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Europa

Vom Hörsaal in die Firma

Erst hatte sie einen Vertrag, dann ihr Diplom in der Tasche: Ingenieurin Winnie Larsen hat einen fließenden Übergang vom Studenten- ins Berufsleben geschafft. Für ihre Berufsgruppe ist das in Dänemark nicht ungewöhnlich.

Studentin mit Büchern (Foto: picture alliance)

Nach dem Universitäts-Abschluss direkt ins Jobleben - in Dänemark keine Seltenheit

Es ist 17 Uhr, Winnie Larsen sitzt noch im Büro und packt ihre Sachen in die Tasche: Papiere, ihren Laptop, ein Notizbuch. Am nächsten Morgen fliegt sie nach Peking, wo sie eine Außenstelle des dänischen Windradherstellers "Vestas" inspizieren soll.

Ein klares Ziel vor Augen

Schafe weiden in der Nähe von Windrädern (09.08.2002/AP Photo/Heribert Proepper)

Ingenieure werden in der Windkraft-Branche gebraucht

Winnie Larsen ist seit zwei Monaten bei dem Unternehmen "Vestas". Nur wenige Tage nach ihrer Diplom-Prüfung zur Produktions-Ingenieurin hat die 24-Jährige dort angefangen. Den Vertrag habe sie bereits vor ihrem Abschluss unterschrieben, sagt Larsen. Keine Ausnahme in ihrem Jahrgang: "Alle hatten einen Job, bevor sie fertig waren, bis auf zwei, aber die haben inzwischen auch eine Anstellung gefunden. Wir können uns wahrlich nicht beklagen."

Winnie hat sich von klein auf für technische Dinge interessiert. In der Schule wählte sie die mathematischen und naturwissenschaftlichen Fächer. Während ihres Studiums an der Kopenhagener Ingenieurs-Fachhochschule belegte sie ein halbes Dutzend Praktika – eines davon in Australien. "Eines Tages will ich natürlich eine Führungsposition haben. Am liebsten in einem internationalen Unternehmen, sodass ich dann auch was von der Welt sehe", sagt sie.

Krisensicherer Job

Rathausplatz in Kopenhagen

Ein Studium in Kopenhagen als Sprungbrett in die Welt

Winnies Tasche ist gepackt, sie verlässt das schlichte Firmengebäude in Richtung Metro. 15 Minuten braucht sie zu ihrer Wohnung am Hafen - eine Gegend, die sich in den vergangenen Jahren von einem Arbeiterviertel zu einem Gebiet für Besserverdienende gewandelt hat. "Ich habe Glück gehabt", sagt Winnie. Jahrelang hätten sich zu wenige Studenten für das Ingenieursfach interessiert, darum würden selbst in Zeiten der Wirtschafts- und Finanzkrise Fachkräfte wie sie gebraucht. "Wir Ingenieure sollen dazu beitragen, Produktionen so effektiv wie möglich zu gestalten und somit Geld zu sparen. Also sind wir jetzt nicht die Ersten, auf die man verzichtet."

Winnie wirkt zufrieden mit ihrem Start ins Berufsleben: Sie hat flexible Arbeitszeiten und Möglichkeiten für Fort- und Weiterbildungen. Außerdem gebe es eine gute Kantine, Fitnessangebote und Rentenzahlungen, erzählt sie. Und auch mit dem Anfangsgehalt von etwa 4500 Euro ist Winnie zufrieden.

Keine Angst vor der Zukunft

Eine Mutter knöpft das Hemd ihres klaienen Sohnes zu (www.ruhr-photo.com)

Während der Elternzeit gibt es in Dänemark das volle Gehalt

In den kommenden Wochen und Monaten muss die Ingenieurin für das Unternehmen nach Indien, in die USA und in ihr geliebtes Australien reisen. Ihr Arbeitsplatz ist die Welt. Irgendwann möchte sie natürlich auch Kinder. Aber das kann noch warten - jetzt kommt erst einmal die Karriere.

Sorge, dass sie ihren Job aufgeben müsste, wenn sie Kinder bekommt, hat sie nicht. Im Gegenteil: Viele dänische Unternehmen bezahlten mittlerweile auch während der Elternzeit das volle Gehalt, sagt Winnie. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei in Dänemark eben eine Selbstverständlichkeit.

Autor: Marc-Christoph Wagner
Redaktion: Julia Kuckelkorn / Mareike Röwekamp

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