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Musik

Vom Metzger zum TV-Entertainer: Stefan Raab

Was der Metzgersohn aus Köln auch anpackt: es wird ein Erfolg. Sowohl beim Fernsehen als auch mit seiner Musik. Es gibt kaum einen Preis, den der 44-jährige in Deutschland noch nicht abgeräumt hat.

Das Jurymitglied der Castingshow Unser Star fuer Baku, Stefan Raab, steht am Donnerstag (12.01.12) in Koeln waehrend der ersten Ausscheidungsshow auf der Buehne. Unser Star fuer Baku ist die deutsche Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest (ESC) 2012. Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) und der Fernsehsender Pro Sieben suchen in acht Live-Shows den deutschen Vertreter fuer das Finale des Eurovision Song Contests 2012, der am 26. Mai in Baku in Aserbaidschan stattfindet. (zu dapd-Text) Foto: Hermann J. Knippertz/dapd

Stefan Raab Unser Star fuer Baku

Stefan Raab gehört zu den erfolgreichsten Entertainern im deutschen Fernsehen und in der Musikbranche. Seine von ihm produzierte Show "TV Total" ist das Aushängeschild des TV-Senders Pro 7, und mit seinen Musikproduktionen schafft der Kölner regelmäßig den Sprung in die deutschen Charts. Dabei sollte er zunächst einen komplett anderen Berufsweg einschlagen. Mit der Note "sehr gut" hatte er in der elterlichen Metzgerei seine Ausbildung abgeschlossen.

Fußball mal anders

Relativ schnell entdeckte Stefan Raab aber sein wahres Talent: Quatsch machen und andere bloßstellen. Im Jahr 1993 wurde er mit seiner Sendung "Vivasion" beim Jugendmusiksender Viva zum populärsten Moderator überhaupt. Und das fünf Jahre lang. Mit seiner unkonventionellen Berichterstattung zur Fußball-WM in den USA wurde Raab dann zur Kultfigur. Passend dazu landete er mit der ironischen Hommage an den damaligen Bundestrainer Hans-Hubert ("Berti") Vogts seinen ersten Hit. Zwei Jahre später durfte er zum 25. Geburtstag der "Sendung mit der Maus" die Titelmelodie in einem Rap neu interpretieren und belegte damit Platz 2 in den deutschen Single-Charts.

Total sinnlos – mit Erfolg

Musiker und TV-Star Stefan Raab mit Band im Grand Prix Eurovision-Einsatz (Foto: APPhoto/Joerg Sarbach)

Raab mit dem Blödelsong "Wadde hadde dudde da?" beim Eurovison Song Contest 2000

Weitere zwei Jahre vergingen, bis Stefan Raab beim Eurovision Song Contest mitmachen durfte. Unter dem Pseudonym Alf Igel – eine Anspielung auf den Schlagerkomponisten Ralph Siegel – landete er zusammen mit Guildo Horn und dem Titel "Guildo hat euch lieb" auf einem respektablen 7. Platz. Im Jahr 2000 trat Raab sogar selber an. Im Glitzeranzug und mit überdimensionaler Sonnenbrille sang er völlig sinnfrei "Wadde hadde dudde da" und überzeugte auch das übrige Europa, ihn auf Platz 5 zu wählen.

Gleichzeitig etablierte Raab mit der Fernsehsendung "TV Total" ein Format, das bis heute zahlreiche Zuschauer vor die Bildschirme lockt. Dabei verwurstet der Moderator lustige Szenen aus der Sendung in eigenen Songs. Mit "Maschendrahtzaun" und der Kanzler-Schröder-Veräppelung "Ho mir ma ne Flasche Bier" sorgte er monatelang für Gesprächsstoff in den Medien und auf dem Schulhof.

Die Sendung TV total brachte Stefan Raab auch immer wieder Kritik ein. Personen,  die in der Sendung persifliert, vorgeführt und kommentiert wurden, klagten mehrfach wegen Verletzung des Persönlichkeitsrechts. Stefan Raabs Humor war und ist zwar erfolgreich, doch oft wird bemängelt, er verletze die Grenzen des guten Geschmacks und mache sich über Minderheiten lustig.

Allemagne: douze points

TV Moderator Stefan Raab und die Sängerin Lena Meyer-Landruth (Foto: apn/ Roberto Pfeil)

Raab mit Schützling Lena

Im letzten Jahr gelang Stefan Raab aber sein größter Coup. Er konzipierte die Eurovision-Castingshow "Unser Star für Oslo". Mit der 18-jährigen Abiturientin Lena Meyer-Landrut fand er eine überaus sympathische und einzigartige Sängerin. Das Ergebnis: ein überwältigender Sieg mit großem Punkteabstand für Lena. Stefan Raab hat sich damit endgültig in der deutschen Unterhaltungsbranche etabliert. Man mag über seinen Humor oft streiten, aber eines hat das 44-jährige Multitalent auf jeden Fall: ein Näschen für das, was die Massen lieben.

Autor: Ralf Kennel
Redaktion: Matthias Klaus

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