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Musik

Vom Teenie-Idol zum Familien-Entertainer

Hits wie "If You Believe" machten Sasha Ende der 90er Jahre zum Popstar. 2003 coverte er als Dick Brave Pop-Klassiker im Rock-A-Bily-Stil. Wie gibt sich Sasha heute? Die Deutsche Welle hat mit Sasha gesprochen.

Sasha

Sasha mit "Good News On A Bad Day".

DW-WORLD.DE: Es scheint, als brauchen auch Sie momentan einen „Schirm“, der Sie „rettet“, allerdings vor Regen. So vermittelt es zumindest das Cover Ihrer neuen CD „Good News On A Bad Day“, auf der sie gen Himmel unter einem Regenschirm hervorschauen?

Sasha: Das ist schon ein kleiner Wink mit dem Zaunpfahl, also was die Bildsprache angeht! Das Album heißt ja „Good News On A Bad Day“ und ich schaue da auf dem Bild ein wenig nach oben. Das heißt aber, dass es nicht mehr regnet und ich quasi dann in der nächsten Sekunde, den Schirm zu machen werde. Das sind die „guten Neuigkeiten an einem schlechten Tag.

Echte Musik mit akustischen Instrumenten, sich aufs Wesentliche konzentrieren. Auf Hochglanzpop mit seinen üppigen Arrangements haben Sie 2009 bewusst verzichtet?

Das stimmt! Das hat sich so ergeben. Als wir mit dem Songschreiben anfingen, war alles erlaubt. Es hätte auch in eine ganz andere Richtung gehen können, aber dann gab es halt immer mehr Songs, die zueinander passten und uns wurde relativ schnell klar, dass es in diese Richtung gehen soll und muss, also: Unaufgeregt und uneitel!

„Good News On A Bad Day“ ist eine Platte, die ihre Zeit braucht und ohne den schnellen Hit auskommt. Die 12 Songs wachsen beim Hören. Sie wollten es nicht „allen Recht machen“, haben Sie im Vorfeld gesagt.

Ich habe den großen Luxus, dass man mir zugesteht, mich auch weiter zu entwickeln, oder zu verändern, oder immer mal wieder mit was Neuem zu überraschen. Da läuft man natürlich Gefahr, dass es nicht immer allen gefällt. Aber so ist man dann einfach ein bisschen freier und offener und hat mehr Möglichkeiten. Regie bei „Good News On A Bad Day“ führte doch Zanki. Der hochrespektierte Sänger, Musiker und Produzent ist seit Anfang der 70er Jahre in der deutschen Musikszene aktiv. In den letzten Jahren arbeitete er u.a. mit Xavier Naidoo oder auch Thomas D von den Fantastischen Vier zusammen. Sie kennen sich auch gut. Was zeichnet Edo Zanki aus?

Also ich nenn ihn immer „Edo-therisch“, weil er so eine ganz lässige Haltung hat und mit so einem „Bauchgefühl“ an Musik rangeht. Edo weiß noch Musik zu schätzen. Der Mann ist eigentlich Musik. Er hat die Musiker so eingestimmt, dass jeder Lust hatte zu spielen und sich nicht unter Druck gesetzt gefühlt hat. Und das spürt man! Wenn man sich mal so ein bisschen in die CD reinhört, knistert es richtig! Es war eine schöne Atmosphäre und dafür hat Edo gesorgt, weil der halt, wie gesagt, so ein entspannter Vogel ist.

Alltagssituationen, aber auch sehr persönliche Erfahrungen beschreiben Sie in den 12 Songs auf „Good News On A Bad Day“. Als bekennender „leidenschaftlicher“ Bahnfahrer, der immer gern die Menschen beobachtet“, müssen Sie ein riesiges Notizbuch haben.

Oh ja! Man muss sich nur umsehen und dann findet man auch was! Allerdings ist es nicht immer einfach, diese Erfahrungen, die man irgendwann mal gemacht hat, auch zum richtigen Zeitpunkt dann aus der Kiste zu kramen. Das dauert manchmal ein bisschen länger. Vor allem dann, wenn es sehr persönlich ist, wie im Song „Read My Mind“, in dem es um Trennung geht. Da musste ich natürlich auch erst mal ein bisschen graben und zulassen, ganz viel zulassen! Das geht nicht von heute auf morgen.

Seit mehr als 10 Jahren mischen Sie jetzt in der deutschen Popszene ganz oben mit. Früher galten Sie als Teenie-Idol, wie sehen Sie sich heute selbst?

Ich bin, glaube ich, der Familien-Entertainer geworden. Die, die früher zwischen 15 und 20 waren, sind ja inzwischen auch die entsprechenden acht bis zehn Jahre älter und haben vielleicht selber eine Familie. Die nehmen sie zu meinen Konzerten mit. Das heißt: Die Kinder können gar nichts dagegen machen. Sie müssen zu einem Sasha-Konzert!

Popsänger Sasha beim Echo 2009

Mitte Mai geht die „Sasha-Family-Tour“ los. Danke für’s Gespräch.