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Fußball

Vom kleinen Schwachen zum ganz Großen

Marco Reus freut sich über die Wahl zu Deutschlands Fußballer des Jahres. Jetzt will er bei seinem neuen Arbeitgeber Borussia Dortmund "noch eine Schippe drauflegen".

Marco Reus im Trikto von Borussia Dortmund. Foto: dpa

Marco Reus im Trikot von Borussia Dortmund

Vor lauter Olympia wäre es beinahe untergegangen: Marco Reus ist Deutschlands Fußballer des Jahres. "Die Wahl bestätigt mich einerseits darin, den richtigen Weg gegangen zu sein und motiviert mich zudem enorm, mich in Zukunft weiter zu verbessern und hart an mir zu arbeiten", schreibt Reus auf seiner Internet-Homepage. Dort finden sich drei Fotos, die für drei Kapitel seiner Erfolgsgeschichte stehen: Reus im Trikot seines alten Vereins Borussia Mönchengladbach, in jenem der Nationalmannschaft und im Dress seines neuen Clubs Borussia Dortmund.

Der Kreis schließt sich

In der vergangenen Saison hatte Mönchengladbach in der Bundesliga für Furore gesorgt – vor allem dank der überragenden Leistungen von Marco Reus. 18 Treffer und 13 Tor-Vorlagen steuerte der 23 Jahre alte Offensivspieler bei. Am Ende stand der Club, der im Vorjahr gerade noch den Abstieg verhindert hatte, auf dem vierten Tabellenplatz, mit der Chance, in der Champions League zu spielen. Da stand allerdings schon fest, dass Reus die Gladbacher verlassen würde. 17,1 Millionen Euro blätterte Meister Borussia Dortmund dafür hin, dass der Jungstar jetzt wieder das schwarz-gelbe Trikot trägt. Der Kreis schließt sich.

Der Gladbacher Reus rennt zwei HSV-Spielern auf und davon. Foto: AP/dapd

Von seinen Gegenspielern ist Reus kaum zu halten

Zu klein, zu schwach

Reus wurde am 31. Mai 1989 in Dortmund geboren, spielte zunächst beim Post SV, ehe er zu den Kinder- und Jugendmannschaften der Borussia wechselte. Die Trainer hielten Reus jedoch für zu klein und körperlich schwach. Ein zweijähriges Gastspiel bei Rot-Weiß Ahlen folgte. Dort gelang dem quirligen Stürmer der Durchbruch. Reus stieg mit den Ahlenern in die 2. Bundesliga auf und wurde Stammspieler. 2009 klopfte dann Bundesligist Borussia Mönchengladbach an, wo er sich schnell für höhere Aufgaben empfahl.

Traumtor gegen Griechenland

Sein Debüt in der deutschen Nationalmannschaft verzögerte sich. Dreimal wurde Reus von Bundestrainer Joachim Löw eingeladen, dreimal musste er wegen Krankheit oder Verletzung absagen. Im EM-Qualifikationsspiel gegen die Türkei im Oktober 2011 war es dann endlich so weit. Reus kam zu seinem ersten von bisher acht Länderspieleinsätzen. Bei der EM in Polen und der Ukraine schlug Reus' Stunde erst im Viertelfinale. Nachdem er in der Vorrunde nur auf der Bank gesessen hatte, spielte er gegen Griechenland (4:2) von Beginn an und krönte seine überragende Leistung mit einem Traumtor. "Es war mein erstes großes Turnier", sagt Reus, "und ich konnte zeigen, dass ich auf internationalem Niveau mithalten kann." Bundestrainer Löw hat mehrfach durchblicken lassen, dass er große Stücke auf Reus hält und ihn behutsam aufbauen will.

Marco Reus und Mesut Oezil feiern Reus' Tor zum 4:1 gegen Griechenland im EM-Viertelfinale. Foto: AP/dapd

In der DFB-Elf (hier mit Mesut Özil) durfte Reus bisher nur Duftmarken setzen, doch die Zukunft gehört ihm

Immer angreifen

Die Gegenwart aber heißt nun vor allem Borussia Dortmund. Mit seinem Nationalmannschaftskollegen Mario Götze soll Reus beim Deutschen Meister das neue Traum-Mittelfeldduo der Bundesliga bilden. Die Wahl zum Fußballer des Jahres, sagt Reus, sei "ein Ansporn, weiter Gas zu geben und in der neuen Saison noch eine Schippe draufzulegen". Auch in der Nationalmannschaft. "Ich greife immer an", verspricht der Blondschopf.