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Kultur

Vom Hurrikan zum Tropensturm

Mindestens ein Toter, 1,6 Millionen Haushalte ohne Strom, Tausende von Menschen in Notunterkünften, weggerissene Häuser. Hurrikan "Isabel" ist mit 165 Kilometern pro Stunde über die US-Ostküste hinweggefegt.

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"Isabel" brachte New Jersey hohe Wellen

Millionen Menschen an der Ostküste der USA haben sich am Donnerstag (18.9.2003) vor dem gewaltigen Hurrikan "Isabel" in Sicherheit gebracht. Begleitet von heftigen Regenfällen und mit einer Windstärke von bis zu 165 Kilometern pro Stunde fegte der Wirbelsturm zunächst über die Küsten der Bundesstaaten North Carolina und Virginia hinweg und riss Bäume und Häuser mit sich. Mindestens ein Mensch kam ums Leben. Der Wirbelsturm zog weiter Richtung Washington und Maryland, schwächte sich aber nach Angaben von Meteorologen unterwegs zu einem Tropensturm ab. Das öffentliche Leben stand weitgehend still, die meisten Menschen blieben zuhause.

15.000 Menschen in Turnhallen

Etwa 1,6 Millionen Haushalte waren nach Angaben von Energiekonzernen im Osten der USA ohne Strom, die meisten von ihnen in Virginia und North Carolina. In Virginia kam ein Autofahrer nach Behördenangaben durch einen Autounfall ums Leben. Tausende Menschen suchten Zuflucht in Notunterkünften, allein in Virginia harrten 15.000 Einwohner in Turnhallen und anderen Gebäuden aus. Überschwemmte und unterspülte Straßen behinderten die Arbeit von Rettungskräften. Einige Polizei- und Feuerwehrwachen standen unter Wasser, wie die Behörden in Virginia mitteilten.

Viele Küstenorte lagen wie ausgestorben, die meisten Einwohner hatten ihre Fenster verrammelt. Im Ferienort Kitty Hawk in North Carolina rissen Riesenwellen Holzhäuser davon. Geparkte Autos wurden weggespült. Auf rund 20 großen Flughäfen an der Ostküste wurde der Verkehr erheblich eingeschränkt, mehr als 1500 Verbindungen wurden nach Angaben der US-Fluggäste-Vereinigung gestrichen.

Nur noch bis zu 110 Kilometer pro Stunde

Auf seinem Weg nach Norden ließ der Wirbelsturm gegen Abend (Ortszeit) nach; das Nationale Hurrikan-Zentrum in Florida stufte "Isabel" zum Tropensturm herab. Die Windgeschwindigkeit könne jetzt noch bis zu 110 Kilometern pro Stunde erreichen, hieß es. In der Nacht wären aber noch vereinzelt hurrikanartige Böen und möglicherweise Tornados in Virginia und Maryland möglich.

In der US-Hauptstadt Washington waren die Straßen wie ausgestorben. Busse und Bahnen hatten vorsorglich ihren Betrieb eingestellt, Schulen und andere Einrichtungen blieben geschlossen. Auch Cafes und Restaurants waren menschenleer. Ein Lokal warb: "Wir haben während des Sturms geöffnet. Komm, Isabel!", doch lediglich drei Gäste nahmen das Angebot an.

US-Präsident änderte Termine

In den Bundesbehörden arbeitete nur noch eine Notbesetzung; rund 350.000 Bundesbeschäftigte blieben zuhause. Der Kongress beendete seine Arbeitswoche vorzeitig, damit die Parlamentarier sich in Sicherheit bringen konnten. Auch am Freitag (19.9.2003) sollten die Behörden geschlossen bleiben. Außenminister Colin Powell sagte wegen "Isabel" seine geplante Reise zur Trauerfeier für die ermordete schwedische Außenministerin Anna Lindh ab. Präsident Bush zog ein ursprünglich für Freitag geplantes Gespräch mit dem jordanischen König Abdallah II. auf seinem Landsitz in Camp David um einen Tag vor. (kap)