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Afrika

Vollbesetzte Fähre vor Sansibar gesunken

Die Fähre, die vor der Küste Tansanias gesunken ist, hatte vermutlich deutlich mehr als 500 Passagiere an Bord. Wie viele von ihnen bei dem Unglück ertranken, ist noch unklar. Die Bergungsarbeiten dauern noch an.

bergungsarbeiten (Foto: AP)

Die Zahl der Toten ist noch unklar

Die Fähre war in der Nacht zum Samstag (10.09.2011) zwischen den Urlaubsinseln von Sansibar, Unguja und Pemba, unterwegs, als sie aus noch ungeklärter Ursache sank. Allerdings war das Schiff "MV Spice Islander" offenbar stark überfüllt. Nach Angaben des Roten Kreuzes hätten Helfer bislang mehr als 325 Menschen gerettet, unter ihnen 60 Kinder.

Kind in Decke gehüllt (Foto: AP)

Dieses Kind überlebte - seine Eltern auch?

"Die Toten seien meist Frauen und Kinder", sagte der Direktor für Katastrophenmanagement des tansanischen Roten Kreuzes, Joseph Kimaryo, der Deutschen Presseagentur. Marine und Polizei hatten Rettungskräfte entsandt, diese kamen wegen ihrer unzureichenden Ausrüstung jedoch bei der Bergung nur langsam voran. An der Suche nach Vermissten beteiligten sich auch Fischer und Anbieter von Tauchausflügen.

War die Fähre überladen?

Die Behörden richteten im Hafen von Stone Town, dem alten Teil der Hautpstadt Sansibar, ein Erste-Hilfe-Zentrum ein. Überlebende warfen den Hafen- und Fährbetreibern vor, das Schiff hoffnungslos überladen zu haben. Wie viele Menschen sich tatsächlich an Bord der Fähre zum Zeitpunkt des Unglücks befanden, ist unklar. Passagierlisten werden in der Region in der Regel nicht oder nur unzureichend geführt.

Wulff (Foto: dpa)

Anteilnahme von Bundespräsident Wulff

Sansibars Präsident Ali Mohammed Schin sprach von einer nationalen Tragödie. Seine Regierung werde "alles tun, um die Opfer dieses schrecklichen Vorfalls zu unterstützen", versprach er. Sansibar ist ein Teilstaat innerhalb Tansanias mit eigener Regierung, Parlament und Präsidenten.

Beileidsschreiben aus Deutschland

Bundespräsident Christian Wulff hat seinem tansanischen Amtskollegen Jakaya Mrisho Kikwete ein Beileidstelegramm geschickt. "Ich möchte Ihnen und Ihrem Volk, auch im Namen meiner Landsleute meine tiefempfundene Anteilnahme aussprechen", schrieb er. "Bitte übermitteln Sie unser Beileid den Angehörigen der Opfer, denen in diesen Tagen unser Mitgefühl gilt, und Genesungswünsche den Verletzten." Er hoffe, dass viele Menschen gerettet werden können.

Autorin: Sabine Faber (dpa, rtr, afp)

Redaktion: Herbert Peckmann