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Wirtschaft

Volkswagen sieht 2016 als Jahr des Übergangs

Europas größter Autobauer sieht sich im Umbruch: Die Aufarbeitung des Dieselskandals soll den Beginn einer neuen Ära markieren. Konzernchef Müller will Elektromobilität zum Markenzeichen von VW machen.

Ungeachtet von Milliardenverlust und Imageschaden will der Volkswagen-Konzern bald wieder in die Spur zurück finden. Das kündige VW-Chef Matthias Müller auf der Jahres-Pressekonferenz des Unternehmens am Donnerstag in Wolfsburg an. "2016 wird ein Jahr des Übergangs sein, " so Müller vor Journalisten und Analysten. Es werde aber auch das Jahr sein, in dem man den Wandel beschleunige und das Fundament "für ein besseres Volkswagen" lege. Das wird sich auch auf den Umsatz des Konzerns auswirken. Auch wenn die Auslieferungen im laufenden Jahr "auf dem Niveau des Vorjahresliegen werden", erwartet Müller einen deutlichen Umsatzrückgang, der angsichts schwieriger konjunktureller Aussichten vor alllem für Südamerika und Russland bis zum fünf Prozent betragen könnte.

Neuausrichtung in Arbeit

Müller kündigte an, dass der Konzern sich für Zusammenarbeit und Kooperationen deutlich stärker als bisher öffnen werde. Derzeit arbeite man intensiv an der bereits angekündigten Weiterentwicklung seiner Strategie. Müller will diese "Strategie 2025" genannte Neuausrichtung im Juni der Öffentlichkeit vorstellen. Darin würden die Zukunftsthemen der Branche - Digitalisierung, Vernetzung, Elektromobilität und Mobilitätsdienste - im Mittelpunkt stehen.

Die finanziellen Eckdaten für das abgelaufene Geschäftsjahr hatte VW bereits am vergangenen Freitag (22.04.2016) nach einer Aufsichtsratssitzung veröffentlicht. Demnach hat der Konzern 2015 einen Rekordverlust von 1,6 Milliarden Euro verbuchen müssen. Zwar konnte der Konzernumsatz um 5,4 Prozent auf 213 Milliarden Euro gesteigert werden. Die enormen Rückstellungen von 16,2 Milliarden Euro im Zusammenhang mit dem Abgasskandal fraßen aber den operativen Gewinn komplett auf.

Trotz allem stehe der Konzern auf einer soliden finanziellen Basis, betonte Müller bei der Erläuterung der Konzernbilanz: Der sogenannte Netto-Cash-Flow, also die Kriegskasse des Konzerns, betrage knapp neun Milliarden Euro. Die insgesamt verfügbaren Mittel lägen bei 24,5 Milliarden Euro.

Zudem kündigte Vorstandschef Müller im Zusammenhang mit den Rückrufaktionen in Deutschland an, dass anstelle des Mittelklassewagens Passat nun zunächst mit dem Golf begonnen werde. Das zuständige Kraftfahrt-Bundesamt habe am Morgen grünes Licht erteilt. An einer Lösung für den Passat werde noch gearbeitet.

hb/wen