heutigen Zeit ist dies nicht mehr so üblich. Nur wenigen Personen, wie zum Beispiel dem Papst, wird heute noch aus Hochachtung diese Anerkennung entgegengebracht. Der Papst hat übrigens einen ganz speziellen Ring: den Fischerring! Er erhält ihn zu Beginn seiner Amtszeit. Auf dem Ring ist sein Name und ein Bild von Petrus, der ein Fischernetz einholt, zu sehen.

Herr der Ringe und „der Ring“

Der Hobbit Frodo streckt seinen Finger nach dem Einen Ring aus.

Frodo darf den einen Ring auf keinen Fall verlieren!

Nicht nur in der Politik, sondern auch in der Literatur und Musik spielen Ringe eine nicht unwichtige Rolle. Da gibt es zum Beispiel die Geschichte von vier kleinen, menschenähnlichen Wesen, den Hobbits, die den einen Ring im Schicksalsberg vernichten müssen. Der Roman „Der Herr der Ringe“ von Tolkien und dessen Verfilmung faszinierte weltweit Millionen Menschen.

Einen ähnlichen Ring der Macht findet man in Richard Wagners vierteiligem Opernzyklus „Der Ring des Nibelungen“, verkürzt oft einfach nur „der Ring“ genannt. Geschmiedet aus dem Gold des Rheins wird dieser Ring verflucht und bringt Unheil über seine Träger. In beiden Geschichten ist der Ring ein magisches Schmuckstück, mit dem man die Welt beherrschen kann. Daher hat er eine starke Anziehungskraft auf machtgierige Personen. Allerdings stürzt er meist die Beteiligten ins Verderben, wenn sie seiner Macht nicht widerstehen können.

Die Ringparabel

Ein Rabbi und ein muslimischer Geistlicher stehen vor einem Kreuz.

Gleichberechtigt nebeneinander: Das ist die Moral der Ringparabel

Eine andere Bedeutung hat der Ring in dem Drama „Nathan der Weise“ des deutschen Dichters Gotthold Ephraim Lessing. Die darin von dem Weisen Nathan erzählte berühmte Ringparabel handelt von einem Vater dreier Söhne, der einen kostbaren Ring besitzt. Weil er seine Söhne alle gleich liebt, weiß er nicht, welchem Sohn er diesen vererben soll.

Daher lässt er zwei weitere, identische Ringe herstellen. Jedem Sohn gibt er einen Ring, sodass niemand weiß, wer den echten besitzt. Die Söhne fragen einen Weisen, welcher nun der echte Ring sei. Er rät ihnen, dass jeder seinen Ring für den richtigen halten soll. Die drei Ringe stehen hier als Symbol für die drei Religionen Judentum, Christentum und Islam, die Ringparabel als Gleichnis dafür, dass alle drei Religionen gleichberechtigt sind, und es nicht die eine, „wahre“ Religion gibt.

Iffland-Ring und Ringe am Körper

Porträt des Schauspielers und Dramatikers August Wilhelm Iffland.

Nach ihm ist der Iffland-Ring benannt: August Wilhelm Iffland, Schauspieler und Dramatiker des 18. und 19. Jahrhunderts

Ein weiterer, zumindest im deutschsprachigen Raum bekannter Ring ist der Iffland-Ring. Benannt nach dem Dramatiker und Schauspieler August Wilhelm Iffland wird dieser Fingerring von dem bedeutendsten Schauspieler an einem deutschsprachigen Theater getragen. Dieser erhält den Ring auf Lebenszeit. Der jeweilige Träger muss sofort testamentarisch seinen Nachfolger festlegen, sodass es auch im Falle seines Todes immer einen Iffland-Ringträger gibt.

Doch ein Schmuckring muss nicht immer an der Hand zu finden sein. So gibt es den Ohrring, den Nasenring oder auch den Beinring. Während der Nasen- und der Ohrring meist durch die Haut gestochen wird, ist ein Bein- oder Armring eher ein Reif, den man sich umbindet. Auch das Wort Augenringe verspricht nicht unbedingt das, was man darunter versteht. Augenringe sind keineswegs Schmuckgegenstände, sondern bläuliche Schatten unter den Augen, die man zum Beispiel von zu wenig Schlaf bekommt.

Blaue Augenringe im Boxring

Ein Boxring, in dem zwei Boxer miteinander kämpfen.

In solchen Ringen geht es meist ordentlich zur Sache!

Augenringe anderer Art, nämlich blaue rund um ein Auge, werden in einem Boxring verteilt, dann, wenn zwei Boxer sich gegenseitig herausfordern und ihren Boxkampf in diesem Ring austragen. Der Ringrichter achtet darauf, dass sich beide an die Regeln halten. Schlagringe sind bei einem solchen regulären Boxkampf übrigens verboten!

Doch wieso nennt man den Boxring „Ring“, wenn er doch eckig ist?Das liegt wohl daran, dass früher Boxkämpfe auf offener Straße vor Publikum ausgetragen wurden. Die Zuschauer umringten die Kämpfer, sie standen ringförmig in einem Kreis um sie herum und feuerten den einen oder den anderen der Boxkämpfer an. Während das Umringen hier in meist positiver Absicht erfolgt, ist das bei einer anderen Form anders: Armeen, die Städte umringen, umstellen und belagern sie – manchmal solange, bis sie kapitulieren.

Ringsum unterwegs

Ein Straßenschild, auf dem der City-Ring ausgeschildert ist.

Dank der Beschilderung ist der Stadtring gut zu finden

Manche Großstadt heutiger Zeit verfügt auch über einen Ring, meist sogar über zwei: einen Innen- und einen Außenring. Der Innenstadtring ist meist eine Straße, die den Stadtkern umschließt. Oft sind das historische Gebiete der Städte, die früher manchmal von einer Mauer umschlossen waren. Der Außenring ist größer und verläuft ringsum ungefähr am Rand der Stadt. Viele Städte werden also von Ringen – bildlich gesehen – umringt.

Manche Stadt hat aber auch mit Verbrecherringen zu kämpfen, die die Stadt unsicher machen. Egal, ob Verbrecher-, Agenten- oder Spionagering: Hier schließen sich Menschen zu einer Art Kreis zusammen. Sie ringen um Macht, Geld, Einfluss, meist mit illegalen Methoden. Dieses „Ring“-Wort hat übrigens etymologisch nichts mit unserem Ring zu tun, sondern mit „kämpfen“, „sich anstrengen“.

Der schönste Tag im Leben

Doch trotz so vieler Arten von Ringen bleibt der Verlobungsring für romantische Menschen der schönste. Rings um den Globus kann das Hervorholen eines solchen Ringes zum schönsten Tag des Lebens führen. Und wenn es endlich soweit ist, kann man nur noch nach Atem ringen und hoffen, nicht ohnmächtig zu werden.





Fragen zum Text

Wenn zwei Menschen Ringe tauschen, dann…
1. heiraten sie.
2. boxen sie miteinander.
3. wird einer vom anderen bestohlen.

Was geschieht, wenn der Träger des Iffland-Ringes stirbt?
1. Ein neuer Träger wird ausgelost.
2. Der Ring wird an den denjenigen weitergegeben, den der Ringträger zuvor auserwählt hatte.
3. Der Ring wird an die Nachkommen des Trägers vererbt und so von Generation zu Generation weitergegeben.

Welches Wort hat nichts mit einem Ring zu tun?
1. der Brautring
2. der Hering
3. der Fußring

Arbeitsauftrag
Mit Ringen kann man einiges tun. Füge die folgenden Verben in die Satzlücken der Sätze ein. Achte dabei auf die richtige Form.

anstecken – tragen – zählen – steigen– tauschen – streifen – vererben

1. Kristina wollte ihren Ring vom Finger­­ _____________, aber er steckte fest.
2. Wenn zwei Menschen ihre Verbundenheit miteinander zeigen wollen, _____________ sie meist Ringe.
3. Ulf darf ihr den Ring _____________ .
4. Zu jedem Boxkampf _____________ die Kämpfer in den Ring.
5. Manche Adelige ____________ ihren Wappenring von Generation zu Generation.
6. Seit vielen Jahren ____________ Martina schon ihren Ehering am Finger.
7. Um das Alter eines Baumes zu erfahren, muss man die Ringe im Baumstamm ____________.

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