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Deutschlehrer-Info

Voll am fly sein

Das Jugendwort des Jahres 2016 steht fest: „Fly sein“ setzte sich gegen Konkurrenten wie „isso“ oder „Tindergarten" durch. Die Wortkreationen werden jedes Jahr werbewirksam von einem deutschen Verlag gekürt.

„Fly sein“ bedeutet soviel wie „besonders abgehen“ oder „besonders cool sein“, auf der Tanzfläche oder im Skatepark zum Beispiel. Eigentlich hatte es das Jugendwort in der vorangegangenen Online-Abstimmung mit mageren 4,4 Prozent nur auf Rang acht geschafft, aber die Jury hat das letzte Wort. "Ich finde es spannend, dass Jugendsprache heute immer internationaler wird. 'Fly sein' kann vielfältig verwendet werden und erfüllt für mich die Kriterien, die Jugendsprache ausmachen“, begründete der Juror Christian Paga, Doktorand der Sprachwissenschaft an der Uni Duisburg-Essen, seine Entscheidung.

Weitere Kandidaten fürs Jugendwort 2016 

Auf Platz 2 schaffte es die Abkürzung „bae“ (before anyone/anything else) als Bezeichnung für zum Beispiel die beste Freundin oder auch eine Pizza. Erst auf dem dritten Platz fand sich der Sieger der Online-Abstimmung: „isso“.

Symbolbild Optimismus Leute Freizeit Daumen hoch (Fotolia/Yuri Arcurs)

Isso, Alter! - Platz 1 beim Online-Voting

Nicht besonders originell, aber auch für Erwachsene verständlich. „Isso“, das ist die verkürzte Form von: „Das ist so“ und Zustimmung pur. Als Jugendlicher hängt man normalerweise noch die Anrede „Alter“ dran. „Isso, Alter!“  20 Prozent aller Teilnehmer stimmten laut Internetseite des Langenscheidt-Verlags für diesen Begriff, und wer sich in deutschen Kinderzimmern und auf Schulhöfen umhört, kann bestätigen: Isso, dieses Wort gebraucht der Nachwuchs ziemlich häufig. „Fly sein“ hingegen benutzen deutlich weniger Jugendliche.

Auch bei der „Vollpfostenantenne“, dem Selfie Stick, lässt sich darüber streiten, ob der Begriff gebräuchlich ist, ebenso über die anderen Anwärter auf das Jugendwort 2016: „Hopfensmoothie“ für Bier, „Bambusleitung“ für eine schlechte Internetverbindung oder „Tindergarten“, eine Sammlung von Onlinedating-Kontakten. Auf dem letzten Platz dümpelt mit 0,09 Prozent der Stimmen das „Swagphone“, das Smartphone zum Angeben, vor sich hin.

Keiner kannte den Smombie 

Jugendlicher mit Smartphone (picture-alliance/dpa/K. Hildenbrand)

Smombie war das Jugendwort 2015

Mit der Entscheidung für „fly sein“ liegt die Jury nicht ganz so weitab von der Wirklichkeit wie 2015. Damals hatte sie den Begriff „Smombie“ gekürt, obwohl nur wenige Jugendliche das Wort kannten - geschweige denn benutzten. Aus Erwachsenensicht war es aber auch zu schön, denn das Wort ist eine Kombination aus Smartphone und Zombie und soll eine Person beschreiben, die nur noch auf ihr Smartphone starrt und nichts mehr um sich herum wahrnimmt. Kurzum: die perfekte Beschreibung für die Jugend von heute. Der Smombie machte also das Rennen, obwohl in der Online-Abstimmung das Verb „merkeln“ vorne lag - was soviel bedeuten soll wie: nichts tun, keine Entscheidung treffen.

Das Jugendwort wird seit 2008 gewählt. In der 20-köpfigen Jury sitzen neben Sprachwissenschaftlern auch junge Blogger, YouTuber und Schüler. Ihr Votum ist nicht an die Abstimmung gebunden. Vorschläge machen kann jeder. Die besten 30 Wörter landen auf der Shortlist. Die jährliche Wahl ist eine Werbeaktion des Langenscheidt-Verlags für sein Jugendsprachen-Lexikon und nicht unumstritten. Alle Jahre wieder werden Zweifel daran laut, ob Jugendliche wirklich so reden.

 suc/mk (mit dpa)

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