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Volontariat

Volontärs-Projekt: "Meine Oma, das Regime und ich"

Wie ist das, in einer Diktatur zu leben? Wie geht man damit um, wie beschützt man seine Familie? Die Volontäre der DW fragten ihre Großmütter, die ganz persönliche Erlebnisse aus der Zeit der Diktatur erzählten.

Oma Alevtina lebt in Belarus. Volontärin Iryna Shpakouskaya besuchte ihre Großmutter für das Multimedia-Projekt (Foto: DW/Tarek Elias).

Oma Alevtina lebt in Belarus. Volontärin Iryna Shpakouskaya besuchte ihre Großmutter für das Multimedia-Projekt

Im Ausbildungsplan der DW Volontäre sind Multimediaworkshops verankert. Sie vermitteln Handwerk und ermutigen, Themen neu zu entdecken. Das aktuelle Projekt "Meine Oma, das Regime und ich" erzählt vom Leben in Diktaturen anhand von Familiengeschichten aus sechs Ländern.

"Das ist aber ein toller Titel!", beschreibt Iryna Shpakouskaya die Reaktion der meisten, die zum ersten Mal von dem Projekt "Meine Oma, das Regime und ich" hören. "Und dann wollen sie wissen, wie wir auf diese Idee gekommen sind." Es gab keinen Plan. Es war spontane Kreativität, und die Idee wurde im Zug geboren.

Oma Nena aus Brasilien zeigt ihr Klassenfoto (Foto: persönliches Archiv).

Spurensuche - Erinnerung - Erzählung

Die Volontäre waren auf dem Weg zu einer Party, müde, aber glücklich, denn ihr großes, multimediales Projekt "Weltempfänger" lag hinter ihnen - fünf komplette Radiosendungen und die dazugehörigen Online-Auftritte, produziert in kürzester Zeit. Das sollte gefeiert werden. Unterwegs unterhielten sich die Volontäre über Diktaturen. Wie das Thema aufkam, weiß heute niemand mehr. Irgendwann aber stellten sie fest - fast alle kommen aus Ländern, in denen eine Diktatur herrscht oder geherrscht hat. Nach diesem Geistesblitz ging alles andere dann wie von selbst.

"Unsere Köpfe, gewohnt, unaufhörlich kreativ zu sein, konnten den Arbeitsmodus einfach nicht abschalten. Als der Zug ankam, wussten wir bereits, was wir aus dem Thema machen konnten, aus persönlicher und journalistischer Sicht", sagt Shpakouskaya. Am selben Abend wurde die Idee den DW Trainern vorgestellt, und bereits wenige Tage später fand das erste konzeptionelle Arbeitsgespräch statt.

Wie kam die Oma dazu?

EINSCHRÄNKUNG DW-Voloprojekt Oma, das Regime und ich CHILE

Volontärin Caroline mit ihrer Oma Eliana in Chile

Aus der zwar elektrisierenden, aber noch wenig ausgearbeiteten Idee musste zunächst ein Projekt mit einem tragfähigen Konzept entwickelt werden. Weil das Thema allen Beteiligten am Herzen lag, war eines klar: Der persönliche Bezug sollte spürbar bleiben und sichtbar werden. Mit eigenen Familiengeschichten sollte über die Diktaturen in den jeweiligen Heimatländern berichtet werden - das Allgemeine durch das konkrete Einzelne vermitteln.

Zunächst wurde in den Familien recherchiert und die Ergebnisse im Volontärskreis vorgestellt. So verschieden auch alle Schilderungen waren, eines war bei allen Erzählungen gleich: Die Schlüsselrolle spielte stets die Oma. Mit ihr war der charakterstarke Mensch entdeckt, der in den Zeiten der Diktatur die Familie gegen alle Widerstände - unterschiedliche politische Einstellungen, Gefängnisaufenthalte, Verfolgungen, räumliche Trennungen - zusammenhielt. Daher spielt die Oma auch in dem Projekt eine zentrale Rolle. Sie ist Zeitzeugin, eine starke Frau, Symbolfigur und Schutzengel in einem.


Sechs Länder, sechs Omas, sechs Geschichten

Internationale Volontäre der Deutschen Wellen, Abschlussjahrgang 2014 (Foto: DW Akademie/Charlotte Hauswedell).

Internationalen Volontäre - Abschlussjahrgang 2014

"Als das klar wurde, spürten wir das Fundament unter unseren Füßen. Hierauf konnten wir das Konzept aufbauen und das Projekt weiterentwickeln", sagt Shpakouskaya weiter. Zeitzeugengespräche wurden mit den Großmüttern geführt, mit denen historische Ereignisse anhand der persönlichen Familiengeschichte dargestellt werden.

Sechs Länder, sechs Omas: aus Chile, China, Belarus, Kenia und Brasilien - und noch eine deutsche Oma aus Leipzig dazu. Die Volontärteams gingen ab August 2013 vor Ort auf Spurensuche, drehten Filme und sammelten Erinnerungen. Jetzt steht das multimediale Projekt "Meine Oma, das Regime und ich" auf den Webseiten der Deutschen Welle online.


Die DW Akademie bildet Nachwuchsjournalisten für die multimedialen Programme der DW aus. Die 18-monatige Ausbildung erfolgt in multikulturellen Teams und in den Arbeitssprachen Deutsch und Englisch. Der Schwerpunkt der Redakteursausbildung liegt auf TV und Online, aber auch das Radio kommt nicht zu kurz. Inhaltlich liegt der Fokus auf aktueller Berichterstattung und multimedialem Storytelling. Ausführliche Informationen zum Volontariat finden Sie hier.