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Nahost

Vollständige Kontrolle des Flughafens

Bagdads Flughafen soll von US-Truppen eingenommen worden sein. Iraks Führung hat für die Nacht mit einem "nicht-konventionellen" Angriff gedroht. Saddam ruft Bagdads Einwohner im Fernsehen zum Widerstand auf.

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US-Truppen am Bagdader International Airport

US-geführte Truppen haben nach eigener Darstellung am Freitag (4.4.2003) den strategisch wichtigen Flughafen am Stadtrand von Bagdad eingenommen und mittlerweile vollständig unter Kontrolle. Reporter berichteten nach schweren Gefechten von Dutzenden verwundeten oder toten Irakern. Führende Militärberater von US-Präsident George W. Bush deuteten laut Agenturmeldungen an, dass nicht an eine schnelle Erstürmung von Bagdad gedacht sei. "Schwerer psychologischer Schlag"

Flughafen Bagdad Saddam International Airport Irak Gefecht

US-Soldaten am Freitag, 4.4., am Bagdader Airport

Der Flughafen, der rund 30 Kilometer vor der irakischen Hauptstadt liegt, sei nun voll unter US-Kontrolle, hieß es am Freitag im US-Oberkommando im Emirat Katar. Der britische Verteidigungsminister Geoff Hoon bezeichnete die Einnahme des Flughafens als "schweren psychologischen Schlag" für die Führung in Bagdad. Von dort könnten die Alliierten Nachschub zu den Truppen bringen. US-Generalstabschef Richard Myers erklärte in Washington, Bagdad solle möglicherweise zunächst nur isoliert werden. Nach Militärangaben seien keine Straßenkämpfe zur Eroberung Bagdads geplant.

El Sahhaf: "Nicht-konventioneller" Angriff

Als Reaktion auf Berichte über die Einnahme des Flughafens hat der Irak den dort kämpfenden US-Soldaten mit einem "nicht-konventionellen" Angriff noch in der kommenden Nacht gedroht. "Das wird ihnen eine gute Lehre sein", sagte Informationsminister Mohammed Said el Sahhaf am Freitag in Bagdad. Auf die Frage, ob er den Einsatz von nicht-konventionellen Waffen - wie chemischen - meinte, die Bagdad nach eigenen Angaben nicht besitzt, antwortete der Informationsminister mit "Nein". Vielmehr habe er "von einer Art neuem Märtyrertum" sprechen wollen, sagte el Sahhaf.

Saddam im irakischen Fernsehen

Fernsehbild Irak TV zeigt Saddam Hussein in Bagdad bei der Begrüßiung von Unterstützern

Angebliche Saddam-Bilder am Freitag, 4.4., im irakischen Fernsehen

Mit einer Propagandaoffensive hat die irakische Führung am Freitag versucht, Spekulationen über den Tod oder die Gesundheit von Staatschef Saddam Hussein entgegenzutreten. In einer vom irakischen Fernsehen übertragenen Rede an die Nation rief der 65-Jährige die Einwohner Bagdads zum Widerstand gegen die amerikanisch-britischen Truppen auf. Zudem erwähnte er den angeblichen Abschuss eines US-Kampfhubschraubers am 24. März. Danach zeigte das Fernsehen Aufnahmen von Saddam in einer jubelnden Menge auf der Straße. Wann die Bilder aufgenommen wurden, und ob es sich tatsächlich um Saddam handelt, ist nicht nachprüfbar.

Zweiter Selbstmordanschlag gegen Alliierte

Zum zweiten Mal seit Kriegsbeginn haben Iraker einen Selbstmordanschlag auf US-Truppen verübt. Dabei kamen nordwestlich von Bagdad drei Soldaten, eine schwangere Frau und der Fahrer des Autos ums Leben, wie das US-Oberkommando am Freitag in Katar mitteilte. Der Anschlag ereignete sich bereits am Donnerstag nordwestlich von Bagdad. Am Samstag vergangener Woche wurden bei einem Selbstmordanschlag in der Nähe von Nadschaf vier US-Soldaten getötet.

Ohne Strom und Wasser

Stromausfall in Bagdad

Stromausfall: Ein Hotel in Bagdad erzeugt in der Nacht zum Freitag, 3.4., eigenen Strom per Generator

Erstmals seit Kriegsbeginn vor mehr als zwei Wochen ist Bagdad in weiten Teilen der Stadt ohne Strom- und Wasserversorgung - mittlerweile seit mehr als 24 Stunden. Die Ursache für den Ausfall ist bislang unklar, da die Luftangriffe in der Nacht zum Freitag nach US-Angaben auf militärische Ziele gerichtet waren. Am Freitagabend soll die Stromversorgung in Bagdad teilweise wieder hergestellt worden sein. Zumindest im Zentrum der Stadt gebe wieder Strom, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur Agence France Press (AFP) berichtete.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) zeigte sich besorgt über die "katastrophalen Folgen" solcher Stromausfälle für die Krankenhäuser der Stadt. Für kurze Zeit könnten die 30 Kliniken Bagdads zwar mit Generatoren weiterversorgt werden, eine längerfristige Lösung sei dies jedoch nicht, sagte der medizinische Koordinator des IKRK in Bagdad, Peter Tarabula. (kap)

Hinweis: Angaben zu Truppenbewegungen, Opfern und Schäden basieren zumeist auf Informationen der Kriegsparteien und können in der Regel nicht unabhängig überprüft werden.

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