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Bildung

Vom Hörsaal ans Meer

Strandleben gehört in Kiel zum studentischen Leben - vom Campus zum Meer sind es gerade mal 20 Minuten. Im Sommer wird gesegelt, gesurft, geschwommen. Im Winter auf Partys gefeiert. Kiel ist klein, aber oho.

Surfer in Kiel (Foto: Tanja Brünger)

Immer hart am Wind ...

Tobias geht den Westring entlang: Es ist Vorlesungspause, also ab ins Studentencafé. Zu Fuß sind es etwa zehn Minuten von der Uni, in der Hansastraße, direkt im Uni-Viertel. Auf dem Weg trifft er eine Bekannte: "Das ist Kiel, hier trifft man immerzu Leute, die man kennt", sagt er. Seit drei Jahren lebt der Stuttgarter Student hier, sein Freund Tim stimmt ihm zu: "Selbst wenn du in die Mensa gehst, sitzt du nie allein am Tisch, man trifft immer jemanden", sagt der Biologie-Student. Doch gerade das mache die Stadt aus, meinen die beiden, es sei persönlich, und man fühle sich schnell zu Hause.

Stadt am Strand

Als sein Zuhause sieht Adil die Stadt noch nicht, auch wenn er unbedingt in Kiel studieren wollte: "Weil die Stadt am Meer liegt, weil ich in Marokko auch am Atlantik aufgewachsen bin - ich habe immer diese Beziehung zum Wasser, ich bin Surfer, Wellenreiter", sagt Adil. Diese Lust aufs Meer haben hier viele, denn das ist Kiels Trumpf, Sandstrände inklusive - wenn auch das Wetter nicht immer Surfer-Feeling vermittelt. "Man kann viel schwimmen, schnorcheln, tauchen, segeln, rudern, paddeln. Für mich ist es hauptsächlich das Segeln", sagt Leni, eine Studentin, die einen eigenen Strandkatamaran besitzt.

Segelkurse für Studierende

Segelschiffe der Universität Kiel (Foto: Horst Brix / Uni Kiel)

Segelschiffe der Universität Kiel

Aber nicht jeder muss gleich sein eigenes Boot haben, um segeln zu können. Kiel beherbergt das größte Segelzentrum im deutschen Hochschulsport. Hier können die Studierenden segeln lernen, natürlich nicht kostenlos. "Aber das ist schon günstiger als in einem normalen Segelverein", meint Tim, der auch in Kiel mit dem Segeln angefangen hat - allerdings ist im Herbst und Winter Flaute angesagt, von Oktober bis April sind die Boote eingemottet.

Who-is-Who-Treff im Schrevenpark

Wer nicht so viel mit Wasser und Wellen anfangen kann, der ist an Land auch gut aufgehoben. Im Sommer wird der Schrevenpark zum beliebten Szenetreff: "Da ist dann das Who is Who der Uni", sagt Tobias, der mittlerweile im Café angekommen ist und neben Tim seinen Milchkaffee trinkt. "Das ist dann wirklich High Life." Grillen, Musik hören, Leute treffen - das ist Kiel im Sommer im Schrevenpark.

Fachschaftspartys statt Lounges

Wenn die Abende wieder lang werden - im Winter kann es auch schon mal gegen 16 Uhr dunkel werden, wenn der Himmel von Wolken verhangen ist - dann kann man in eines der kleinen Programm-Kinos gehen. Oder aber auf die Fachschaftspartys, die jede Woche stattfinden. Denn ein großes Nachtleben mit Lounges oder Clubs gibt es in Kiel nicht.

Kiel mit Heimatgefühl

Trotzdem fühlen sich die meisten Studierenden in der Stadt an der Ostsee wohl. Für Mamak, eine iranische Studentin, ist Kiel schon so etwas wie Heimat: "Ich weiß gar nicht genau, was ich vermisse. Aber wenn ich weg bin, freue ich mich immer wieder auf Kiel."


Autorin: Janine Albrecht
Redaktion: Stephanie A. Hiller